„Mit Nazis spielt man nicht“
Sportvereine im Rechtsruck?
Wie stark beeinflusst der gesellschaftliche Rechtsruck deutsche Sportvereine? Diese Recherche zeigt, wie Vereine mit Diskriminierungsvorfällen umgehen, Extremismus vorbeugen, welche Hilfsangebote es gibt – und wo noch weggeschaut wird.
Autorinnen: Fiona Fröhling und Finja Wendland
Veröffentlichtlicht am: 02.08.2026
„Sportvereine sind die wichtigste Institution für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland. Was sie Woche für Woche leisten, ist durch nichts zu ersetzen“, betont der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds DOSB, Thomas Weikert.
Das sieht nicht nur er so: 65 % der Befragten sehen Sportvereine als wichtigste Institution für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das ergab einer Studie des Leibniz-Instituts für Medienforschung mit ARD, ZDF und Deutschlandradio aus dem Frühjahr 2025.
Sportvereine findet man nahezu überall; in Groß- und Kleinstädten, aber auch in den winzigsten Dörfern Deutschlands. Im Jahr 2025 gab es rund 86.000 Sportvereine mit 29,3 Millionen Mitgliedern, so Zahlen des DOSB. Sportvereine prägen das Leben vieler, nicht nur im Privaten, sondern auch auf gesellschaftlicher Ebene. Dabei sind sie nicht nur Schauplatz der jeweiligen Sportart, sondern auch Begegnungs- und Lernort, besonders, weil sie die verschiedensten Menschen zusammenbringen, Brücken bauen und Gemeinschaft bilden.
Insbesondere weil Sportvereine eine derart zentrale Rolle in Deutschland einnehmen, spiegeln sie gesellschaftliche Entwicklungen wider, wenn nicht sogar noch mehr. Gunter A. Pilz hat vor seinem Ruhestand als Sportsoziologe zu gesellschaftlichen Themen im Sport gearbeitet und zum Beispiel Gutachten zum Thema Sport und Gewalt für das Bundesinnenministerium erstellt. Er sieht den Sport „nicht als Spiegelbild, sondern geradezu als eine Lupe oder ein Vergrößerungsglas von gesellschaftlichen Problemen. Da sieht man sie oft am schnellsten und intensivsten.“
Die Gesellschaft rückt nach rechts
Politische Extreme gab es schon immer. Sie waren mal mehr, mal weniger in der Gesamtgesellschaft verankert, doch in den letzten Jahren rückten klar rechte Haltungen immer mehr in die Mitte der Gesellschaft. Zwar zeigt zum Beispiel die Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung aus dem Jahr 2025, dass eindeutig rechtsextreme Einstellungen zuletzt zurückgegangen seien. Der Anteil der Menschen, die derartige Einstellungen nicht ausdrücklich ablehnen, sei wiederum deutlich gewachsen. Sprich: Die Personengruppe, welche sich im Graubereich zwischen konservativ und rechtsextrem bewegt, wächst. Antidemokratische und diskriminierende Aussagen würden zunehmend normalisiert, und auch gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, also die Diskriminierung eines Menschen aufgrund einer Zugehörigkeit zum Beispiel zu einer sozialen Klasse oder Religion, sei in der Mitte der Gesellschaft verankert, so die Studie.
Diese Entwicklung – auch Rechtsruck genannt – wird in den Wahlergebnissen vergangener Bundes-, Landtags- und Kommunalwahlen deutlich. Das zeigen vor allem die derzeitigen Wahlerfolge der AfD. Und das, obwohl die „Alternative für Deutschland“ eine vergleichbar junge Partei ist: 2013 erst gegründet, gelang es der AfD, bei der Bundestagswahl 2025 hinter CDU/CSU die zweitmeisten Zweitstimmen zu bekommen. Laut Umfragewerten für die Landtagswahlen 2026 könnte die Partei in den Bundesländern Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern stärkste Kraft werden. Kurz vor Veröffentlichung dieser Recherche im Sommer 2026 war die AfD in mehreren Wahlumfragen zur Bundestagswahl stärkste Kraft.
Zur Wahrheit gehört: Das Bundesamt für Verfassungsschutz führt die AfD als „rechtsextremistischen Verdachtsfall“ (Stand Juli 2026) und stuft einzelne Landesverbände als „gesichert rechtsextrem“ ein. Dass die hohen Prozentzahlen der AfD die allgemeine Stimmung in Deutschland abbilden, erlebt auch Michael Neumann. Er arbeitet als Referent für das Projekt „Entschlossen weltoffen“ im Landessportbund (LSB) NRW und hat in seinem Arbeitsalltag viel mit gesellschaftspolitischen Themen im Sport zu tun: „Die Grenzen dessen, was gesagt wird und was ausgrenzt, haben sich stark verschoben. Dinge, die früher undenkbar waren, wirken heute fast normal und nehmen viel Raum in den Köpfen ein. Viele setzen sich gar nicht mehr damit auseinander, ob Aussagen vielleicht rassistisch oder diskriminierend sind.“
Der Graubereich zwischen konservativ und rechtsextrem
Die formale Einstufung einer Partei ist hoch komplex – ähnlich wie die Einstufung von Aussagen oder Meinungen von Personen. Die Beurteilung, wo der Grat zwischen konservativer Weltanschauung, einer rechten Tendenz oder einer extremistischen Ideologie verläuft, kann durch einen gewissen Graubereich nicht immer klar getroffen werden.
Trotzdem sind Definitionen wichtig. Denn sie schaffen ein allgemeines Verständnis sowie eine Vergleichbarkeit der betrachteten Subjekte. Gunter A. Pilz beschreibt es wie folgt: „Aber was versteht man unter rechts? Ich glaube, das heißt, dass eben zunehmend nationalistisch gedacht wird, dass zunehmend ein Ziel von Rechtsextremen ist. Also schlichtweg muss man sagen, all das, wofür der Sport in seinen Werten steht, in der umgekehrten Form. Das ist das, was den Rechtsruck letztendlich auszeichnet, also die Diskriminierung von anderen, die Behauptung, dass man mehr wert ist und dass man sich von anderen, Andersartigen absondern und distanzieren soll oder die möglichst gar nicht in den eigenen Reihen haben soll.“ Michelini, ebenfalls Sportsoziologe, sieht Rechtsextremismus als „das Gegenteil von Demokratie; antidemokratische Tendenzen verknüpft mit der Theorie der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit. Wichtig in der Definition ist aber auch, ob Gewalt eine Rolle spielt und der Organisationsgrad der Personen.“
Was ist Rechtsextremismus?
Der Begriff „Rechtsextremismus“ hat keine geschlossene Definition und kann in Deutschland verschiedene ideologische Ansichten von äußerst Rechten meinen. Sie werden geprägt von Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus sowie gewaltbereiter Fremdenfeindlichkeit, Antipluralismus, völkischer Ideologie, Verherrlichung des NS-Regimes und Relativierung bis zur Leugnung des Holocaust sowie Diffamierung des demokratischen Rechtsstaats. Eines allerdings eint alle Rechtsextremist*innen: Die Priorisierung ethnischer Zugehörigkeit und daraus resultierend die Ablehnung des Prinzips, dass alle Menschen gleich sind – was fundamental dem Grundgesetz widerspricht. Rechtsextremist*innen sind davon überzeugt, dass die Ethnie oder Nationalität den Wert einer Person bestimme. In der Regel ist eine rechtsextreme Weltansicht von einem autoritären Staatsverständnis geprägt. Dieses Verständnis geht oftmals mit einer Ablehnung der Gewaltenteilung der deutschen Demokratie einher. Als Ziel gilt die (gegebenenfalls gewaltsame) Errichtung eines autoritären oder totalitären Staatssystems auf der Grundlage rassistischen und nationalistischen Gedankenguts.
Quellen: Bundesamt für Verfassungsschutz, Bundeszentrale für politische Bildung, Bundeszentrale für politische Bildung
Was ist Rechtspopulismus?
Der Begriff „Rechtspopulismus“ kann als politische Strategie verstanden werden: Er vertritt autoritäre Ansichten und verbreitet und verstärkt rassistische Vorurteile. Der Rechtspopulismus zeichnet sich durch Tabubrüche, die Forderung nach radikalen Lösungen, den Hang zu Verschwörungstheorien und durch autoritäre Politikkonzepte aus. Bei Themen wie Familie, Ehe und Bildung werden meist konservative Positionen bezogen, während sozial- und wirtschaftspolitisch eher marktradikale und neoliberale Ansichten vertreten werden. Politikwissenschaftlich betrachtet besteht der Kern von Populismus aus der Erzählung des „einfachen Volkes“ oder „kleinen Mannes“ gegen „die da oben“. Im Gegensatz zu Rechtsextemist*innen stehen Rechtspopulist*innen vermeintlich treu zur Verfassung. Außerdem grenzen Rechtsextreme die Gruppe des „einfachen Volkes“ nicht nur nach „oben“ ab, sondern zusätzlich strikt nach außen gegenüber anderen religiösen oder ethnischen Gruppen. Die AfD wird in der Politikwissenschaft als rechtspopulistisch oder als nationalkonservativ mit Brücken hin zum Rechtsextremismus eingeordnet.
Was ist die politische Rechte?
Rechts bedeutet in der Politik nicht gleich rechtsextrem. Wer sich dem rechten Spektrum der deutschen Demokratie zuordnet, nennt sich oftmals „bürgerlich“ oder „konservativ“. Die sogenannte „politische Rechte“ bewegt sich im Gegensatz zum Rechtsextremismus im Rahmen der demokratischen, rechtsstaatlichen Grundordnung. Sie ist nicht nationalistisch. Sie ist jedoch durchaus patriotisch, heimatverbunden oder stolz auf Deutschland als Staat.
Quelle: Konrad Adenauer Stiftung
Was ist der Rechtsruck?
Der „Rechtsruck“ beschreibt die steigende Zustimmung für rechte Politik sowie die Zunahme des Einflusses rechtspopulistischer Parteien. Wahlerfolge rechter oder rechtsextremer Parteien zum Beispiel in Deutschland oder auch Frankreich und Italien zeigen einen Rechtsruck in der Gesellschaft auf.
Quellen: Die Zeit, Deutsche Welle, Deutschlandfunk
Was ist Neonazismus?
Unter „Neonazismus“ versteht man Gruppen oder Aktivitäten innerhalb des Rechtsextremismus. Neonazis bekennen sich zur Ideologie des historischen Nationalsozialismus (1920-1945) und richten ihre Aktivitäten nach diesem totalitären Vorbild aus. Das heißt: Sie lehnen eine demokratische Grundordnung ab und wollen diese durch eine Diktatur nach Vorbild des dritten Reiches ersetzen. Ihre Weltanschauung ist geprägt von Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus, die Ideologie reicht bis zur Leugnung des Holocausts. Nicht alle Rechtsextremist*innen teilen die nationalsozialistischen Ansichten der Neonazis, allerdings verlaufen die Grenzen im gesamten rechtsextremen Spektrum fließend. Ein Großteil der Neonazis organisiert sich eher in Vereinen oder Kameradschaften als in Parteien.
Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung , Bundesamt für Verfassungsschutz, Verfassungsschutz Baden-Württemberg
Der Begriff „Rechtsextremismus“ hat keine geschlossene Definition und kann in Deutschland verschiedene ideologische Ansichten von äußerst Rechten meinen. Sie werden geprägt von Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus sowie gewaltbereiter Fremdenfeindlichkeit, Antipluralismus, völkischer Ideologie, Verherrlichung des NS-Regimes und Relativierung bis zur Leugnung des Holocaust sowie Diffamierung des demokratischen Rechtsstaats. Eines allerdings eint alle Rechtsextremist*innen: Die Priorisierung ethnischer Zugehörigkeit und daraus resultierend die Ablehnung des Prinzips, dass alle Menschen gleich sind – was fundamental dem Grundgesetz widerspricht. Rechtsextremist*innen sind davon überzeugt, dass die Ethnie oder Nationalität den Wert einer Person bestimme. In der Regel ist eine rechtsextreme Weltansicht von einem autoritären Staatsverständnis geprägt. Dieses Verständnis geht oftmals mit einer Ablehnung der Gewaltenteilung der deutschen Demokratie einher. Als Ziel gilt die (gegebenenfalls gewaltsame) Errichtung eines autoritären oder totalitären Staatssystems auf der Grundlage rassistischen und nationalistischen Gedankenguts.
Quellen: Bundesamt für Verfassungsschutz, Bundeszentrale für politische Bildung, Bundeszentrale für politische Bildung
Der Begriff „Rechtspopulismus“ kann als politische Strategie verstanden werden: Er vertritt autoritäre Ansichten und verbreitet und verstärkt rassistische Vorurteile. Der Rechtspopulismus zeichnet sich durch Tabubrüche, die Forderung nach radikalen Lösungen, den Hang zu Verschwörungstheorien und durch autoritäre Politikkonzepte aus. Bei Themen wie Familie, Ehe und Bildung werden meist konservative Positionen bezogen, während sozial- und wirtschaftspolitisch eher marktradikale und neoliberale Ansichten vertreten werden. Politikwissenschaftlich betrachtet besteht der Kern von Populismus aus der Erzählung des „einfachen Volkes“ oder „kleinen Mannes“ gegen „die da oben“. Im Gegensatz zu Rechtsextemist*innen stehen Rechtspopulist*innen vermeintlich treu zur Verfassung. Außerdem grenzen Rechtsextreme die Gruppe des „einfachen Volkes“ nicht nur nach „oben“ ab, sondern zusätzlich strikt nach außen gegenüber anderen religiösen oder ethnischen Gruppen. Die AfD wird in der Politikwissenschaft als rechtspopulistisch oder als nationalkonservativ mit Brücken hin zum Rechtsextremismus eingeordnet.
Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung
Rechts bedeutet in der Politik nicht gleich rechtsextrem. Wer sich dem rechten Spektrum der deutschen Demokratie zuordnet, nennt sich oftmals „bürgerlich“ oder „konservativ“. Die sogenannte „politische Rechte“ bewegt sich im Gegensatz zum Rechtsextremismus im Rahmen der demokratischen, rechtsstaatlichen Grundordnung. Sie ist nicht nationalistisch. Sie ist jedoch durchaus patriotisch, heimatverbunden oder stolz auf Deutschland als Staat.
Quelle: Konrad Adenauer Stiftung
Der „Rechtsruck“ beschreibt die steigende Zustimmung für rechte Politik sowie die Zunahme des Einflusses rechtspopulistischer Parteien. Wahlerfolge rechter oder rechtsextremer Parteien zum Beispiel in Deutschland oder auch Frankreich und Italien zeigen einen Rechtsruck in der Gesellschaft auf.
Quellen: Die Zeit, Deutsche Welle, Deutschlandfunk
Unter „Neonazismus“ versteht man Gruppen oder Aktivitäten innerhalb des Rechtsextremismus. Neonazis bekennen sich zur Ideologie des historischen Nationalsozialismus (1920-1945) und richten ihre Aktivitäten nach diesem totalitären Vorbild aus. Das heißt: Sie lehnen eine demokratische Grundordnung ab und wollen diese durch eine Diktatur nach Vorbild des dritten Reiches ersetzen. Ihre Weltanschauung ist geprägt von Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus, die Ideologie reicht bis zur Leugnung des Holocausts. Nicht alle Rechtsextremist*innen teilen die nationalsozialistischen Ansichten der Neonazis, allerdings verlaufen die Grenzen im gesamten rechtsextremen Spektrum fließend. Ein Großteil der Neonazis organisiert sich eher in Vereinen oder Kameradschaften als in Parteien.
Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung , Bundesamt für Verfassungsschutz, Verfassungsschutz Baden-Württemberg
Dennoch erlebt sie im Fußball Diskriminierung. Nach ihrem Coming-out im Jahr 2022 wechselte sie in ihre aktuelle Mannschaft – vom Männer – in den Frauenfußball. In der Saison ihres Wechsels hatte der Deutsche Fußballbund DFB eine neue Regelung für trans*, intergeschlechtliche und nicht-binäre Personen im Amateurfußball eingeführt. Durch diese Regelung können sie selbst entscheiden, in welchem Team sie in der Übergangsphase spielen wollen.
Im ersten halben Jahr nach ihrem Coming-out spielte Leonie vorerst weiterhin in ihrer Männermannschaft, konnte dann aber unkompliziert in eine Frauenmannschaft wechseln. Ihr Verein musste bei der Ummeldung lediglich ein Kreuzchen anders setzen. Ihr neues Team nahm sie herzlich auf und integrierte sie von Anfang an. Transfeindlichkeit erfährt sie bei Spielen von den gegnerischen Teams: „Die Gegnerinnen sind oft skeptisch, und wenn wir Spiele gewinnen, heißt es dann manchmal automatisch, es wäre nur mein Verdienst gewesen. Je stärker meine Mannschaft performt, desto stärker ist die Diskriminierung, die ich erlebe. Ich habe nach Spielen auch schon mehrfach Drohnachrichten von Freunden der Spielerinnen über Social Media zugeschickt bekommen.“
Eine diskriminierende Handlung ist nicht automatisch gleichzusetzen mit einer rechtsextremen Gesinnung oder gar einem realen Rechtsruck. Menschen, die diskriminierendem Gedankengut in sich tragen oder äußern gehören nicht automatisch zum rechten oder rechtsextremen Spektrum. Allerdings sind menschenfeindliche oder gruppenbezogene Diskriminierung essentielle Punkte rechtsextremer Ideologie.
Verschiedene Formen von Diskriminierung
Diskriminierung
Bei Diskriminierung handelt es sich um ein bestimmtes Handeln, wodurch eine Person oder eine Gruppe aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Minderheit benachteiligt wird. Diese Benachteiligung kann sich in jeglichen Lebensbereichen zeigen, ob auf der Arbeit oder in der Schule, auf dem Wohnungsmarkt oder auch im Sport.
Rassismus
Der Begriff Rassismus beschreibt eine Ideologie, welche Menschen aufgrund äußerlicher Merkmale oder vermeintlicher bzw. tatsächlicher ethnischer Herkunft, Kultur, Abstammung oder Religion in vermeintliche „Rassen“ einteilt. Der Begriff „Rasse“, welcher diese Menschen durch die Bewertung von mehr- oder minderwertigen Merkmalen in eine Hierarchie einteilt, ist allerdings stark umstritten. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Formen von Rassismus. Unter anderem wird anti-Schwarzer, anti-muslimischer oder anti-asiatischer Rassismus unterschieden.
Rassistische Diskriminierung ist „jede auf der vermeintlichen ethnischen Herkunft, Rasse, Hautfarbe, Abstammung oder nationalen Ursprungs beruhende Unterscheidung, Ausschließung, Beschränkung oder Bevorzugung, die zum Ziel oder zur Folge hat, dass dadurch ein gleichberechtigtes Anerkennen, Genießen oder Ausüben von Menschenrechten und Grundfreiheiten im politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen oder jedem sonstigen Bereich des öffentlichen Lebens vereitelt oder beeinträchtigt wird“, so die UN-Anti-Rassismus-Konvention.
Von „Alltagsrassismus“ wird gesprochen, wenn es um häufige Beleidigungen oder Vorurteile auf rassistischer Basis geht. Oft geht es dabei um Merkmale der ethnischen Herkunft, wie Hautfarbe, Sprache oder Migrationshintergrund. Auch vermeintlich gut gemeinte Kommentare, wie „Sie sprechen aber gut Deutsch“ können das Gefühl der Abgrenzung vermitteln.
„Institutioneller“ Rassismus beschreibt hingegen rassistische Diskriminierung durch Institutionen der Gesellschaft wie beispielsweise die Polizei, Schulen oder Behörden. Dabei werden Regeln, Vorschriften, Normen oder Routinen zur Benachteiligung bestimmter Bevölkerungsgruppen festgelegt.
Unter „strukturellem“ Rassismus versteht man wiederum historisch und sozial gewachsene Machtverhältnisse, die gesellschaftliche Strukturen geprägt haben. Diese Machtverhältnisse führen unter anderem zu einer Unterrepräsentation von People of Colour in Politik, Verwaltung oder Wirtschaft.
Quellen: Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Tagesschau, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW
Antisemitismus
Antisemitismus als Begriff lässt sich nicht mit der naheliegenden Übersetzung „Judenhass“ gleichsetzen – in der Realität hat Antisemitismus nichts mit jüdischen Menschen, ihrem Glauben oder ihrem Verhalten zu tun. Unter Antisemitismus lässt sich eher eine bestimmte Wahrnehmung von Jüd*innen verstehen. „Wer sich über jüdische Menschen eine Meinung bildet, die von ihrem Judentum abgeleitet wird anstatt von ihrem konkreten, persönlichen Verhalten, handelt antisemitisch. (…) Antisemitismus fängt da an, wo aus der Gruppenzugehörigkeit Eigenschaften Einzelner abgeleitet werden und umgekehrt“, so steht es auf der Website des Bundesbeauftragten für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus.
Antisemitismus unterscheidet sich von anderen Diskriminierungsformen insofern, als dass das Feindbild nicht allein auf Fremdenhass, Rassismus und Abwertung basiert. Der antisemitische Stereotyp der Jüd*innen wird als überzivilisiert und übermächtig angesehen. Dadurch steht Antisemitismus oft im Zusammenhang mit Verschwörungstheorien, welche Jüd*innen als mächtige Akteure, die im Hintergrund die Fäden ziehen, zeichnen.
Quellen: Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW
Islamfeindlichkeit/Islamophobie/Antimuslimischer Rassismus
Islamfeindlichkeit drückt die Ablehnung gegenüber Personen aufgrund ihrer (tatsächlichen oder zugeschriebenen) Religionszugehörigkeit zum Islam aus. Alternative Begriffe hierfür sind auch Islamophobie oder anti-muslimischer Rassismus. Heutzutage werden gesellschaftliche Konflikte, wie die Entscheidung zum Tragen eines Kopftuch oder der Bau von Moscheen von rechtsextremen und rechtspopulistischen Akteuren für die eigene Propaganda genutzt. Islamfeindlichkeit geht ähnlich wie andere Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit von einer Minderwertigkeit und einem Negativbild des Islams aus.
Quellen: Bundesministerium des Inneren, Bundeszentrale für politische Bildung, Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW
Antiziganismus
Antiziganismus ist eine Form des Rassismus, welche sich gegen jene Personengruppe richtet, die von der Gesellschaft als sogenannte „Zigeuner*innen“ stigmatisiert werden, also Sinti, Manouches, Roma, Fahrende und Jenische. Antiziganistische Diskriminierung tritt sowohl in Form von Stigmatisierung als auch schlechter Behandlung im Alltag und teils tatsächlichen Übergriffen auf.
Quellen: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW
Ableismus
Ableismus ist die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung. Häufig werden diese auf jene Merkmale reduziert, welche sie vom vermeintlichen „Normalzustand“ unterscheiden. Ableismus zeigt sich nicht nur in Form von Abwertung und Stigmatisierung behinderter Menschen. Ihnen ist der Zugang zu öffentlichen Institutionen und baulicher Infrastruktur erschwert und im Alltag wird wenig Rücksicht auf ihre Perspektiven und Umstände genommen – das liegt oftmals an exkludierenden Strukturen, Regeln und Einstellungen.
Quellen: Aktion Mensch, Bundeszentrale für politische Bildung, Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW
Misogynie
Das Wort Misogynie bedeutet Frauenfeindlichkeit bzw. eine hasserfüllte Haltung gegenüber Frauen, meistens von Männern. Misogynie ist im Patriarchat die Idee, dass Frauen eine untergeordnete Rolle haben. Sie rechtfertigt patriarchale soziale Strukturen.
Quellen: Friedrich Ebert Stiftung, TU Dortmund, Gemeinsam gegen Sexismus, Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW
Sexismus
Sexismus ist die Diskriminierung, die sich auf die Geschlechtsidentität einer Person bezieht. Er spiegelt patriarchale Strukturen und Machtverhältnisse wider, indem Frauen als marginalisierte Gruppen gelten und alles Weibliche abgelehnt wird. Auch queere Menschen und Lebensweisen sind von Sexismus betroffen. Sexuelle Übergriffe wie Catcalling fallen ebenfalls unter sexistische Diskriminierung.
Quellen: Friedrich Ebert Stiftung, Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW
Queerfeindlichkeit
Queerfeindlichkeit beinhaltet als Diskriminierungsform jene Ausgrenzungen, die sich gegen queere Menschen richten. Heterosexualität bzw. heteronormative Ansichten gelten dabei als Normvorstellung und stigmatisieren Mitglieder der LGBTQIA+ (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer, Intersexual, Asexual) Community. Queerfeindlichkeit findet beispielsweise häufig in extrem rechten Ideologien oder fundamentalistisch religiösen Kreisen statt. Das lässt sich dadurch begründen, dass eine queere Identität häufig im direkten Kontrast zum konservativen, traditionellen und heteronormativen Familienmodell steht und dadurch Geschlechterrollen hinterfragt.
Quellen: Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e.V.
Homophobie/Homofeindlichkeit
Homofeindlichkeit ist die Ablehnung und Abwertung homosexueller Menschen und ihrer Lebensmodelle. Homosexualität galt lange Zeit als psychische Krankheit und wurde erst 1990 offiziell von der Weltgesundheits-Organisation WHO nicht mehr als solche eingestuft.
Das Wort „Phobie“ ist insofern irreführend, da es suggeriert, dass es sich bei der Ablehnung von homosexuellen Personen um eine Angststörung handle – dabei handelt es tatsächlich sich um eine menschenfeindliche Haltung.
Quellen: Geo, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Transphobie/Transfeindlichkeit
Transfeindlichkeit ist die Diskriminierung von trans*, inter und nicht-binären Personen.
Im Vergleich zu cisgender¹ Personen, erkranken transgender und genderdiverse² Menschen häufiger an psychischen Störungen. Außerdem sie häufiger suizidales Verhalten. Diese Diskrepanz könnte mit den gesellschaftlichen Vorurteilen und den negativen sozialen Erfahrungen, welche trans* Personen erleben, zusammenhängen. Das Wort „Phobie“ ist insofern irreführend, da es suggeriert, dass es sich bei der Ablehnung von trans* Personen um eine Angststörung handle – dabei handelt es tatsächlich sich um eine menschenfeindliche Haltung.
¹Personen, die sich mit dem bei der Geburt zugeteilten Geschlecht identifizieren
²Personen, die sich weder mit dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht identifizieren
Quellen: MDR, Deutsches Ärzteblatt, IG Kultur Österrich,
Deutschlandfunk
Klassismus
Klassismus ist eine abwertende Wahrnehmung oder Unterdrückung von Personen aufgrund ihrer tatsächlichen oder vermuteten sozialen Herkunft oder Position. Es handelt sich um eine Benachteiligung derjenigen, die unterprivilegiert sind. Dazu gehören unter anderem erwerbslose oder wohnungslose Menschen, Arbeiter*innen und ihre Kinder. Die Abweichungen vom gesellschaftlichen Standard – sei es im Bereich Sprache, Kleidung oder Musikgeschmack – werden als minderwertig wahrgenommen und stigmatisiert. Außerdem wird immer wieder das Klischeebild der faulen und arbeitsunwilligen Erwerbslosen verstärkt, auch von Seiten der Politik.
Quellen: Friedrich Ebert Stiftung, Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW
Bei Diskriminierung handelt es sich um ein bestimmtes Handeln, wodurch eine Person oder eine Gruppe aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Minderheit benachteiligt wird. Diese Benachteiligung kann sich in jeglichen Lebensbereichen zeigen, ob auf der Arbeit oder in der Schule, auf dem Wohnungsmarkt oder auch im Sport.
Quelle: Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Der Begriff Rassismus beschreibt eine Ideologie, welche Menschen aufgrund äußerlicher Merkmale oder vermeintlicher bzw. tatsächlicher ethnischer Herkunft, Kultur, Abstammung oder Religion in vermeintliche „Rassen“ einteilt. Der Begriff „Rasse“, welcher diese Menschen durch die Bewertung von mehr- oder minderwertigen Merkmalen in eine Hierarchie einteilt, ist allerdings stark umstritten. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Formen von Rassismus. Unter anderem wird anti-Schwarzer, anti-muslimischer oder anti-asiatischer Rassismus unterschieden.
Rassistische Diskriminierung ist „jede auf der vermeintlichen ethnischen Herkunft, Rasse, Hautfarbe, Abstammung oder nationalen Ursprungs beruhende Unterscheidung, Ausschließung, Beschränkung oder Bevorzugung, die zum Ziel oder zur Folge hat, dass dadurch ein gleichberechtigtes Anerkennen, Genießen oder Ausüben von Menschenrechten und Grundfreiheiten im politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen oder jedem sonstigen Bereich des öffentlichen Lebens vereitelt oder beeinträchtigt wird“, so die UN-Anti-Rassismus-Konvention.
Von „Alltagsrassismus“ wird gesprochen, wenn es um häufige Beleidigungen oder Vorurteile auf rassistischer Basis geht. Oft geht es dabei um Merkmale der ethnischen Herkunft, wie Hautfarbe, Sprache oder Migrationshintergrund. Auch vermeintlich gut gemeinte Kommentare, wie „Sie sprechen aber gut Deutsch“ können das Gefühl der Abgrenzung vermitteln.
„Institutioneller“ Rassismus beschreibt hingegen rassistische Diskriminierung durch Institutionen der Gesellschaft wie beispielsweise die Polizei, Schulen oder Behörden. Dabei werden Regeln, Vorschriften, Normen oder Routinen zur Benachteiligung bestimmter Bevölkerungsgruppen festgelegt.
Unter „strukturellem“ Rassismus versteht man wiederum historisch und sozial gewachsene Machtverhältnisse, die gesellschaftliche Strukturen geprägt haben. Diese Machtverhältnisse führen unter anderem zu einer Unterrepräsentation von People of Colour in Politik, Verwaltung oder Wirtschaft.
Quellen: Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Tagesschau, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW
Antisemitismus als Begriff lässt sich nicht mit der naheliegenden Übersetzung „Judenhass“ gleichsetzen – in der Realität hat Antisemitismus nichts mit jüdischen Menschen, ihrem Glauben oder ihrem Verhalten zu tun. Unter Antisemitismus lässt sich eher eine bestimmte Wahrnehmung von Jüd*innen verstehen. „Wer sich über jüdische Menschen eine Meinung bildet, die von ihrem Judentum abgeleitet wird anstatt von ihrem konkreten, persönlichen Verhalten, handelt antisemitisch. (…) Antisemitismus fängt da an, wo aus der Gruppenzugehörigkeit Eigenschaften Einzelner abgeleitet werden und umgekehrt“, so steht es auf der Website des Bundesbeauftragten für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus.
Antisemitismus unterscheidet sich von anderen Diskriminierungsformen insofern, als dass das Feindbild nicht allein auf Fremdenhass, Rassismus und Abwertung basiert. Der antisemitische Stereotyp der Jüd*innen wird als überzivilisiert und übermächtig angesehen. Dadurch steht Antisemitismus oft im Zusammenhang mit Verschwörungstheorien, welche Jüd*innen als mächtige Akteure, die im Hintergrund die Fäden ziehen, zeichnen.
Quellen: Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW
Islamfeindlichkeit drückt die Ablehnung gegenüber Personen aufgrund ihrer (tatsächlichen oder zugeschriebenen) Religionszugehörigkeit zum Islam aus. Alternative Begriffe hierfür sind auch Islamophobie oder anti-muslimischer Rassismus. Heutzutage werden gesellschaftliche Konflikte, wie die Entscheidung zum Tragen eines Kopftuch oder der Bau von Moscheen von rechtsextremen und rechtspopulistischen Akteuren für die eigene Propaganda genutzt. Islamfeindlichkeit geht ähnlich wie andere Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit von einer Minderwertigkeit und einem Negativbild des Islams aus.
Quellen: Bundesministerium des Inneren, Bundeszentrale für politische Bildung, Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW
Antiziganismus ist eine Form des Rassismus, welche sich gegen jene Personengruppe richtet, die von der Gesellschaft als sogenannte „Zigeuner*innen“ stigmatisiert werden, also Sinti, Manouches, Roma, Fahrende und Jenische. Antiziganistische Diskriminierung tritt sowohl in Form von Stigmatisierung als auch schlechter Behandlung im Alltag und teils tatsächlichen Übergriffen auf.
Quellen: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW
Ableismus ist die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung. Häufig werden diese auf jene Merkmale reduziert, welche sie vom vermeintlichen „Normalzustand“ unterscheiden. Ableismus zeigt sich nicht nur in Form von Abwertung und Stigmatisierung behinderter Menschen. Ihnen ist der Zugang zu öffentlichen Institutionen und baulicher Infrastruktur erschwert und im Alltag wird wenig Rücksicht auf ihre Perspektiven und Umstände genommen – das liegt oftmals an exkludierenden Strukturen, Regeln und Einstellungen.
Quellen: Aktion Mensch, Bundeszentrale für politische Bildung, Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW
Das Wort Misogynie bedeutet Frauenfeindlichkeit bzw. eine hasserfüllte Haltung gegenüber Frauen, meistens von Männern. Misogynie ist im Patriarchat die Idee, dass Frauen eine untergeordnete Rolle haben. Sie rechtfertigt patriarchale soziale Strukturen.
Quellen: Friedrich Ebert Stiftung, TU Dortmund, Gemeinsam gegen Sexismus, Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW
Sexismus ist die Diskriminierung, die sich auf die Geschlechtsidentität einer Person bezieht. Er spiegelt patriarchale Strukturen und Machtverhältnisse wider, indem Frauen als marginalisierte Gruppen gelten und alles Weibliche abgelehnt wird. Auch queere Menschen und Lebensweisen sind von Sexismus betroffen. Sexuelle Übergriffe wie Catcalling fallen ebenfalls unter sexistische Diskriminierung.
Quellen: Friedrich Ebert Stiftung, Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW
Queerfeindlichkeit beinhaltet als Diskriminierungsform jene Ausgrenzungen, die sich gegen queere Menschen richten. Heterosexualität bzw. heteronormative Ansichten gelten dabei als Normvorstellung und stigmatisieren Mitglieder der LGBTQIA+ (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer, Intersexual, Asexual) Community. Queerfeindlichkeit findet beispielsweise häufig in extrem rechten Ideologien oder fundamentalistisch religiösen Kreisen statt. Das lässt sich dadurch begründen, dass eine queere Identität häufig im direkten Kontrast zum konservativen, traditionellen und heteronormativen Familienmodell steht und dadurch Geschlechterrollen hinterfragt.
Quellen: Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e.V.
Homofeindlichkeit ist die Ablehnung und Abwertung homosexueller Menschen und ihrer Lebensmodelle. Homosexualität galt lange Zeit als psychische Krankheit und wurde erst 1990 offiziell von der Weltgesundheits-Organisation WHO nicht mehr als solche eingestuft.
Das Wort „Phobie“ ist insofern irreführend, da es suggeriert, dass es sich bei der Ablehnung von homosexuellen Personen um eine Angststörung handle – dabei handelt es tatsächlich sich um eine menschenfeindliche Haltung.
Quellen: Geo, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Transfeindlichkeit ist die Diskriminierung von trans*, inter und nicht-binären Personen.
Im Vergleich zu cisgender¹ Personen, erkranken transgender und genderdiverse² Menschen häufiger an psychischen Störungen. Außerdem sie häufiger suizidales Verhalten. Diese Diskrepanz könnte mit den gesellschaftlichen Vorurteilen und den negativen sozialen Erfahrungen, welche trans* Personen erleben, zusammenhängen. Das Wort „Phobie“ ist insofern irreführend, da es suggeriert, dass es sich bei der Ablehnung von trans* Personen um eine Angststörung handle – dabei handelt es tatsächlich sich um eine menschenfeindliche Haltung.
¹Personen, die sich mit dem bei der Geburt zugeteilten Geschlecht identifizieren
²Personen, die sich weder mit dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht identifizieren
Quellen: MDR, Deutsches Ärzteblatt, IG Kultur Österrich,
Deutschlandfunk
Klassismus ist eine abwertende Wahrnehmung oder Unterdrückung von Personen aufgrund ihrer tatsächlichen oder vermuteten sozialen Herkunft oder Position. Es handelt sich um eine Benachteiligung derjenigen, die unterprivilegiert sind. Dazu gehören unter anderem erwerbslose oder wohnungslose Menschen, Arbeiter*innen und ihre Kinder. Die Abweichungen vom gesellschaftlichen Standard – sei es im Bereich Sprache, Kleidung oder Musikgeschmack – werden als minderwertig wahrgenommen und stigmatisiert. Außerdem wird immer wieder das Klischeebild der faulen und arbeitsunwilligen Erwerbslosen verstärkt, auch von Seiten der Politik.
Quellen: Friedrich Ebert Stiftung, Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW





„Dann treten wir nicht gegen euch an“
Der SK Bochum 11 erregte in der Vergangenheit mehrfach – unter anderem in der lokalen wie überregionalen Presse – mediale Aufmerksamkeit. Insbesondere ein Vorfall vor dem Kreisligaspiel gegen den Werner SV (kurz: WSV) im Herbst 2024 machte Schlagzeilen.
Das ist passiert
Nachdem der SK Bochum den Fall öffentlich machte und auch Medien darüber berichteten, veröffentlichte der WSV zunächst ein Statement, in dem es hieß: „Wir glauben, dass die individuellen Lebensumstände der Mitglieder keinen Einfluss auf ihre Fähigkeiten und ihren Einsatz im Verein haben sollten. Solange jeder die Werte des Respekts, der Teamarbeit und des Fair Play beachtet, sehen wir keinen Grund, das private Leben in die sportliche Bewertung einfließen zu lassen. (…) Das persönliche Leben sollte respektiert werden, während wir gemeinsam für sportliche Erfolge arbeiten. In diesem Sinne setzen wir uns für ein harmonisches Miteinander ein, in dem jeder Spieler und jede Spielerin die Chance hat, sich voll und ganz auf den Fußball zu konzentrieren, ohne dass persönliche Aspekte in den Vordergrund treten.“
Das Statement sorgte für viel Kritik, mehrere Bochumer Vereine hielten es wie der SK Bochum und sagten ihre Spiele gegen den Werner SV ab. Einige Wochen nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe meldete sich der Spieler selbst beim Werner SV ab, bevor der Verein ihn rauswerfen konnte. Zudem veröffentlichte der Club ein zweites Statement, in dem er die erste Veröffentlichung bedauerte: „Die erste Stellungnahme wurde abgegeben, ohne dass sie vom Vorstand gelesen und genehmigt wurde. Arbeits- und urlaubsbedingt war der Vorstand nicht schnell genug, um der Bitte einer zügigen Stellungnahme zu den Posts des Spielers nachzukommen. Dies bedauern wir sehr. Wir, der WSV Bochum 06, distanzieren uns ganz klar gegen Rechtsextremismus jeglicher Art. Extremismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeiten haben bei uns im Verein nichts zu suchen.“
Auch der Spieler äußerte sich gegenüber der WAZ und bat schriftlich um Entschuldigung. Seine Äußerungen hätten für Missverständnisse gesorgt und er sei weder dem linken noch dem rechten Spektrum zuzuordnen.
Nachdem der SK Bochum den Fall öffentlich machte und auch Medien darüber berichteten, veröffentlichte der WSV zunächst ein Statement, in dem es hieß: „Wir glauben, dass die individuellen Lebensumstände der Mitglieder keinen Einfluss auf ihre Fähigkeiten und ihren Einsatz im Verein haben sollten. Solange jeder die Werte des Respekts, der Teamarbeit und des Fair Play beachtet, sehen wir keinen Grund, das private Leben in die sportliche Bewertung einfließen zu lassen. (…) Das persönliche Leben sollte respektiert werden, während wir gemeinsam für sportliche Erfolge arbeiten. In diesem Sinne setzen wir uns für ein harmonisches Miteinander ein, in dem jeder Spieler und jede Spielerin die Chance hat, sich voll und ganz auf den Fußball zu konzentrieren, ohne dass persönliche Aspekte in den Vordergrund treten.“
Das Statement sorgte für viel Kritik, mehrere Bochumer Vereine hielten es wie der SK Bochum und sagten ihre Spiele gegen den Werner SV ab. Einige Wochen nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe meldete sich der Spieler selbst beim Werner SV ab, bevor der Verein ihn rauswerfen konnte. Zudem veröffentlichte der Club ein zweites Statement, in dem er die erste Veröffentlichung bedauerte: „Die erste Stellungnahme wurde abgegeben, ohne dass sie vom Vorstand gelesen und genehmigt wurde. Arbeits- und urlaubsbedingt war der Vorstand nicht schnell genug, um der Bitte einer zügigen Stellungnahme zu den Posts des Spielers nachzukommen. Dies bedauern wir sehr. Wir, der WSV Bochum 06, distanzieren uns ganz klar gegen Rechtsextremismus jeglicher Art. Extremismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeiten haben bei uns im Verein nichts zu suchen.“
Auch der Spieler äußerte sich gegenüber der WAZ und bat schriftlich um Entschuldigung. Seine Äußerungen hätten für Missverständnisse gesorgt und er sei weder dem linken noch dem rechten Spektrum zuzuordnen.
Deutschland im Rechtsruck – keine Ausnahme bei Sportvereinen?
29,3 Millionen – das ist die Anzahl an Mitgliedschaften in deutschen Sportvereinen. Vereinssport ist ein Massenphänomen, daher ist es unvermeidlich, dass auch hier gesellschaftliche Konfliktlinien und Entwicklungen sichtbar werden. Der Sport sei nicht immun, dass solche gesellschaftlichen Entwicklungen auch ihn betreffen, so der Sportsoziologe Michelini. Doch festzustellen, ob und wenn ja, wie sich der gesellschaftliche Rechtsruck auf den organisierten Sport auswirkt, ist in Gänze kaum möglich. Ein Großteil der für diese Recherche befragten Personen berichtet, sie würden rechte Einstellung vermehrt im Sport wahrnehmen und erleben. Doch trotz dieses Gefühls ist es schwer, einzelne Diskriminierungs-Vorfälle oder Konflikte mit Personen rechter Parteien einfach zu addieren, um einen Rechtsruck in Sportvereinen zu attestieren. Ein Anstieg an Einzelfällen kann ein Hinweis sein, aber ist nicht direkt der Beweis für eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung.
Dass sich gesellschaftliche Entwicklungen aber auch in den Vereinen widerspiegeln können, ist für Gunter A. Pilz logisch: „Wenn die AfD als demokratische Partei im Bundestag die tollsten Dinge von sich geben kann, wird ja deutlich, dass man sich gar nicht vor sowas ducken muss. Und dann wird natürlich auch in den Vereinen dieses Gedankengut wieder sehr viel offener, offensiver und selbstbewusster von denen, die davon überzeugt sind, verbreitet.“ In einer Studie des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp) mit dem Titel „Rechtsextremismus im Sport“ wurden der DOSB und seine Mitgliedsorganisationen befragt, welche Arten rechter Aktivitäten sie im Sport vorfinden. Unter den Organisationen, die geantwortet haben, meldeten die meisten Vorfälle im Bereich „Gewalt/Diskriminierung/Rechtsextremismus“, danach „Rechte Akteur*innen im Ehrenamt“ und „Rechte Sportler*innen“. „Rechte Vereine/Vereinsgründung“ gab es hingegen nur vereinzelt.
Marij Duhra ist Vorsitzende des Internationalen Fußball-Club Rostock e.V., kurz IFC Rostock, ein Mehrspartenverein, der basisdemokratische Strukturen lebt und sich neben dem Sport sozial, kulturell und politisch engagiert. Auf seiner Website schreibt der Verein: „Wir stehen für ein solidarisches Miteinander und versuchen einen diskriminierungsfreien Raum zu schaffen, in dem jede*r Sport machen oder seine Freizeit verbringen kann, ohne Konkurrenz, Druck, Vorurteile und unabhängig vom Leistungsgedanken. Wir verstehen uns als Antifaschist*innen und dulden keine diskriminierenden und menschenverachtenden Äußerungen oder Handlungen. Rassismus, Sexismus, Homophobie und sonstige reaktionäre Einstellungen werden sanktioniert und können zum Ausschluss aus dem Verein führen. (…) Ein anderer Sport ist möglich.“
Duhra erlebt im sportlichen Alltag immer wieder grenzüberschreitende oder diskriminierende Vorfälle: „Bei uns in der ersten Männermannschaft sind mehrere Männer, die sprechen nur Französisch, und mir wird immer gesagt, die kriegen das mit dem Rassismus nicht so mit. Ich glaube schon, dass die das wahrnehmen. An oder nach den Spieltagen, besonders beim Fußball, wenden sich Betroffene dann an den Vorstand. Das sind häufig dann einfach nur Frauen, die schlechte Erfahrungen machen, einfach weil Fußball, gerade der Dorffußball in dem wir uns bewegen, sehr, sehr abwertend und nicht einladend für Frauen ist. Ich gehe da mittlerweile auch nicht mehr hin. Nicht, weil ich nicht weiß, wie ich mich da selber rechtfertigen oder wehren kann und will, sondern weil es mir um meine Energie am Wochenende einfach irgendwie ein bisschen zu schade ist. Man muss halt damit rechnen, dass irgendein betrunkener 60-plus-Bierbauch-Typ einem irgendwie seine Meinung reindrückt.“
Eine Sportlerin, die ihren Sport nicht mehr anschauen will, weil sie keine Lust auf potenzielle Diskriminierung hat. Das ist nicht, was der Sport erreichen will. Wenn sich Vorkommnisse dieser Art häufen und es nicht „nur“ bei unangebrachten Sprüchen am Spielfeldrand bleibt, kann das Auswirkungen auf die Vereine haben. Das wird auch in der Sportsoziologie beobachtet, bestätigt Enrico Michelini: „Wenn Menschen mit rechtem oder rechtsextremem Gedankengut in einem Sportverein sind, kann sich auch die Grundstimmung in einem Verein verändern.“
Eine Kultur des Schweigens
Michael Neumann vom LSB NRW beobachtet in seinem Arbeitsalltag, dass Vereine kontroverse politische Themen wie das des gesellschaftlichen Rechtsrucks eher meiden: „In vielen Köpfen, auch bei Verantwortungsträgern in den Vereinen, hat das Thema keine hohe Priorität. Man vermeidet es lieber sich damit zu beschäftigen, weil man Konflikte innerhalb des eigenen Vereins oder Organisation fürchtet. Dann hält man sich eher zurück, um Probleme zu vermeiden.“ Auch Michael Kuhlmann teilt diese Beobachtung. Er ist Jugendleiter beim Fußballverein Schwarz-Weiß Eikeloh und der Spielgemeinschaft Erwitte 2000. Beide Orte liegen in Ostwestfalen-Lippe zwischen Soest und Lippstadt: „Ich glaube, dass die Leute das Gefühl haben, dass sie wieder mehr diskriminierende oder rechtsradikale Dinge von sich geben können, liegt daran, dass ihnen nicht oft genug widersprochen wird. Ich glaube, es wird sich viel zu viel weggeduckt. Viel zu viele Leute scheuen Konfrontationen und möchten nicht in die Konfrontation gehen, möchten den anderen Leuten nicht widersprechen.“
Die Vereine ignorieren rechtsextreme Vorfälle und das Thema des Rechtsrucks eher, als sie aktiv zu bearbeiten. Auf der anderen Seite ist es für Vereine nicht unkompliziert, sich diesem Thema zu widmen: In Deutschland gibt es keine zentrale Meldestelle für politischen Extremismus und Diskriminierung im Sport. Einzelne Bundesländer, Fachverbände oder Landessportbünde haben Hinweisstellen eingerichtet und erheben Fallzahlen. Eine bundesweite, sportartenübergreifende Statistik gibt es jedoch nicht – und somit auch keinen Anlaufpunkt, der allen Vereinen bekannt ist und eine sichere Meldestelle darstellt.
Vermutlich gibt eine Reihe an Gründen, warum Vereine Angebote wie dieses nicht wahrnehmen – sei es Unwissen, Angst vor Konsequenzen, Zeitmangel. Diese und weitere Gründe schaut sich diese Recherche im späteren Verlauf nochmal genauer an.
Unterwandern rechte Akteure die Sportvereine?
Ein Beispiel: Wählen in einem Ort 20 Prozent der Menschen die AfD, entspricht es einer gewissen statistischen Logik, dass in den Sportvereinen des Ortes ein ähnlicher Anteil der Menschen diese politische Einstellung teilt. Daher stellt sich die Frage: Nutzen Rechte möglicherweise Sportvereine als Ort, um ihre Ideen zu verbreiten? Und wenn ja: Wie genau passiert das?
Sportvereine im NS-Regime
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 begannen deutsche Sportvereine mit dem Ausschluss jüdischer Mitglieder. Der sogenannte „Arier-Paragraph“ sollte dafür sorgen, Jüd*innen aus dem gesellschaftlichen Leben zu verdrängen – das betraf dementsprechend auch Sportvereine. Statt von „Sport“, wurde im Nationalsozialismus von „Leibeserziehung“ gesprochen. Das oberste Ziel dessen: Kriegstüchtigkeit und eine produktive Volkswirtschaft. Der Fokus lag dabei auf dem „Volkskörper“ – der kollektiven Fitness der Gesellschaft, zu welcher jede*r Deutsche beitragen sollte. Individualsport hatte keine große Relevanz. Es ging darum, eine kriegstüchtige Jugend zu erziehen. Beim Sport (ob in der Schule oder der Hitlerjugend) wurde soldatisches und militärisches Verhalten vermittelt. Insbesondere das Boxen wurde von den Nazis gefördert – für ältere Jungen war das Boxen im Schulunterricht verpflichtend.
Die Sportvereine wurden im Deutschen Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen zusammengefasst und organisatorisch gleichgeschaltet. Die Jugendabteilungen der Vereine wurden aufgelöst und der Jugendsport in die Hitlerjugend eingegliedert. Zudem mussten die Vereine das sogenannte Führerprinzip einführen und einen Führer, meist Mitglied einer Organisation des NS, in ihrem Verein bestimmen, der allein als Vorstand Entscheidungen traf. Größere Widerstandsbewegungen gegen das NS-Regime gab es in den deutschen Sportvereinen nicht.
Quellen: Deutsche Welle, Deutschlandfunk, Die Zeit, Deutscher Olympischer Sportbund
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 begannen deutsche Sportvereine mit dem Ausschluss jüdischer Mitglieder. Der sogenannte „Arier-Paragraph“ sollte dafür sorgen, Jüd*innen aus dem gesellschaftlichen Leben zu verdrängen – das betraf dementsprechend auch Sportvereine. Statt von „Sport“, wurde im Nationalsozialismus von „Leibeserziehung“ gesprochen. Das oberste Ziel dessen: Kriegstüchtigkeit und eine produktive Volkswirtschaft. Der Fokus lag dabei auf dem „Volkskörper“ – der kollektiven Fitness der Gesellschaft, zu welcher jede*r Deutsche beitragen sollte. Individualsport hatte keine große Relevanz. Es ging darum, eine kriegstüchtige Jugend zu erziehen. Beim Sport (ob in der Schule oder der Hitlerjugend) wurde soldatisches und militärisches Verhalten vermittelt. Insbesondere das Boxen wurde von den Nazis gefördert – für ältere Jungen war das Boxen im Schulunterricht verpflichtend.
Die Sportvereine wurden im Deutschen Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen zusammengefasst und organisatorisch gleichgeschaltet. Die Jugendabteilungen der Vereine wurden aufgelöst und der Jugendsport in die Hitlerjugend eingegliedert. Zudem mussten die Vereine das sogenannte Führerprinzip einführen und einen Führer, meist Mitglied einer Organisation des NS, in ihrem Verein bestimmen, der allein als Vorstand Entscheidungen traf. Größere Widerstandsbewegungen gegen das NS-Regime gab es in den deutschen Sportvereinen nicht.
Quellen: Deutsche Welle, Deutschlandfunk, Die Zeit, Deutscher Olympischer Sportbund
Die Studie „Rechtsextremismus im Sport“ fasst die möglichen Einflussformen folgendermaßen zusammen: „Hierzu gehören sowohl Diskriminierungen und Ausschlüsse einzelner Sporttreibender sowie Gewalt gegen sie, Aktivitäten extrem rechter Sponsoren, Vereinsgründungen, fundamentale Opposition zu Integrationsprojekten der Landessportbünde, Nutzung von Sporträumen als Infrastruktur für extrem rechte Veranstaltungen als auch ehrenamtliche Trainer-Tätigkeiten extrem rechter Parteifunktionäre, die den Sport als Raum für politische Agitation nutzen. Durch Letzteres werden das demokratische Gemeinwesen sowie das Kindeswohl in den betroffenen Vereinen gefährdet.“
Allerdings, so Michael Neumann vom LSB NRW, sei die Nutzung bestehender Vereinsstrukturen zur Verbreitung eigener Weltsichten bisher kein strukturelles, sich häufendes Phänomen: „Mein Eindruck ist, dass es zumindest in NRW bislang keine systematische Unterwanderung von Sportvereinen gibt. Wenn ich allerdings mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Regionen spreche (z.B. den ostdeutschen Bundesländern), höre ich von ganz anderen Entwicklungen. Hier bei uns erlebe ich eher, dass viele Vereine eine klare Haltung dagegen haben, sich aber oft hilflos fühlen, wie sie konkret Haltung zeigen können. Insgesamt sehe ich in NRW noch eine gewisse Widerstandskraft, auch wenn unklar ist, wie lange das so bleibt.“ Der LSB Sachsen schreibt auf Anfrage, es könne anhand der eigenen Projektarbeit keine Aussage darüber getroffen werden, ob rechte Akteure aktiv Sportvereine unterwandern. Der LSB Thüringen schreibt auf die Frage: „Wir nehmen wahr, dass Vereine in vielerlei Hinsicht attraktiv sind für extrem rechte Akteure, da diese hier ihre Zielstellungen wie u.a. die Normalisierung extrem rechter Einstellungen verfolgen.“
Sind Sportvereine kein Safe Space mehr?
Doch wie wirkt sich die Zunahme von rechtem Gedankengut auf den Sport aus? Ein Aspekt sind Diskriminierungsvorfälle. So etwas hat Husainatou erlebt und erlebt es noch heute: Die 24-Jährige spielt im Ruhrgebiet Fußball und wird seit ihrer Jugend mit Rassismus konfrontiert: „In meiner einen Jugendmannschaft hab ich super viel Rassismus erfahren und das lag eigentlich auch daran, dass wir zu neunzig Prozent Mädchen mit Migrationshintergrund waren. Wir wurden dann von vorneherein schon abgestempelt.“
Rassistische Erfahrungen liegen für Housainatou jedoch nicht nur in der Vergangenheit – auch heute erlebt sie derartige Diskriminierung: „Es waren immer wieder so Mikroaggressionen, ich wurde dann zum Beispiel andauernd gefragt, welche afrikanischen Sprachen ich sprechen würde oder es wurde mir in die Haare gefasst. Einmal hat eine Spielerin darauf bestanden, dass ich mir die Lippen gemacht haben muss, weil die so, wie sie sind, nicht natürlich sein könnten.“
Selbst von Mitspielerinnen kommen diskriminierende Kommentare: „Ich erlebe schon viel Rassismus oder Mikroaggressionen durch Mitspielerinnen. Da heißt es dann, wir seien doch gut befreundet, wir würden uns gut kennen, da könne man doch mal den einen oder anderen Spruch droppen. Das wird dann hinter schwarzem Humor versteckt und mir wird dann quasi vorgeschrieben, dass ich das ja auch lustig finden muss.“
Der Begriff Mikroaggression
Der Begriff „Mikroaggression“ beschreibt kleine, subtile Handlungen, Äußerungen oder Gesten – genauer Demütigungen und Herabsetzungen -, die in der Regel marginalisierte Gruppen treffen. Dabei ist es nicht entscheidend, ob diese absichtlich oder unabsichtlich geäußert werden. Durch ihr alltägliches, häufiges Auftreten können sie bei den Betroffenen in Summe dafür sorgen, dass sie sich nicht zugehörig fühlen.
Quellen: Spektrum, Universität zu Köln
Der Begriff „Mikroaggression“ beschreibt kleine, subtile Handlungen, Äußerungen oder Gesten – genauer Demütigungen und Herabsetzungen -, die in der Regel marginalisierte Gruppen treffen. Dabei ist es nicht entscheidend, ob diese absichtlich oder unabsichtlich geäußert werden. Durch ihr alltägliches, häufiges Auftreten können sie bei den Betroffenen in Summe dafür sorgen, dass sie sich nicht zugehörig fühlen.
Quellen: Spektrum, Universität zu Köln
Dass es rassistische, antisemitische, ableistische oder sexistische Diskriminierung im Sport gibt, steht außer Frage. Aufgrund fehlender Zahlen ist schwer zu sagen, inwiefern sich die Anzahl von Diskriminierungsvorfällen bundesweit und sportartenübergreifend entwickelt hat.
Konkrete Zahlen gibt es also nicht, an denen man einen Anstieg oder Rückgang von Diskriminierungsvorfällen in Sportvereinen messen könnte. Um trotzdem einen Eindruck über die aktuelle Situation zu bekommen, hat KURT die Gesprächspartner für diese Recherche nach subjektiven Einschätzungen gefragt. Teilweise gibt es ähnliche Beobachtungen, doch an einigen Stellen gehen die Wahrnehmungen auseinander.
❝Inwiefern man diskriminierende, rassistische, sexistische Aussagen oder so mehr hört als vor einigen Jahren, kann ich nicht genau sagen. Aus dem Bauch heraus würde ich aber behaupten, dass es zum einen einem selbst vielleicht mehr auffällt, weil man irgendwie dafür sensibler geworden ist. Das Ausschlaggebende ist einfach, dass Leute weniger Scham haben, Sachen zu sagen, die vielleicht vor einigen Jahren noch eher undenkbar gewesen wären. Ich glaube, dass eine abwertende Haltung oder Sachen, die als migrationskritisch gelabeled werden, aber eher fremdenfeindlich sind, durchaus auch im Amateursport zentral gekommen sind. Viele Leute haben weniger Sorgen, sich fremdenfeindlich zu äußern, als es noch vor einiger Zeit der Fall war.❞
Joris, Fußballer
❝Ich merke definitiv, dass die Diskriminierung steigt. Die Menschen sind nicht mehr so wortkarg, die haben nicht mehr Angst, ihren Hass öffentlich zu verbreiten, sowohl gegen Trans-Menschen als auch gegen andere Minderheiten. Oft kommt die Diskriminierung dann auch nicht aus den Mannschaften selbst, sondern viel auch von den Zuschauern. Gleichzeitig ist Transphobie im Fußball nicht unbedingt ein alltägliches Thema, weil es sehr wenige Trans-Menschen im Sport gibt, weil es eine Minderheit ist und weil sich viele Trans-Menschen auch aus dem Sport zurückziehen.❞
Leonie Pichler, Fußballerin
❝Wir haben keine belastbaren Analysedaten und wissen nicht genau, wie oft solche Vorfälle tatsächlich auftreten. Klar ist aber: Die Zahl dürfte sehr hoch sein, vor allem die Dunkelziffer. Feststellen lässt sich außerdem, dass die Täter in den meisten Fällen Männer sind.❞
Michael Neumann, Landessportbund NRW
❝Im Fußball tauscht man auch nicht nur Nettigkeiten aus. Das gehört auch dazu, dass man sich gegenseitig beschimpft. Aber ich glaube, das soll alles im Rahmen bleiben. Nach dem Spiel muss man sich auch die Hand geben, ein Bierchen trinken oder eine Cola. Und dann soll das auch alles vergessen sein. Aber es hat sich was geändert, was man so mitbekommt vom Sprechen und vom Tun und Handeln in der Gesellschaft. Klar ist es im Fußball auch schon ein bisschen anders geworden, aber ich glaube nicht so schlimm, dass man angst und bange werden müsste. Aber ein bisschen habe ich schon das Gefühl, dass es in die verkehrte Richtung geht.❞
Marc Polder, Fußballtrainer
❝Ich glaube, die Sprache ist reflektierter geworden. Vor zehn Jahren oder so war es noch eher angebracht zu sagen: ‚Ey, was ist das denn für ein schwuler Pass‘, womit ganz klar gegen Schwule geschossen wurde. Das nehme ich so nicht mehr wahr, vielleicht liegt es aber auch an dem Kosmos, in dem ich unterwegs bin.❞
Marvin Hoffmann, Handballer
❝Die Fälle steigen eindeutig, das kann ich nur bejahen. Auch im Jugendfußball bekomme ich das mit. Es ist kein Einzelfall, dass es zu rechten, radikalen Äußerungen kommt, auch auf den Sportplätzen, nicht unbedingt gegen Spieler, sondern untereinander oder dass da insgesamt die Haltung leider vielfach in diese Richtung geht und dass das toleriert wird bzw. nicht widersprochen wird an ganz vielen Stellen. Das sehe ich und das macht mir auch Sorgen, muss ich sagen.❞
Michael Kuhlmann, Jugendvorstand Fußball
❝Ich glaube nicht, dass das (Anm. d. Red.: Diskriminierungsvorfälle) zugenommen hat, ich glaube eher, dass die Aufmerksamkeit und die Sensibilisierung eine ganz andere ist. Und deswegen werden solche – ich nenne es Vorfälle – ganz anders wahrgenommen und jetzt auch in dem Bereich einsortiert und eingestuft. Das mag vor 20 Jahren ganz exakt dasselbe gewesen sein. Da war es noch vollkommen okay, jemanden so zu betiteln. Also eigentlich auch nicht, aber aus heutiger Sicht wäre es halt an der Stelle, auf jeden Fall ein Vorfall, und deshalb glaube ich nicht, dass es mehr geworden ist, sondern dass es jetzt wahrgenommen wird.❞
Christian Podszuk, StadtSportBund Dortmund
Der Sportsoziologe Enrico Michelini beobachtet das, was einige der Gesprächspartner für diese Recherche schildern: „Ein Teil der Aussagen, die vor 15 oder 20 Jahren unvorstellbar waren, sind jetzt salonfähig geworden. Zudem werden mehr Fälle medial aufbereitet oder gemeldet, aber ich glaube es gibt noch viel mehr Fälle, weil die Dunkelziffern enorm sind.“
Ob nun gewisse Beleidigungen und diskriminierende Aussagen tatsächlich mehr gesellschaftliche Akzeptanz erfahren, oder, wie es Marvin Hoffmann beschreibt, gewisse Formulierungen eigentlich aufgrund von einer höheren Sensibilität der Menschen nicht mehr verwendet werden, lässt sich nicht abschließend klären.
Wenn Engagement auf sportlichen Wettbewerb trifft
Das ist passiert
Marc Polder ist Fußballtrainer der Spielgemeinschaft (SG) SW Eikeloh/FCA Bökenförde aus dem Kreis Lippstadt. Beim Kreisliga-C-Spiel seiner Mannschaft am 07.09.2025 bei der zweiten Mannschaft des SC Lippstadt ergab sich die Konfliktsituation, die er im Video andeutet. In der Schlussphase des Spiels soll ein Spieler der SG von einem Gegenspieler rassistisch beleidigt worden sein. Da es derartige Beleidigungen schon in den Wochen zuvor in anderen Spielen gegeben haben soll, hatte die Mannschaft intern beschlossen, bei einem erneuten Vorfall den Platz zu verlassen. Genau das taten sie auch im Spiel Anfang September 2025. Der SC Lippstadt ließ eine Anfrage zu den Vorfällen unbeantwortet.
Trotz des mutmaßlichen Rassismus-Vorfalls wurde das Spiel mit 2:0 gegen die SG Eikeloh/Bökenförde gewertet. Die Mannschaft verpasste durch die Entscheidung, ein Zeichen zu setzen, wichtige Punkte im Kampf um den Aufstieg. Das Sportgericht begründete die Entscheidung damit, dass der Schiedsrichter die Partie hätte abbrechen müssen und nicht die Mannschaft aus eigener Entscheidung den Platz verlassen dürfe.
Am 15.03.2026 trafen die beiden Mannschaften erneut aufeinander. Der Spieler, der im Hinrunden-Spiel die rassistische Beleidigung geäußert haben soll, habe nach seiner Einwechslung abermals den Spieler, den er schon im September beleidigt habe, provoziert, so der Vorstand von SW Eikeloh: „Laut Aussage der Mitspieler provozierte er auf dem Platz sowohl verbal als auch durch mehrfache Foulspiele. In der 69. Minute wurde er aufgrund einer erneuten verbalen Provokation und eines rüden Foulspiels mit der roten Karte vom Platz gestellt.“ Anschließend seien die Trainer beider Mannschaften aufs Feld gelaufen und hätten aufgrund ihrer Diskussion mit dem Schiedsrichter beide die Rote Karte gesehen. Eikeloh betont: „Eindeutig rassistische Beleidigungen konnte in diesem Spiel keiner hören. Allerdings war das Verhalten des Spielers vom SC Lippstadt eindeutig so einzuschätzen, da er jederzeit seine Verachtung unseres Spielers zum Ausdruck brachte. Auch nach dem Spielende.“ Der SC Lippstadt ließ eine Anfrage zu den Vorfällen unbeantwortet. Der Spieler wurde für sechs Spiele gesperrt.
Marc Polder ist Fußballtrainer der Spielgemeinschaft (SG) SW Eikeloh/FCA Bökenförde aus dem Kreis Lippstadt. Beim Kreisliga-C-Spiel seiner Mannschaft am 07.09.2025 bei der zweiten Mannschaft des SC Lippstadt ergab sich die Konfliktsituation, die er im Video andeutet. In der Schlussphase des Spiels soll ein Spieler der SG von einem Gegenspieler rassistisch beleidigt worden sein. Da es derartige Beleidigungen schon in den Wochen zuvor in anderen Spielen gegeben haben soll, hatte die Mannschaft intern beschlossen, bei einem erneuten Vorfall den Platz zu verlassen. Genau das taten sie auch im Spiel Anfang September 2025. Der SC Lippstadt ließ eine Anfrage zu den Vorfällen unbeantwortet.
Trotz des mutmaßlichen Rassismus-Vorfalls wurde das Spiel mit 2:0 gegen die SG Eikeloh/Bökenförde gewertet. Die Mannschaft verpasste durch die Entscheidung, ein Zeichen zu setzen, wichtige Punkte im Kampf um den Aufstieg. Das Sportgericht begründete die Entscheidung damit, dass der Schiedsrichter die Partie hätte abbrechen müssen und nicht die Mannschaft aus eigener Entscheidung den Platz verlassen dürfe.
Am 15.03.2026 trafen die beiden Mannschaften erneut aufeinander. Der Spieler, der im Hinrunden-Spiel die rassistische Beleidigung geäußert haben soll, habe nach seiner Einwechslung abermals den Spieler, den er schon im September beleidigt habe, provoziert, so der Vorstand von SW Eikeloh: „Laut Aussage der Mitspieler provozierte er auf dem Platz sowohl verbal als auch durch mehrfache Foulspiele. In der 69. Minute wurde er aufgrund einer erneuten verbalen Provokation und eines rüden Foulspiels mit der roten Karte vom Platz gestellt.“ Anschließend seien die Trainer beider Mannschaften aufs Feld gelaufen und hätten aufgrund ihrer Diskussion mit dem Schiedsrichter beide die Rote Karte gesehen. Eikeloh betont: „Eindeutig rassistische Beleidigungen konnte in diesem Spiel keiner hören. Allerdings war das Verhalten des Spielers vom SC Lippstadt eindeutig so einzuschätzen, da er jederzeit seine Verachtung unseres Spielers zum Ausdruck brachte. Auch nach dem Spielende.“ Der SC Lippstadt ließ eine Anfrage zu den Vorfällen unbeantwortet. Der Spieler wurde für sechs Spiele gesperrt.
Der Konflikt, den Marc Polder im Video beschreibt, passiert nicht nur in Eikeloh. Wie reagiert ein Verein, wenn der beste Spieler des Teams öffentlich einen „Witz“ über eine marginalisierte Gruppe macht? Was tun, wenn der Erfolgstrainer einer Athletin Mitglied einer antidemokratischen Partei, „aber sonst ein ganz netter Typ“, ist?
In dem Bemühen, demokratische Werte zu bewahren und gegen Menschenfeindlichkeit einzustehen, stehen Sportler*innen und Ehrenamtler*innen immer wieder in einem Konflikt: Sie befinden sich im Spannungsfeld zwischen dem sportlichen Erfolg, selbst auf der untersten Leistungsebene, und dem aktiven, „richtigen“ Eingreifen in einer problematischen Situation. Denn obwohl man sich vermeintlich moralisch korrekt verhalten will und beispielsweise nach einer rassistischen Äußerung als Zeichen vom Platz geht – Vorteile bringt dieses Verhalten nicht immer. Und so entsteht ein Zwiespalt: Sportler*innen müssen entscheiden, ob ihnen die sportliche Leistung wichtiger ist, als die Werte ihres Sports zu vertreten – und damit möglicherweise sogar extremistische oder menschenfeindliche Einflussnahme zuzulassen.
Der Sport und seine Werte
Einerseits heißt es in der Sportwelt oft, man müsse die „Werte des Sports“ verteidigen. Dazu gehören Tugenden wie Fairplay, Respekt oder Engagement. Der Deutsche Olympische Sportbund definiert unter seinen Werten beispielsweise auch das Einstehen für Demokratie und Menschenrechte. Andererseits fordern viele, Politik aus dem Sport fernzuhalten – Sport sei Sport, Politik sei Politik. Daraus resultiert zwangsläufig die Frage: Wo liegt die Grenze zwischen politischem Handeln und dem Vertreten eigener Werte?
Im Judo haben Werte ein besonderes Gewicht. Die Judowerte bilden das Fundament für den sportlichen Wettkampf zwischen den Judoka.
Diese Werte gelten auf der ganzen Welt – für alle Judoka. Laut Christoph Ganswind sorgen sie präventiv dafür, dass „eskalatives Verhalten im Keim erstickt wird.“ Ganswind ist zweiter Vorsitzender des DSC Wanne-Eickel – Judo e.V. und sieht seine Sportart durch die Judowerte und die große Relevanz dieses Kodexes verhältnismäßig gut geschützt vor extremistischen Einflüssen.
Im Vergleich zu anderen Sportarten ist das Konzept der Judowerte außergewöhnlich: Derart fundamentale Wertekodexe gibt es eher selten, obwohl auch andere Sportarten Werte wie Fairness oder Respekt immer wieder betonen. Gleichzeitig sind diese Wertmaßstäbe oft schwammig, denn so fair und offen, wie sich der Sport oft darstelle, sei er gar nicht, so der Sportsoziologe Gunter A. Pilz: „Wenn der Sport behauptet, er integriert problemlos, dann ist das eine Lüge. Der Sport war schon immer eine Institution, die ausgegrenzt hat. Nehmen wir das Leistungsprinzip. Dann werden alle, die die Leistung nicht bringen, auch ausgegrenzt. Es ist nicht so einfach zu behaupten, der Sport integriert problemlos. Aber er hat die Potenziale, und er schafft durchaus sehr viel Positives.“
Kann Sport überhaupt neutral sein?
Darüber, inwieweit Sportvereine diese Werte auch tatsächlich leben und sich dazu aktiv positionieren dürfen, existieren viele Halbwahrheiten und Gerüchte. Seit einigen Jahren versuchen Landessportbünde und der DOSB allerdings aufzuklären, was Vereine tatsächlich dürfen – und was nicht.
Was ist eine Satzung?
Eine Satzung ist im weitesten Sinne eine schriftliche Grundordnung eines bestimmten Zusammenschlusses. Sie legt fest in Vereinen fest, nach welcher Ordnung und welchen Verfahren ein Verein agiert. Die Satzung legt die Aufgaben des Vereins fest und wer den Verein nach außen vertritt. Sportvereine haben in der Regel privatrechtliche Satzungen, welche bestimmten gesetzlichen (Mindest-) Anforderungen entsprechen müssen, um rechtsgültig zu sein.
Eine Satzung ist im weitesten Sinne eine schriftliche Grundordnung eines bestimmten Zusammenschlusses. Sie legt fest in Vereinen fest, nach welcher Ordnung und welchen Verfahren ein Verein agiert. Die Satzung legt die Aufgaben des Vereins fest und wer den Verein nach außen vertritt. Sportvereine haben in der Regel privatrechtliche Satzungen, welche bestimmten gesetzlichen (Mindest-) Anforderungen entsprechen müssen, um rechtsgültig zu sein.
Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung
Sportvereine sind oft gehemmt in ihrer Positionierung zu gesellschaftspolitischen Themen. Der Grund dafür liegt meist in ihrer Satzung, in welcher steht, dass sie parteipolitisch neutral seien. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass jegliches Engagement außerhalb des sportlichen Wettbewerbs verboten sei. Das ist insofern korrekt, als dass Vereine gemeinnützig sind und dementsprechend nur gemeinnützige Zwecke (wie zum Beispiel die Förderung des Sports, aber auch des Denkmalschutzes, der Kultur oder des Naturschutzes) verfolgen dürfen, um diesen Status zu erhalten. Parteipolitische Aktivitäten, wie beispielsweise die gezielte Unterstützung einer bestimmten Partei im Wahlkampf, sind kein gemeinnütziger Zweck und somit den Vereinen verboten.
Allerdings ist es den Vereinen nicht verboten, sich zu gesellschaftlichen Themen zu äußern und dazu Stellung zu beziehen. Sie dürfen an Demonstrationen teilnehmen, solange es nicht die Demonstration einer einzelnen Partei ist, und sich zu tagespolitischen Themen äußern. Es ist Sportvereinen auch erlaubt, die Aufnahme einer Person in den Verein abzulehnen. Eine parteipolitische Zugehörigkeit darf dabei nicht der alleinige Grund sein. Doch wenn Anwärter*innen auf eine Mitgliedschaft zu einer extremen Partei gehören und daraus resultiert, dass die Meinungen und die Weltanschauung der Person gegen das verstößt, was in der Satzung steht (zum Beispiel Extremismus), dann können Vereine durchaus eine Mitgliedschaft verweigern.
Dass die Vereine nicht in jeder Hinsicht neutral sein müssen, versucht auch Michael Neumann vom Landessportbund NRW immer wieder zu vermitteln: „Sportvereine sind keine staatlichen Institutionen und dürfen sich durchaus auch gesellschaftlich positionieren, etwa indem sie zu Demonstrationen aufrufen. Wichtig ist nur, dass sie bei Veranstaltungen nicht einseitig mit oder für eine Partei agieren. Sobald mehrere Perspektiven vertreten sind, ist das zulässig und es müssen nicht alle Parteien eingeladen werden.“
Vereine können zudem Werte wie die Bekämpfung von Extremismus oder das aktive Einstehen gegen Rassismus in ihre Satzung schreiben. Das ermöglicht ihnen, für demokratische Werte nach außen einzustehen. Außerdem können Sie Leitbilder oder Wertekodexe erstellen, die Mitglieder zum Beispiel vor dem Eintritt in den Verein im Zuge der Mitgliedsanmeldung unterschreiben müssen. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass am Ende nur die Satzung rechtswirksam ist. Das heißt, Vereine sollten die Punkte, die ihnen wichtig sind, dort verankern.
Graubereich AfD
Doch was ist mit Mitgliedern, Anhänger*innen oder Funktionär*innen der AfD? Eine Studie, die Anfang 2026 vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft BISp veröffentlicht wurde, fand heraus, dass sich mehrere Landessportbünde explizit von bestimmten Parteien distanzieren, darunter die AfD, Die Heimat, Die Rechte oder der III. Weg. Denn: Diese Parteien beziehungsweise die Positionen der Parteien würden „im Widerspruch zum Selbstverständnis und zu den Werten des organisierten Sports und seiner Sportverbände stehen“. Die Landessportbünde würden laut der Studie das Prinzip der parteipolitischen Neutralität neu interpretieren und sich nicht nur gegen den politischen (hier Rechts-) Extremismus allgemein, sondern auch gegen die Akteure, die diese Positionen vertreten, stellen. Nichtsdestotrotz haben nicht alle Landessportbünde explizite Statements zum Umgang mit einzelnen Parteien, wie beispielsweise der AfD.
Michael Neumann hat im Landessportbund NRW ein Positionspapier entwickelt, welches genau diese explizite Abgrenzung zu gewissen Parteien benennt. Dort heißt es unter anderem: „Personen, die als politische Mandatsträger*innen, Funktionsträger*innen oder aktive Mitglieder von demokratiefeindlichen, menschenverachtenden und extremistischen Parteien oder Gruppierungen erkennbar sind oder sich öffentlich klar gegen die Werte des Sports stellen, werden a) nicht in Gremien und Arbeitsgruppen des LSB NRW und seiner SJ (Sportjugend, Anm. d. Red.) berufen“. Zu diesen Parteien zählt auch die AfD.
Neumann erklärt: „Wenn mensch sich die Satzungen und Leitbilder von Sportvereinen oder Sportverbänden anschaut, dann wird deutlich, wofür der Sport steht: zum Beispiel für Inklusion, Integration, Chancengleichheit und ein diskriminierungsfreies Miteinander. Und diese Werte stehen ganz klar im Gegensatz zu den Wunschvorstellungen von rechten Parteien oder Gruppierungen.“
Positionspapier des DOSB
Am 18. Mai 2026 hat der DOSB zusammen mit der DSJ (Deutsche Sport Jugend) ein überarbeitetes Positionspapier zum Umgang mit antidemokratischen und menschenfeindlichen Parteien, Gruppierungen und Akteur*innen herausgegeben. In der ersten Version aus dem Jahr 2025 hatten sich Deutschlands Dachorganisationen des Sports bereits gegen antidemokratische oder extreme Haltungen ausgesprochen, jedoch ohne explizite Gruppen oder Parteien zu benennen.
In der überarbeiteten Version wurde nun auf Basis der Satzungen der Verbände festgeschrieben, dass DOSB und DSJK erstmals explizit Abgeordnete, Funktionsträger*innen und öffentlich aktive Mitglieder oder Akteur*innen der AfD sowie sonstiger demkratiespaltender Parteien und Gruppierungen von Gremien oder Ehrungen ausschließt. Neben der AfD werden unter anderem die erst kürzlich gegründete Jugendorganisation Generation Deutschland, aber auch Parteien wie Die Heimat, Reichsbürger, die Grauen Wölfe aber auch autoritäre oder antiimperialistische linke Gruppen benannt.
Der DOSB schreibt auf seiner Website: „Wer zu unseren Werten steht, kann diese menschenverachtenden Ideologien und ihre Vertretungen nicht ernsthaft unterstützen. Wir haben aus unserer Geschichte gelernt und nehmen das ‚Nie wieder‘ als Mahnung und als unseren Kompass. Wir werden menschenverachtenden, rechtsextremen, antisemitischen, diskriminierenden und antidemokratischen Haltungen und Handlungen daher weiterhin deutlich widersprechen und ihnen keinen Raum im Sport geben.“
Am 18. Mai 2026 hat der DOSB zusammen mit der DSJ (Deutsche Sport Jugend) ein überarbeitetes Positionspapier zum Umgang mit antidemokratischen und menschenfeindlichen Parteien, Gruppierungen und Akteur*innen herausgegeben. In der ersten Version aus dem Jahr 2025 hatten sich Deutschlands Dachorganisationen des Sports bereits gegen antidemokratische oder extreme Haltungen ausgesprochen, jedoch ohne explizite Gruppen oder Parteien zu benennen.
In der überarbeiteten Version wurde nun auf Basis der Satzungen der Verbände festgeschrieben, dass DOSB und DSJK erstmals explizit Abgeordnete, Funktionsträger*innen und öffentlich aktive Mitglieder oder Akteur*innen der AfD sowie sonstiger demkratiespaltender Parteien und Gruppierungen von Gremien oder Ehrungen ausschließt. Neben der AfD werden unter anderem die erst kürzlich gegründete Jugendorganisation Generation Deutschland, aber auch Parteien wie Die Heimat, Reichsbürger, die Grauen Wölfe aber auch autoritäre oder antiimperialistische linke Gruppen benannt.
Der DOSB schreibt auf seiner Website: „Wer zu unseren Werten steht, kann diese menschenverachtenden Ideologien und ihre Vertretungen nicht ernsthaft unterstützen. Wir haben aus unserer Geschichte gelernt und nehmen das ‚Nie wieder‘ als Mahnung und als unseren Kompass. Wir werden menschenverachtenden, rechtsextremen, antisemitischen, diskriminierenden und antidemokratischen Haltungen und Handlungen daher weiterhin deutlich widersprechen und ihnen keinen Raum im Sport geben.“
Zwischen Verantwortung und Angst
Doch es bleibt die Frage: Sollten sich Vereine – auch wenn es ihnen formal erlaubt ist – überhaupt zu Themen außerhalb des Sports positionieren? Sei es gegen den Rechtsruck, Rassismus oder Demokratiefeindlichkeit?
Im Rahmen dieser Debatte würden laut dem Sportsoziologen Gunter A. Pilz viele verkennen, dass „der Sport, aber auch sonst jedes menschliche Handeln etwas Politisches hat. Und für die Sachen, die ich in der Satzung stehen habe, muss ich als Verein dann auch aktiv eintreten.“ Enrico Michelini betont ergänzend, dass die Entscheidung zu schweigen auch eine gewisse Ignoranz gegenüber der eigenen Verantwortung sei: „Wenn die Politik so dermaßen kippt, dass antidemokratische oder totalitaristische Tendenzen gezeigt werden, dann wäre eine Passivität im Sport grundsätzlich auch ethisch zu hinterfragen.“
Die Judotrainer Christoph Ganswind und Volker Gößling betrachten die Verantwortung des Sports hierzu etwas anders. Die beiden leiten zusammen den Verein DSC Wanne-Eickel–Judo e.V.. Sie vertreten ihre politische Positionierung nicht etwa durch Statements oder Projekte, sondern durch ein wertegetriebenes Handeln, so Ganswind: „Die Sache ist, dass wir schrecklich unpolitisch sind. Wir sind komplett neutral. Wir haben einen vom Sport und unserem Judo getragenen Wertekodex, der quasi so ein eigenes kleines Gesetzbuch ist, in Verbindung mit natürlich dem, dass wir die freiheitlich-demokratische Grundordnung achten und die auch einfordern. Aber die Situation, dass man was tun muss und dass man politisch irgendwelche Vorträge halten muss, die gibt es nicht und eigentlich sehen wir uns auch so nicht. Weil wir machen im Prinzip Politik und gesellschaftliches Engagement, ohne dass wir darüber reden, dass es das ist. Wir leben etwas vor, wir schaffen eine Wohlfühlatmosphäre und wir fördern miteinander und gegenseitigen Respekt.“ Sein Amtskollege Gößling ergänzt: „Ob der Begriff unpolitisch für uns passt, ich würde das anders sagen, ist aber der gleiche Inhalt. Wir sind politisch, aber durch unser Handeln und durch unsere Wirkung und nicht durch Reden oder durch besondere Veranstaltungen. Bestimmte Sachen gibt es bei uns einfach nicht. Da wird gar nicht drüber diskutiert. Und dass Menschen jeglicher Leistungsklasse miteinander trainieren und jeden Geschlechts, jeglicher Hautfarbe, jeglicher Herkunft und so weiter, das ist selbstverständlich.“
Der Verein mit dem Rassismus-Vorfall
Dazu, wie und ob man sich als Sportverein zu Themen positioniert, gibt es offenbar verschiedene Ansichten. Meist stehen Vereine gerade dann vor dem Zwiespalt der aktiven Positionierung, wenn sie mit einem Diskriminierungsvorfall oder extremistischen Sportler*innen in ihrem Umfeld konfrontiert sind. Darüber hinaus spiele in diesem Zusammenhang ein weiterer Punkt eine Rolle, so Michael Neumann: „Ein großes Thema ist auf jeden Fall das Klima der Unsicherheit oder auch Angst. Viele Sportvereine haben Sorge, was passiert, wenn sie Vorfälle öffentlich machen, Position beziehen oder die Presse etwas über den Verein veröffentlicht. Dazu kommt die Angst vor Stigmatisierung. Wenn etwas erst einmal öffentlich wird, ist es oft schwer, dieses Bild wieder zu korrigieren.“ Ein Verein ist dann schnell „Der Verein mit dem Rassismus Vorfall“ oder „Der Verein mit dem Nazi Problem“.
Über einige der in diesem Text genannten Sportler*innen und Fälle gibt es bereits mediale Berichterstattung und so wurden sie auch für diese Recherche interessant. Andere wollten genau aus diesem Grund nicht öffentlich mit uns sprechen, da sie den Vorfall in ihrem Verein nicht noch einmal in den Medien lesen wollten.
Der SK Bochum 11 positioniert sich sehr deutlich zu gesellschaftspolitischen Themen. Joris, Spieler und Pressesprecher, befürwortet dieses Engagement, versteht aber trotzdem, warum andere Vereine das nicht machen: „Ich finde das sehr sinnvoll, wenn sich viele Vereine zu politischen Themen positionieren und auch klare Kante zeigen in Bezug auf Rechtsextremismus im Breitensport. Aber ob Vereine ihre Werte konsequent vertreten, liegt dann oft an den handelnden Personen und ob es ein Problembewusstsein gibt. Wenn es das nicht gibt, weil vielleicht auch noch nichts passiert ist, dann werden solche Themen schnell beiseite gekehrt und dann wird dem keine Relevanz zugesprochen.“
Wer soll sich darum noch kümmern?
In Deutschland gibt es laut DOSB mehr als acht Millionen Menschen, die sich freiwillig oder ehrenamtlich in Sportvereinen engagieren. Das mag im ersten Moment nach viel klingen, doch in vielen Vereinen gibt es trotzdem nicht genug helfende Hände. Der Mangel an Ehrenamtler*innen sei derzeit die größte Sorge der Sportvereine, so der aktuelle Sportentwicklungsbericht des DOSB. Ehrenamtliche für den Sport zu finden, die neben Privatleben und Job Kinder trainieren und Verantwortung übernehmen oder die Vereins-Finanzen im Blick behalten, ist oft schon schwierig genug. Noch unwahrscheinlicher ist es dann, diese Ehrenamtlichen zusätzlich für ein Engagement gegen Rechtsextremismus oder die Erarbeitung eines Antidiskriminierungs-Leitfaden zu motivieren.
Auch Neumann beobachtet dieses Problem: „Viele Vereine sagen uns ganz offen, dass sie sich gerne stärker mit solchen Themen beschäftigen würden, ihnen dafür aber einfach die Ressourcen fehlen. Sie sind schon stark damit ausgelastet, den laufenden Betrieb zu sichern, von zum Beispiel Finanzierung über rechtliche Vorgaben bis hin zu Schutzkonzepten gegen sexualisierte und interpersonale Gewalt. Da bleibt kaum Spielraum für dieses zusätzliche Thema (Anm. d. Red.: Rechtsruck).
Oft gibt es in den Vereinen nicht mehr zeitliche Kapazitäten als für das Tagesgeschäft. Zudem kommt ein Problembewusstsein oft erst dann auf, wenn es akute Diskriminierungsvorfälle innerhalb des Vereins gibt oder der Verein in näherer Umgebung mit extremistischen Personen konfrontiert ist. Insbesondere dann, wenn das Thema in der Presse landet, wächst der Aufgabenberg der Ehrenamtler*innen. Das hat auch der SK Bochum erlebt, so Pressesprecher Joris:
Das bedeutet einen Mehraufwand, für den es erstmal die richtigen Leute im Verein braucht. Jemand, der gern Kinder trainiere, sei nicht automatisch jemand, der wisse, wie man auf Diskriminierungsvorfälle korrekt reagieren solle. Das sagt Sebastian Strack vom Judoverein Budoka Höntrop: „Im Verein hängt es auch ganz stark an den Personen. Man muss es schaffen, dass die Trainer ja auch an der Stelle sind, wo sie ihr Talent haben. Ich kann ja für mich froh sein, wenn sich Menschen ehrenamtlich engagieren, neben ihrer Arbeit und ihrer Familie.“
Oft fehle den Ehrenamtler*innen auch das Wissen, wie sie solche großen Themen überhaupt angehen sollten. Zwar gibt es Angebote , doch würden nicht zwangsläufig an der Spitze der Prioritätenliste der Vereine stehen, so Christian Podszuk vom StadtSportBund Dortmund: „Ehrenamtler*innen haben ja auch nur eine gewisse Zeit zur Verfügung. Und wenn ich einen Sport betreibe und dann Schulungen für diesen Sport mache, dann sehe ich da den direkten Nutzen drin. Wenn ich aber etwas Überfachliches mache, zum Beispiel zu Rassismus im Sport, kann ich das nicht am nächsten Tag im Training einbringen und habe 20 neue Übungen. Das ist mehr etwas, das im Kopf stattfindet und deshalb ist es auch schwer, den Mehrwert zu transportieren, dass gerade Ehrenamtliche sich bereit erklären, genau dafür ihre kostbare Zeit zu opfern.“
Problemfeld Fußball?
Genaue Zahlen, die eine zuverlässige Vergleichbarkeit zwischen den Sportarten und ihrer Anfälligkeit für rechte Strukturen oder diskriminierendes Verhalten ermöglichen, gibt es nicht. Doch was in den Gesprächen zu dieser Recherche durchklingt: Der Fußball wird als Problemherd unter den Sportarten wahrgenommen. Dabei gilt es natürlich zu beachten, dass Fußball als Sportart Nummer Eins in Deutschland die meisten Mitglieder hat und über ihn mit Abstand am meisten in den Medien berichtet wird. Dass im Fußball somit rein quantitativ mehr Diskriminierungsfälle passieren, ist statistisch betrachtet logisch.
Aber ist der Rechtsruck im Fußball tatsächlich ein größeres Problem als in anderen Sportarten? Eine Studie aus dem Jahr 2023 hat erforscht, inwiefern Mitglieder aus Fußballvereinen rassistischen Aussagen mehr oder weniger zustimmen als Mitglieder anderer Sportarten.

Diese Studie allein besagt nicht, dass der Fußball ein größeres Problem mit dem Rechtsruck hat als andere Sportarten. Doch weitere wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass es im Fußball prozentual mehr Probleme mit Rechtsextremismus oder Diskriminierungsvorfällen gibt, als in anderen Sportarten. Laut der Studie „Rechtsextremismus im Sport“ aus dem Jahr 2024 sind neben dem Fußball besonders solche Sportarten von extrem rechten Phänomenen betroffen, die ihre Sportler*innen potenziell darauf trainieren, ihr Gegenüber zu schädigen, also Kampf- und Schießsportarten.
Kampfsportarten unterscheiden sich allerdings stark in Bezug auf ihre Anfälligkeit für rechte Einflussnahme. Boxvereine zum Beispiel seien laut dem Sportsoziologen Enrico Michelini eher gefährdet als Judovereine, da der Boxsport „auf der Straße“ im Zweifel besser genutzt werden kann als Judo-Griffe.
Fußball, Kampfsport, Schießsport. Zwar weisen diese Sportarten mutmaßlich ein höheres Gefährdungspotenzial auf, dennoch können sich auch andere Sportarten nicht gänzlich davon freisprechen. Michael Neumann vom Landessportbund NRW betreut die Fälle, in denen Vereine Diskriminierung oder Probleme mit extremistischen Strukturen melden – und die kämen aus jeglichen Sportarten.
Was tun gegen rechtsextreme Einflussnahme?
❝Wenn der Sport das nicht in Anspruch nimmt, das aus seinen Reihen freizuhalten oder da wesentlich gegenzusteuern: Da ist man ja hoffnungslos überfordert. Das kann der gar nicht leisten. Da überschätzt man die Fähigkeit des Sports.❞
– Gunter A. Pilz
Es gibt eine Vielzahl an Fragen, mit welchen sich die Vereine auseinandersetzen müssen: Wie geht ein Verein mit gut integrierten, langjährigen Mitgliedern um, die mit der Zeit in eine extremistische Ecke rutschen? Wie verhindert ein Verein, dass er nach einem Rassismus-Vorfall als „der rassistische Verein“ dasteht? Neben Gemütlichkeit und Sorge um das Wohl des Vereins hängt es auch manchmal an der persönlichen Situation, ob jemand sich aktiv positioniert oder Maßnahmen ergreift. In einem eher linken Großstadtclub ist das Ansprechen von Missständen oder die Kritik am Rechtsruck mutmaßlich einfacher als in einem AfD-geprägten Umfeld.
Außerdem sind die Anlaufstellen für Fälle von Diskriminierung, Gewalt und Rechtsextremismus in den Bundesländern unterschiedlich umfassend ausgestattet, teilweise nicht existent und nicht immer bekannt in der Sportwelt. Im Landesssportbund Thüringen ist es beispielsweise möglich, sich im Rahmen des Projekts „Gemeinsam couragiert handeln – Sport zeigt Gesicht!“ bei Vorfällen zu melden, ein weiterführendes eigenes Meldesystem gibt es aber nicht. Ein Programm, wie das im LSB Thüringen, gibt es in vielen der Landessportbünde, sie unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland, das Angebot reicht von Info-Material über Meldestellen. Meist sind diese Programme durch staatliche Fördergelder finanziert. Das bedeutet, dass diese schlussendlich auch davon abhängig sind, welche Parteien regieren und inwiefern diese Parteien entsprechende Angebote fördern wollen.
Ohne Kommunikation geht nichts
Die „Meldestelle für Diskriminierung im Fußball in NRW“ (MeDiF) erfasst seit einigen Jahren Zahlen sowohl aus dem Profi- als auch dem Amateurfußball. In ihren Jahresberichten zeigt sie die gemeldeten Zahlen und stellt zudem dar, warum Sportler*innen Vorfälle nicht melden. Es existiere allgemein wenig Hoffnung, dass „über einen Meldeprozess konkrete, spürbare, praxisnahe und evidenzbasierte Transformationsprozesse in Gang gesetzt werden können.“ Viele der Befragten seien der Meinung, eine Meldung eines Vorfalls verändere nichts und habe keinen wirklichen Einfluss auf Diskriminierungs-Strukturen. Zudem seien Beobachter*innen teils unsicher, ob ein Vorfall wirklich meldenswert sei und hätten Angst, am Ende selbst negative Konsequenzen zu tragen, zum Beispiel weil sie eine vermeintliche „Kleinigkeit“ groß gemacht hätten.
Der Sportsoziologe Enrico Michelini kennt die Angst, dass das Melden oder Ankreiden von Vorfällen nicht Probleme lösen, sondern potenziell neue Konflikte erzeugen kann. Aber laut Michelini geht es auch anders: „Eine erfolgreiche Bearbeitung von einem Vorfall kann auch positive Werbung für den Verein sein. Es gibt Vereine, die sogar Mitglieder gewonnen haben, weil sie sich inhaltlich gestärkt haben und sich klar als integrativ und demokratisch positioniert haben.“
Kommunikation als Lösungsmittel: Das ist natürlich oft einfacher gesagt als getan. Tatsächlich ist eine gute Kommunikation aber sowohl nach außen als auch innerhalb eines Vereins eines der wichtigsten Werkzeuge. Kommunikation kann dabei helfen, rechtsextreme Einflüssen oder Diskriminierungsvorfällen vorzubeugen oder gut mit ihnen umzugehen. Dem stimmt auch Sebastian Strack vom Judoverein Budoka Höntrop zu: „Wenn wir das Gefühl haben, da ist jemand in irgendeiner politischen Ausrichtung, dann kommen wir da in den Dialog. Ja, die Situation ist herausfordernd und bei den meisten Menschen gibt es da dann erstmal eine starke Abwehrhaltung nach dem Motto: ‘Mit dir spreche ich nicht, du bist radikal‘. Aber das ist dann der falsche Ansatz.“
Genauso sieht das Michael Kuhlmann, er bevorzugt persönliche Gespräche vor direkten, harten Konsequenzen:
Ganz so einfach ist es allerdings nicht: Kommunikation allein kann nicht alle Probleme lösen oder gar vorbeugen. Michael Neumann vom LSB NRW rät Vereinen, sich vorzubereiten und sich nicht erst nach einem Vorfall mit gesellschaftspolitischen Thematiken auseinanderzusetzen: „Wir betonen immer wieder: Prävention und eine gute Satzung sind das Fundament. Dazu gehört auch ein klares Leitbild, das zeigt, wofür der Verein steht. Ergänzend kann ein Ehrenkodex helfen, den alle Mitglieder kennen, akzeptieren und zum Mitgliedsantrag direkt dazubekommen.“ Sollte dann doch etwas passieren, solle man möglichst schnell handeln, eine Stellungnahme schreiben, die, sollte sich die Presse melden, sofort herausgegeben werden könne. Dazu sei es wichtig, dass der Verein sensibilisiert sei, wie sich Extremismus, Rassismus oder andere Diskriminierungsformen äußern. „Ich empfehle außerdem, einen klaren Handlungsleitfaden zu haben. Also festzulegen, was tun wir, wenn etwas passiert? Wichtig ist dann vor allem eine offene und transparente Kommunikation, damit keine Gerüchte in zum Beispiel WhatsApp-Gruppen entstehen.“
Wie qualifiziert müssen Ehrenamtliche sein?
Ehrenamtler*innen sollten im besten Fall zwar eine Ahnung davon haben, wie sie Handlungsleitfäden für akute Vorfälle schreiben oder Extremismus erkennen können. Aber auch wenn es Schulungen zu diesen Themen gibt, die meisten Freiwilligen haben dafür keine Zeit und arbeiten ohne jegliche Qualifizierung. Und wenn, dann machen sie eher einen Trainerschein als eine Schulung zu Extremismus oder Satzungsthemen.
Aber insbesondere bei Trainer*innen ist eine grundlegende Ausbildung entscheidend, da sie eine Machtposition innerhalb des sozialen Gefüges des Vereins innehaben. Wie sich ein*e Trainer*in verhält oder sein*ihr Training gestaltet, hat potenziell großen Einfluss auf eine Mannschaft oder eine Sportgruppe. Daher sind offizielle Trainerscheine wichtig – doch nicht in allen Lehrgängen und Kursen gibt es Inhalte zu gesellschaftlichen oder politischen Themen. Michael Neumann sieht hier Verbesserungspotenzial: „Unser Ziel ist es, solche Themen stärker in die Aus- und Fortbildung einzubringen, zum Beispiel in Schulungen für Übungsleitungen. Gesellschaftliche Fragestellungen sollten dort einen festen Platz haben.“
Hilfsangebote für Vereine
Mittlerweile hat sich eine differenzierte Präventionslandschaft zur Unterstützung deutscher Sportvereine entwickelt.
Die Landessportbünde haben unter anderem die Aufgabe, sich gesellschaftspolitischen Themen wie der Förderung von Integration, Chancengleichheit, Nachhaltigkeit und der Prävention sexualisierter Gewalt zu widmen. Dazu gehört auch die Extremismusprävention, in welcher die Landessportbünde im Sport eine essenzielle Rolle spielen. Aus diesem Grund bieten sie eine große Bandbreite an entsprechenden programmatischen Aktivitäten: Diese bestehen aus gesellschaftlicher und (sport-)politischer Sensibilisierung für das Thema auf der einen und der Einführung staatlicher Förderprogramme auf der anderen Seite.
Ein Beispiel für derartige Förderprogramme ist das bundesweite „Demokratie leben!“-Programm, welches im Jahr 2015 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend initiiert wurde. Dieses Bundesprogramm unterstützt verschiedene Projekte zur Demokratieförderung, Vielfalt und Extremismusprävention, sowohl auf kommunaler, regionaler als auch bundesweiter Ebene.
Ein Beispiel für ein Programm in den Landessportbünden ist „Entschlossen weltoffen“ vom LSB Nordrhein-Westfalen. An diesem Projekt arbeitet Michael Neumann – Interviewpartner in diesem Projekt – als Referent des LSB NRW mit. Im Rahmen des Projekts „Entschlossen weltoffen! – Für Menschenwürde und Diversität im NRW-Sport“ werden „Informations-, Beratungs- und Schulungsangebote, um freiwillig Engagierte und hauptberuflich Tätige in Vereinen, Bünden und Verbänden zu unterstützen“ organisiert, so schreibt es der Landessportbund auf seiner Website. Dabei soll nicht nur für menschen- und demokratiefeindliches Verhalten sensibilisiert werden, sondern auch eine gewisse „Handlungssicherheit im Umgang mit Rechtsextremismusprävention und rassismuskritischer Arbeit“ vermittelt werden.
Zudem bieten viele Landessportbünde Mustersatzungen an, Hilfe bei juristischen Fragen und Schulungen, um Ehrenamtler*innen zu Themen wie Demokratieförderung oder Extremismus auszubilden.
Neben der Arbeit der Verbände bieten die verschiedensten Akteure Sportangebote – oft neben dem Wettkampfsport – an, in denen verschiedenste Menschen zusammen Sport machen. Ein Beispiel dafür ist „Fußball für alle“. Das ist ein Projekt aus Gera, das aktiv Menschen durch den Sport zusammenbringen will: Behinderte und Nicht-Behinderte spielen gemeinsam Fußball und setzen sich dabei für gelebte Inklusion ein.
Mittlerweile hat sich eine differenzierte Präventionslandschaft zur Unterstützung deutscher Sportvereine entwickelt.
Die Landessportbünde haben unter anderem die Aufgabe, sich gesellschaftspolitischen Themen wie der Förderung von Integration, Chancengleichheit, Nachhaltigkeit und der Prävention sexualisierter Gewalt zu widmen. Dazu gehört auch die Extremismusprävention, in welcher die Landessportbünde im Sport eine essenzielle Rolle spielen. Aus diesem Grund bieten sie eine große Bandbreite an entsprechenden programmatischen Aktivitäten: Diese bestehen aus gesellschaftlicher und (sport-)politischer Sensibilisierung für das Thema auf der einen und der Einführung staatlicher Förderprogramme auf der anderen Seite.
Ein Beispiel für derartige Förderprogramme ist das bundesweite „Demokratie leben!“-Programm, welches im Jahr 2015 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend initiiert wurde. Dieses Bundesprogramm unterstützt verschiedene Projekte zur Demokratieförderung, Vielfalt und Extremismusprävention, sowohl auf kommunaler, regionaler als auch bundesweiter Ebene.
Ein Beispiel für ein Programm in den Landessportbünden ist „Entschlossen weltoffen“ vom LSB Nordrhein-Westfalen. An diesem Projekt arbeitet Michael Neumann – Interviewpartner in diesem Projekt – als Referent des LSB NRW mit. Im Rahmen des Projekts „Entschlossen weltoffen! – Für Menschenwürde und Diversität im NRW-Sport“ werden „Informations-, Beratungs- und Schulungsangebote, um freiwillig Engagierte und hauptberuflich Tätige in Vereinen, Bünden und Verbänden zu unterstützen“ organisiert, so schreibt es der Landessportbund auf seiner Website. Dabei soll nicht nur für menschen- und demokratiefeindliches Verhalten sensibilisiert werden, sondern auch eine gewisse „Handlungssicherheit im Umgang mit Rechtsextremismusprävention und rassismuskritischer Arbeit“ vermittelt werden.
Zudem bieten viele Landessportbünde Mustersatzungen an, Hilfe bei juristischen Fragen und Schulungen, um Ehrenamtler*innen zu Themen wie Demokratieförderung oder Extremismus auszubilden.
Neben der Arbeit der Verbände bieten die verschiedensten Akteure Sportangebote – oft neben dem Wettkampfsport – an, in denen verschiedenste Menschen zusammen Sport machen. Ein Beispiel dafür ist „Fußball für alle“. Das ist ein Projekt aus Gera, das aktiv Menschen durch den Sport zusammenbringen will: Behinderte und Nicht-Behinderte spielen gemeinsam Fußball und setzen sich dabei für gelebte Inklusion ein.
So kann es auch gehen
Ein Verein, der sich über sein Sportangebot hinaus engagiert, ist keine Utopie: Der IFC Rostock ist ein Beispiel dafür, wie ein Sportverein seine Mitglieder mobilisieren und motivieren kann. Der Mehrspartenverein versteht sich als zivilgesellschaftlicher Akteur in Rostock, nimmt an Demonstrationen teil, bietet Angebote für benachteiligte Jugendliche an und positioniert sich aktiv zu gesellschaftlichen Themen und Entwicklungen.
Der Fußballverein SK Bochum 11 hat einen ähnlichen Selbstanspruch: Neben Statements auf Social Media zu gesellschaftspolitischen Themen und der Teilnahme an Demonstrationen hat der Verein Anfang 2026 in Kooperation mit einem weiteren Bochumer Club ein Benefizspiel veranstaltet. Dieses Spiel richtete sich an die Opfer des Kriegs in Rojava, einer autonomen Region in Syrien. Außerdem gibt es beim SK den „Nur zocken Freitag“. Das ist ein Treffpunkt, bei dem Menschen mit Behinderung ausdrücklich willkommen sind, um mit Nicht-Behinderten gemeinsam Fußball zu spielen.
Wie kann es weitergehen?
Der Sport tut vieles und stößt dabei an Grenzen – so viel lässt sich festhalten. Was sagt also der Blick in die Zukunft? Was müssen der Sport und seine Akteur*innen tun, um weiterhin als größte Institution für gesellschaftlichen Zusammenhalt zu gelten?
„Flagge bekennen“ und „Zeichen setzen“ seien wichtig, so Housainatou, man dürfe sich jedoch nicht auf Symbolpolitik ausruhen: „Irgendwo Banner gegen Rassismus aufzuhängen oder Aufkleber zu verteilen, reicht nicht, wir müssen aktiver werden, die Vereinsmitglieder genauso wie Schiedsrichter, Staffelleiter oder Trainer schulen und sensibilisieren und darauf hinweisen, wo es Anlaufstellen gibt.“
Marij Duhra vom IFC Rostock wünscht sich auch von anderen Vereinen mehr Engagement: „Es ist immer noch nicht so einfach, mit dem Finger auf andere Vereine zu zeigen, aber ich fände es natürlich irgendwie sinnvoll, wenn alle Vereine sich als gesellschaftliche Player verstehen würden.“ So könne man extremistische Tendenzen besser als Gesellschaft bekämpfen.
Denn dafür gibt es laut Gunter A. Pilz die notwendigen Gegebenheiten: „Wir sind, was die Maßnahmen und Ideen gegen Rechtsextremismus im Sport anbelangt, auf einem hervorragenden Level. Wir haben die besten Maßnahmen. Es ist kein Erkenntnisproblem, es ist ein Umsetzungsproblem.“ Das bedeutet konkret: Vereine müssen sich bewusst vor Augen führen, dass der Rechtsruck auch die eigenen Reihen treffen kann und dass es an ihnen liegt, Präventionsmaßnahmen umzusetzen. Sie müssen ihre Kommunikationsstrategien prüfen und Verantwortungen gezielt verteilen, ohne Einzelpersonen mit ihren Aufgaben allein zu lassen. Das sind einige Beispiele für erste Schritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen, demokratischen Vereinsstruktur.
Auch Michael Neumann glaubt, dass es in der Theorie möglich ist, als organisierter Sport politischen Dysbalancen entgegenzuwirken: „Ich sehe den organisierten Sport als wichtigen gesellschaftlichen Akteur. In einem Sportverein kommen Menschen aus allen Altersgruppen, Frau/Mann/Divers, politisch links bis rechts, Menschen mit internationaler Familiengeschichte und mit ganz unterschiedlichen anderen Hintergründen zusammen. Genau diese Vielfalt macht den Sport zu einem besonderen Ort, an dem sich Gesellschaft im Kleinen abbildet, weil Sport wirklich alle anspricht.“ Denn das, was Sportvereine für die Gesellschaft sind, ist durch nichts zu ersetzen.