Gamze Kubaşık – zwischen Trauer und Erinnerung

Die Geschichte von Gamze Kubaşık ist nicht nur die Geschichte ihres ermordeten Vaters. Sie ist eine Geschichte über Deutschland. Über ein Land, in dem ein Mann aus rassistischen Motiven ermordet und lange als Krimineller dargestellt wurde. Über ein Land, in dem die Wahrheit erst Jahre später anerkannt und doch immer noch nicht hinreichend aufgeklärt wurde.

Dass Gamze Kubaşık heute in Schulen spricht und von ihrem Vater erzählt, ist mehr als ein privates Schicksal. Gamze Kubaşık ist die Tochter eines Ermordeten, aber sie ist auch eine Frau, die seit ihrer Kindheit in Deutschland lebt und erfahren hat, wie allgegenwärtig Rassismus in diesem Land sein kann: In den Blicken anderer, in Ermittlungen, im Umgang mit Behörden und im Schweigen. Ihre Geschichte erzählt deshalb nicht nur von rechter Gewalt, sondern zeigt auch deutlich, wie tief Vorurteile und struktureller Rassismus in einer Demokratie verankert sein können, die sich selbst gerne für aufgeklärt hält.

Der lange Kampf um Aufklärung

„Oft sehe ich in den Blicken der Menschen, dass sie in mir gerade eine Person sehen, deren Vater ermordet wurde“, sagt Gamze Kubaşık. Es ist ein Satz, der viel über die Reaktionen verrät, die ihr bis heute begegnen.

Als ich Gamze Kubaşık zum ersten Mal treffe, sitzt sie auf einer Bank in einem der Universitätsgebäude in Münster, neben ihr der Sozialwissenschaftler Ali Şirin, der die Lesung an diesem Abend moderieren wird. Draußen ist die Innenstadt noch lebendig. Drinnen öffnen sich gerade die Türen eines Hörsaals, Besucherinnen und Besucher strömen heraus, Stimmen erfüllen die Eingangshalle. Hier wartet Gamze Kubaşık ruhig und in ein Gespräch mit Ali Şirin vertieft auf den Beginn einer Lesung ihres Buches.

Zu diesem Zeitpunkt ist das Buch, das Kubaşık gemeinsam mit Semiya Şimşek veröffentlicht hat, erst wenige Wochen alt. Der Titel: „Unser Schmerz ist unsere Kraft“. Darin geht es um ihre ermordeten Väter, um Erinnerung, rechten Terror und den langen Kampf um Aufklärung. Wer Gamze Kubaşık begegnet, weiß das oft schon. Und merkt doch schnell, dass dieses Wissen nicht dabei hilft, sofort die richtigen Worte zu finden – so geht es auch mir an diesem Abend in Münster.

Eine Entscheidung über Jahre

Kubaşık kennt diese Unsicherheit. Nach Lesungen und Schulgesprächen wird sie oft gefragt, woher sie die Kraft nehme, über den Mord an ihrem Vater zu sprechen. „Manche sagen dann zu mir, dass sie das an meiner Stelle niemals geschafft hätten.“ Dass sie heute öffentlich von ihrem Vater und den Folgen seines Mordes erzählt, ist für sie keine Selbstverständlichkeit. Es habe Jahre gedauert, bis sie diese Entscheidung treffen konnte, sagt sie.

Der Antrieb dahinter sei nicht, „unbedingt meine Geschichte zeigen“ zu wollen, sagt Gamze Kubaşık. „Ich möchte, dass man meinen Vater in Erinnerung behält.“ Genau darum kreist vieles in ihrem Erzählen: nicht um die Tat, sondern um den Menschen, der davor da war. „Mein Vater war jemand, auf den ich stolz war“, sagt sie und lächelt dabei. Sie habe ein besonders enges Verhältnis zu ihm gehabt, enger, wie sie selbst sagt, als zu ihrer Mutter. „Er hat mir immer gezeigt, wie wichtig ich für ihn bin.“

Ein Vater, auf den sie stolz war

Wenn Gamze Kubaşık von ihrem Vater erzählt, spricht sie von einem Menschen, der ihren Alltag geprägt hat und es bis heute tut. Von einem Vater, zu dem sie mit allem gehen konnte, der ihr Sicherheit gab und ihr das Gefühl vermittelte, gesehen zu werden. „Ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu meinem Vater“, erzählt sie. Er sei für sie oft derjenige gewesen, der Lösungen fand. Wenn sie als Jugendliche mit Freundinnen ausgehen wollte und ihre Mutter sich sorgte, sei ihr Vater der gewesen, der einen Weg suchte.

Gamze Kubaşık mit ihrem Vater Mehmet im Kiosk der Familie. Foto: Kubaşık

Dann habe er gesagt: „Weißt du was, auch wenn ich morgen früh um sieben oder acht Uhr zur Arbeit muss, ich hole dich trotzdem morgens um zwei oder drei ab.“ Es sind solche Erinnerungen, aus denen sich bis heute ihr Bild von Mehmet Kubaşık zusammensetzt: als humorvoller, hilfsbereiter Vater, auf den sie „stolz“ war.

Wie selbstverständlich er auch anderen half, habe sie erst nach seinem Tod erfahren. Jugendliche in ihrem Alter hätten ihr später erzählt, dass sie abends zu ihrem Vater gekommen seien, weil sie kein Geld hatten, um feiern zu gehen. Er habe ihnen das Geld geliehen, das sie ihm später zurückgaben. „Er hat nie darüber gesprochen“, sagt Kubaşık. „Aber ich war nicht geschockt. Ich wusste, er ist einfach so ein Mensch gewesen.“ Gerade in solchen Geschichten wird der Vater sichtbar, den sie bis heute gegen all die falschen Bilder verteidigt: ein Mann, der half, um zu helfen und ohne einen Vorteil daraus zu ziehen.

Mehmet Kubaşık und der NSU-Komplex
  • Mehmet Kubaşık wurde am 4. April 2006 in seinem Kiosk in Dortmund erschossen. Sein Mord war Teil der rassistischen Mordserie des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU).
  • Zwischen 2000 und 2007 ermordete der NSU zehn Menschen.
  • Zuvor hatten die Ermittlungen den Blick nicht auf rechtsextreme Täter, sondern jahrelang auf das persönliche Umfeld der Opfer gerichtet. Auch die Familie Kubaşık geriet dadurch unter Verdacht.
  • Erst nach der sogenannten Selbstenttarnung des NSU im November 2011 wurde öffentlich, dass die Morde von einem rechtsterroristischen Netzwerk verübt worden waren.

„Ich habe nie auch nur eine Sekunde gezweifelt.“
Gamze Kubaşık

Gerade deshalb stand für Gamze Kubaşık nie auch nur einen Moment zur Debatte, ob an den Verdächtigungen gegen ihren Vater, er sei kriminell gewesen und habe Drogen an Jugendliche verkauft, etwas wahr sein könnte. „Ich wusste, dass das nicht stimmt. Ich wusste von Anfang an, dass das nicht stimmt“, sagt sie. „Ich kenne meinen Vater zu gut.“ Es ist in ihren Antworten nicht nur Überzeugung zu hören, sondern eine Form von Gewissheit, die keinen Raum für Zweifel lässt. Nicht eine Sekunde lang, erzählt sie, habe sie geglaubt, ihr Vater könne der Mann gewesen sein, als den die Polizei und die Berichterstattung ihn zeichneten: kriminell, in dunkle Geschäfte verwickelt, mit einem verborgenen zweiten Leben. „Ich wusste, er würde niemals so etwas tun, niemals“, sagt sie. Der Schmerz lag für sie nicht darin, an ihrem Vater zu zweifeln. Der Schmerz lag darin, erleben zu müssen, wie andere es taten und wie schwer es war, ihnen die Wahrheit über ihn entgegenzuhalten. Aus der Trauer um den Vater wurde so fast augenblicklich auch ein Kampf um sein Bild, um seinen Namen, um die Wahrheit über einen geliebten Menschen.

Gamze Kubaşık liest aus “Unser Schmerz ist unsere Kraft”. Foto: Dominik Fehr

Wie sehr sich dieser Verdacht in den Alltag der Familie fraß, beschreibt Gamze Kubaşık bis heute bei Lesungen und Gesprächen. Am Grashof Gymnasium in Essen sitzt sie vor Schülerinnen und Schülern in der Aula und erzählt, was die Familie nach dem Mord erlebt hat. Menschen, die sie vorher gegrüßt hatten, hätten plötzlich die Straßenseite gewechselt, sobald sie sie sahen. „Am liebsten wäre ich in diesen Momenten unsichtbar geworden“, sagt sie. Besonders schwer sei gewesen, dass diese Blicke aus dem eigenen Umfeld kamen, von Menschen, die man kannte und die einen plötzlich „ganz anders“ ansahen als früher. „Diese Blicke: Das war schon etwas, womit ich überhaupt nicht umgehen konnte, was mich sehr tief getroffen hat“, sagt Kubaşık. Die Zeit nach dem Mord habe sie „körperlich und seelisch krank gemacht“.

In der Aula ist es still, als sie von den Ermittlungen erzählt. „Die Polizei, beziehungsweise dieses Ermittlungsteam, kam über Jahre hinweg zu uns nach Hause“, sagt sie. Immer wieder seien die Beamten mit Behauptungen gekommen, „wofür wir dann eine Antwort finden sollten“. Später erinnert sie sich an einen Ermittler, „der uns tatsächlich manchmal auch so richtig gequält hat in seinen Befragungen“. Es habe Zeiten gegeben, in denen man ihn in der Woche mindestens zweimal gesehen habe. Dann habe er mit einem Stammbaum vor der Familie gesessen. „Wir mussten dann erklären: Wer ist diese Person, wer ist auf diesem Bild zu sehen und wer gehört zu unserer Familie?“, erklärt Gamze Kubaşık den Schülerinnen und Schülern. Man merkt ihr an, dass sie diese Erklärung schon unzählige Male geliefert hat und doch schwingt noch immer Bitterkeit und eine gewisse Ungläubigkeit in ihrer Erzählung mit.

Alleine mit den Folgen

Zur Trauer, dem Misstrauen und den regelmäßigen, oft unangekündigten Befragungen kam, dass die Familie mit den Folgen weitgehend allein blieb. „Wir sind einfach allein gelassen worden“, sagt Kubaşık. Anlaufstellen für psychologische Unterstützung oder konkrete Hilfe habe es damals nicht gegeben. Als sie selbst irgendwann merkte, dass sie Hilfe brauchte, sei sie zu Ärztinnen gegangen. „Die mit mir nie mehr als drei Sitzungen hatten“, schildert Gamze Kubaşık ihre Erfahrungen. „Ich habe dann einfach keine Termine mehr bekommen, weil sie mit mir nichts anfangen konnten.“ Auch das habe sich tief eingebrannt: Dort, wo Hilfe möglich schien, erlebte sie vor allem Überforderung. Eine große Hilfe in dieser Zeit sei jedoch Semiya Şimşek gewesen. Sie habe nach der Ermordung ihres Vaters Enver Şimşek im September 2000 bereits gewusst, was Gamze durchmache und ihr geholfen.

Doch die Folgen waren nicht nur seelisch. Nach dem Mord verschuldete sich die Familie, Vereine mussten gekündigt werden, Dinge von persönlichem Wert gingen verloren. Besonders schmerzhaft ist für Gamze Kubaşık bis heute die Erinnerung daran, dass ihre Mutter Geschenke ihres Vaters verkaufen musste, um Schulden zu begleichen. Dinge, die für sie keine bloßen Gegenstände waren, sondern Erinnerungen an ihn. Jahre später zu erfahren, dass es Hilfen oder Anträge gegeben hätte, die vielleicht Entlastung gebracht hätten, machte es nicht leichter. Es machte die Versäumnisse nur sichtbarer. „Niemand hat uns davon erzählt“, so Kubaşık.

Vieles bleibt unbeantwortet

Die sogenannte Selbstenttarnung des NSU im November 2011 markierte für Gamze Kubaşık und ihre Familie einen Einschnitt. Plötzlich war öffentlich, was sie selbst immer gewusst hatten: Die Verdächtigungen gegen Mehmet Kubaşık waren falsch. Aus dieser späten Gewissheit wurde für Gamze Kubaşık jedoch kein Abschluss. Es begann ein neuer Abschnitt: der Versuch, ihren Vater gegen die Bilder zu verteidigen, die andere von ihm entworfen hatten, und von dem Menschen zu erzählen, der er für sie war. „Ich möchte, dass man meinen Vater in Erinnerung behält“, sagt sie.

“Warum Mehmet?” steht auf einem Gedenkschild geschrieben. Foto: Dominik Fehr

Was Gamze Kubaşık bis heute beschäftigt, ist deshalb nicht nur, was ihre Familie in den Jahren vor 2011 erleben musste. Es ist auch die Erfahrung, dass selbst danach vieles ungeklärt blieb. Zwar wurde die Familie nach der sogenannten Selbstenttarnung des NSU zu Gesprächen eingeladen, traf Politiker*innen, sprach mit der damaligen Bundeskanzlerin und mit Bundespräsidenten. Doch aus ihrer Sicht blieb vieles bei Worten. „Wir haben immer wieder Versprechen bekommen, die nicht eingehalten wurden“, sagt sie. Gerade deshalb sei es ihr wichtig, nicht nur über den Mord an ihrem Vater zu sprechen, sondern auch darüber, was den Familien der Opfer widerfahren ist und wie wenig sich verändert habe. „Diese Struktur, vor allem der Ermittlungen“, sagt sie, „hat sich nach den Morden gar nicht geändert.“ Noch immer seien viele Mittäter*innen nicht belangt worden. Auch die „zufällige“ Vernichtung wichtiger Akten kurz vor dem ersten Prozess spreche eine eigene Sprache.

Ein Teil der Familie

Wie sehr ein Verlust, der Verlust ihres Vaters, bis in die Gegenwart reicht, zeigt sich für Gamze Kubaşık besonders auch in den schönen, privaten Momenten, wie sie selbst sagt. Am schwersten seien oft die Momente gewesen, die eigentlich die glücklichsten sein sollten: ihre Hochzeit, die Geburt ihrer Kinder, Familienfeste. „Deine Augen suchen immer nach einer bestimmten Person“, sagt sie. Später kamen die Fragen ihrer Kinder dazu. Besonders ihr Sohn frage nach seinem Opa, danach, was er ihm wohl geschenkt hätte und wie er heute aussehen würde. In der Wohnung hängt ein großes Porträt des Großvaters. „Wenn meine Kinder ein Familienbild machen, ist mein Papa immer dabei“, sagt Gamze Kubaşık.

Lange habe sie Angst gehabt, ihre Kinder würden zu ihrem Großvater keine Beziehung entwickeln, weil sie ihn nie kennengelernt haben. Heute sei eher das Gegenteil der Fall. Der Opa sei präsent, in Bildern, in Erzählungen und in Fragen. Gerade das mache vieles schön und schmerzhaft zugleich. Ihrem Sohn erklären zu müssen, warum der Großvater nicht mehr da ist, falle ihr bis heute schwer. „Das belastet mich sehr“, sagt sie. Wenn er verstehen wolle, warum Menschen so etwas tun, stoße auch sie an Grenzen. „Das sind so Momente, wo ich dankbar bin, dass mein Mann dann übernimmt und mit ihm spricht.“

Wer Gamze Kubaşık begegnet, erlebt dabei nicht zwangsläufig die Schwere ihrer Geschichte. Zu Beginn ihrer Lesung am Grashof Gymnasium in Essen begrüßt sie mich mit den Worten: „Komm, wir umarmen uns.“ Es ist eine kleine Geste, aber sie verändert sofort etwas. Der Unsicherheit, mit der viele Menschen ihr begegnen würden, nimmt sie in solchen Momenten den Wind aus den Segeln. Gleichzeitig gibt es für sie klare Grenzen. „Manchmal gibt es auch diese Momente, wo es überhaupt nicht passt“, sagt Gamze Kubaşık. „Zum Beispiel, wenn ich mit den Kindern unterwegs bin und jemand stundenlang ein Gespräch mit mir führen will.“

Erinnerung als Versprechen

Gerade weil so vieles für sie unvollständig geblieben ist, haben Gesten der Anerkennung für Gamze Kubaşık ein besonderes Gewicht.

Eine solche Geste erlebte sie an einem Ort, der ihrem Vater viel bedeutete. Mehmet Kubaşık war großer BVB-Fan. Als Borussia Dortmund ein Wandgemälde von ihm im Stadion anbringen ließ, habe sie sich, wie sie sagt, „tierisch gefreut“. „Ich konnte es gar nicht glauben“, erzählt Kubaşık. Besonders wichtig sei für sie gewesen, dass der Verein von alleine an sie herangetreten sei. „Ich bin auch richtig stolz darauf“, sagt sie und lächelt bei der Erinnerung.

Grafitto von Mehmet Kubaşık im BVB-Stadion. Foto: Milan Kuhaupt

Wenn Gamze Kubaşık heute in Schulen und bei Lesungen spricht, dann erzählt sie nicht nur von einem Verlust. Sie erzählt von ihrem Vater als einem humorvollen und hilfsbereiten Menschen. Und sie erzählt von dem, was nach seinem Tod mit seiner Familie geschah.  Der Verlust ihres Vaters, sagt sie, werde sie ein Leben lang begleiten: „Das ist meine Identität. Den Schmerz und Verlust meines Vaters werde ich bis zu meinem eigenen Tod tragen.“ Sie werde weiter machen, erklärt Gamze Kubaşık entschlossen. „Ich habe mir selber, aber auch vor dem Grab meines Vaters versprochen, dass ich alles dafür tun werde, dass andere Familien nicht so etwas erleben müssen.“

Ein Weckruf für Deutschland

Was Gamze Kubaşık heute tut, ist mehr als nur persönliche Erinnerungsarbeit. Es ist ein Aufstehen gegen die rassistische Gewalt in diesem Land, die noch immer als Ausnahme behandelt wird, obwohl sie für viele Menschen eine Realität darstellt. Was Kubaşık erzählt, ist nicht nur die Geschichte eines Mordes an einem geliebten Menschen, sondern die Geschichte eines Landes, das Betroffene lange allein ließ und ihnen oft erst dann zuhörte, als es nicht mehr zu leugnen war.

Gerade darin liegt die Bedeutung ihrer Stimme. Dass es sie braucht, sagt viel über den Zustand dieses Landes aus. Solange Menschen wie Gamze Kubaşık noch immer erklären müssen, dass ihr Vater kein Krimineller war, solange Kinder lernen müssen, warum ein Großvater aus rassistischen Motiven ermordet wurde, und solange Betroffene den Staat an Versprechen erinnern müssen, sogar selbst für eine vollständige Aufklärung kämpfen müssen, ist diese Geschichte nicht vorbei. Und es werden wohl weitere Gamzes folgen.

Gamze Kubaşıks Geschichte ist deshalb nicht nur ein Kampf um Erinnerung und vollständige Aufklärung. Sie ist Mahnung, Anklage und gewissermaßen sogar ein Prüfstein dafür, wie es um die Demokratie und den Umgang mit strukturellem Rassismus in Deutschland steht.

Beitragsbild: Dominik Fehr

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