Zwischen Protest und Geldnot: Wer trägt die Ukraine im Kriegsalltag?

24. Februar 2022. Russland startete seine Vollinvasion der Ukraine. Schanna Solowjowa lief aufgebracht durch ihre Küche und weinte. Sie lebt in Schytomyr, rund 140 Kilometer von Kyjiw. Vor wenigen Minuten hatte sie ihren Mann zu seiner militärischen Einheit begleitet. „Auf dem Rückweg raste mein Kopf, der Feind kam auf unsere Stadt zu, ich dachte an all das, was passieren könnte, ich weinte, weil ich mich nutzlos fühlte”, erzählte sie später.

Eine Karte der Ukraine, mit Schytomyr.
Eine Karte der Ukraine, mit Schytomyr verzeichnet. Abbildung: Claude AI

Nach einer Weile auf und ab änderte sich ihre Stimmung schlagartig. „Ich hielt inne und dachte, was kann ich eigentlich tun? Fundraising. Ich bin Fundraising-Trainerin. Also entschied ich: Ich werde Geld sammeln.“

Solowjowa leitete schon damals zwei zivilgesellschaftliche Organisationen in Schytomyr: Modern Format und die Community Foundation. Mit beiden fing sie an, Geld für die Ukraine zu sammeln. Nach eigenen Angaben kamen seit Kriegsbeginn eine halbe Million Euro zusammen: „Das meiste ging an das Militär und an die Verteidigung der Stadt, an Kriegsopfer, an Binnenvertriebene, an medizinische Bedarfe und an Sozialunternehmen.“ Mit ihrem Einsatz möchte Solowjowa der Zivilgesellschaft in der Ukraine und in ihrer Stadt helfen, durch den Krieg zu kommen.

Ein Korrektiv, das den Staat zurechtweist

Schanna Solowjowa, Modern Format und Community Foundation
Schanna Solowjowa, Modern Format und Community Foundation. Foto: Lukas Pazzini

Solowjowa ist dabei keine Ausnahme. Seit dem 24. Februar 2022 haben in der Ukraine Tausende zivilgesellschaftliche Organisationen und andere Initiativen ihre Arbeit auf Kriegsbedingungen umgestellt oder sich neu gegründet, von Nachbarschaftshilfen, die Binnengeflüchtete versorgen, über Fundraising-Netzwerke für die Armee bis hin zu psychologischer Unterstützung für Hinterbliebene. Ein solches Engagement ist in der Ukraine nichts Ungewöhnliches.

Die Sozialwissenschaftlerin Susann Worschech von der Viadrina-Universität in Frankfurt (Oder) wundert das große Engagement der ukrainischen Zivilgesellschaft im Krieg nicht: Seit Ende der 1980er-Jahren agiere sie immer wieder als Korrektiv gegenüber dem ukrainischen Staat: Nach dem Ende der Sowjetunion und der Unabhängigkeit hat sie sich gegen Korruption oder für eine stärkere Annäherung an die EU eingesetzt. Sie verstand sich immer als Gegenmacht zum Staat und ging gegen unliebsame Entscheidungen auf die Straße.

Geschichte der Ukrainischen Zivilgesellschaft
1986: Tschornobyl-Katastrophe katalysiert Umweltbewegung
1989: Ruch-Bewegung mobilisiert für ukrainische Unabhängigkeit
2004: Orange Revolution, pro-europäische Massenproteste
2013/14: Euromaidan, Proteste für EU-Integration
2014: Nach Krim-Annexion organisieren Freiwillige Nachschub für Armee und Versorgung Binnenvertriebener, dort wo der Staat ausfällt
Seit 2022: Unterstützung der Gesellschaft und Binnenvertriebener in den nicht-annektierten Gebieten

Das setzt die ukrainische Zivilgesellschaft von anderen postsowjetischen Zivilgesellschaften ab, beispielsweise der belarussischen und georgischen Zivilgesellschaft. Diese befanden sich seit ihrer Unabhängigkeit im Clinch mit den staatlichen Institutionen und waren massivem russischen Einfluss ausgesetzt. Anders als in der Ukraine wurde die belarussische Zivilgesellschaft nach den großen Protesten gegen Diktator Alexander Lukaschenka 2020 zu großen Teilen verhaftet oder ins Exil gedrängt. Die georgische Zivilgesellschaft sieht sich der ständigen Gefahr eines russischen Angriffs und auch einer russophilen Regierung ausgesetzt, die den Rechtsstaat aushebelt und gegen die Zivilgesellschaft vorgeht.

Die ukrainische Zivilgesellschaft hat dagegen wieder und wieder bewiesen, dass sie kein Mobilisierungsproblem hat. „Diese unheimlich starke Fähigkeit zur Selbstorganisation“ sieht Worschech als wichtigen Unterschied zu Zivilgesellschaften in anderen ehemaligen Sowjet- und europäischen Staaten. „Und wir sehen, dass die ukrainische Zivilgesellschaft es schafft, über sehr große gesellschaftliche Gruppen hinweg einen Zusammenhalt aufzubauen.“

Die Zivilgesellschaft zeichnet sich noch durch einen anderen Aspekt aus: „Die ukrainische Zivilgesellschaft ist auch deshalb so stark, weil sie staatliche Leerstellen füllt”, so Worschech. Und anders als in Ländern wie Deutschland tut sie das ohne große staatliche Fördertöpfe und funktioniert auch unter höchstem Druck – wie die aktuelle Kriegssituation zeigt.

Wo staatliche Hilfe nicht reicht

Ein Hinterhof in Schytomyr. Mitten darin: ein gelbes einstöckiges Haus mit einem großen Garten. Hier arbeitet Oleh Lutschka. Er ist Priester der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine und leitet die Abteilung der Caritas Ukraine in Schytomyr. Beim Reingehen zeigt er in einen Raum. „Hier machen sie gerade Gymnastik.“ Vier junge Erwachsene mit körperlichen Behinderungen machen die Übungen einer Nonne nach, lassen einen Hula-Hoop-Reifen kreisen. Hier wird sichtbar, was Worschech mit staatlichen Leerstellen meint.

Priester Oleh Lutschka
Priester Oleh Lutschka (Caritas Schytomyr). Foto Lukas Pazzini

So leitet Lutschka ein Projekt, das mit jungen Erwachsenen mit Behinderung arbeitet. „Es gibt staatliche Programme, die Kinder bis zu einem bestimmten Alter abdecken. Aber für Ältere gibt es nicht mehr viel”, sagt er. In der Caritas Ukraine in Schytomyr werden sie den ganzen Tag betreut und lernen, zu kochen, einkaufen zu gehen oder kleinere Handarbeiten zu verrichten. „Die schönste Rückmeldung für uns ist, wenn Eltern sagen: Mein Kind hat angefangen, etwas zu tun, versteht sich selbst besser, hat etwas gekocht und mir geholfen”, sagt Lutschka und lächelt.

Junge Erwachsene bei einer Übung der Caritas Schytomyr.
Junge Erwachsene bei einer Übung der Caritas Schytomyr. Foto: Lukas Pazzini

Doch da hört die Arbeit von Lutschka und seinem Team nicht auf. Sie bieten psychologische Beratung für Kinder und Hinterbliebene gefallener Soldat*innen an, setzen Wohnraum in Schytomyr instand, bezahlen Schulsozialarbeiter*innen und verteilen Mikro-Zuschüsse an Eltern, die damit eigene Unternehmen aufbauen oder eine Ausbildung abschließen können.

Dabei gebe es vor allem finanzielle Probleme. Die Caritas Ukraine wird von der Caritas Internationalis finanziert, ist aber bei konkreten Projekten auf ausländische Spender*innen angewiesen. Mit staatlichen Institutionen kooperiere die Caritas Ukraine zwar, nehme aber keine finanziellen Mittel an. Und bei Spender*innen gebe es dann projektgebundene Laufzeiten. Lutschka hofft, einen Teil seiner Aufgaben irgendwann an andere Akteur*innen abzugeben. „Noch werden wir aber gebraucht”, sagt Lutschka mit einem nunmehr müden Lächeln.

Griechisch-katholisch und römisch-katholisch
Die griechisch-katholische und die römisch-katholische Kirche sind beide katholisch und dem Papst in Rom unterstellt; sie unterscheiden sich vor allem im Ritus. Während die römisch-katholische Kirche dem lateinischen Ritus folgt, feiert die griechisch-katholische Kirche, die auf die Union von Brest 1596 zurückgeht, nach dem byzantinischen, also ostkirchlich-orthodox anmutenden Ritus.

Als Tausende die Antikorruptionsbehörden verteidigten

Die ukrainische Zivilgesellschaft füllt nicht nur Leerstellen, sie tritt vor allem als selbstbewusstes Gegenüber zu staatlichen Stellen auf. Der Krieg hat ihre Rolle gestärkt, ohne sie würde die gesamte Gesellschaft wohl zusammenbrechen. „Die NGOs sind größer und selbstbewusster geworden, haben gesehen, was sie leisten können, und haben teilweise den Staat gerettet”, so Worschech.

Dr. Susann Worchesch
Dr. Susann Worschech, Scientific Coordinator Kompetenzverbund Interdisziplinäre Ukrainestudien (KIU). Foto: Heide Fest / Viadrina

Das habe sich besonders zu Beginn des Krieges gezeigt, als tausende Ukrainer*innen Geflüchteten Hilfe leisteten und damit unter Beweis stellten, dass sie angesichts der Vollinvasion nicht aufgeben, sondern ihr Möglichstes tun. Doch natürlich brauche es auch stabile staatliche Institutionen, vor allem wenn die Kraft der Zivilgesellschaft im Krieg immer mehr zuneige geht.

„Ein Moment absoluter Stärke waren natürlich der vergangene Juli die Proteste gegen die Rücknahme der Unabhängigkeit von NABU und SAPO”, so Worschech weiter. Im Juli 2025 gingen große Teile der Zivilgesellschaft auf die Straße, nachdem bekannt geworden war, dass ein Gesetz zur Schwächung der Antikorruptionsbehörden SAPO und NABU verabschiedet werden sollte.

Ukrainische Antikoruptionsbehörden
NABU ist das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine, SAPO die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft. Beide entstanden nach dem Euromaidan von 2014, auf Druck der Zivilgesellschaft und westlicher Partner, um hochrangige Korruption unabhängig von Regierung und Generalstaatsanwaltschaft zu verfolgen. Ihre Unabhängigkeit gilt als Kernbedingung für den EU-Beitritt. Im Juli 2025 beschloss das Parlament ein Gesetz, das beide Behörden der Generalstaatsanwaltschaft unterstellte und damit faktisch entmachtete. Es folgten die größten Proteste seit Beginn der Vollinvasion. Wenige Tage später nahm die Regierung das Gesetz zurück und stellte die Unabhängigkeit wieder her.

Der Bericht „The Situation of Human Rights Defenders and Civil Activists in Ukraine in 2025″ des Menschenrechtszentrums ZMINA weist darauf hin, dass dies die größten Proteste seit Beginn der russischen Vollinvasion gewesen seien, an denen auf dem Höhepunkt 9.000 Menschen teilgenommen hätten. Am Ende wurde die ukrainische Regierung gezwungen, ihre Pläne zurückzunehmen. Der ZMINA-Bericht spricht von einem „schnellen und signifikanten Sieg der Zivilgesellschaft”.

Es gibt also weiterhin Reibungen zwischen Zivilgesellschaft und staatlichen Institutionen. Worschech spricht von einer „Geschlossenheit nach außen” und einer „Konflikt- und Kritikfähigkeit nach innen“.

Auch in diesem Jahr hat die ukrainische Zivilgesellschaft mit den sogenannten „Papp-Protesten“ gezeigt, dass sie weiterhin in der Lage ist, die eigene Regierung in der Kriegszeit zu kritisieren.

Nachdem der beliebte Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow von Präsident Wolodomir Selenski des Amtes enthoben wurde, kam es zu Protesten im ganzen Land, in denen seine Wiedereinsetzung gefordert worden. Mit Fedorow war vor allem das Versprechen auf eine effizientere Kriegsführung und auf diese Weise weniger tote Soldaten verbunden. Selenski ruderte auf Druck dieser Proteste zurück, entließ eher konservative Militärs. Fedorow hat er allerdings nicht wieder eingesetzt.

Über allem: die Gefahr russischer Raketen

Bei all den Konflikten zwischen der ukrainischen Zivilgesellschaft und den staatlichen Institutionen ist ZMINA-Mitarbeiterin Ana More wichtig zu betonen, dass seit Beginn der Vollinvasion 2022 die russische Aggression die größte Herausforderung für die Ukraine sei.

Soldatenfriedhof in Schytomyr
Soldatenfriedhof in Schytomyr. Foto: Lukas Pazzini

„Sowohl Akteure der Zivilgesellschaft als auch jeder einzelne Ukrainer sind das Ziel russischer Raketen. Und jeden Morgen, nachdem wir die nächtlichen Angriffe überstanden haben, wachen wir mit dem Gedanken auf: Na ja, diesmal bin ich es nicht”, beschreibt More die Haltung, mit der viele Ukrainer*innen durch den Krieg gehen.

Für More zeigt der Bericht vor allem eines: Die ukrainische Zivilgesellschaft ist immer noch ein verlässlicher Faktor. „Selbst während des umfassenden Widerstands, selbst unter Kriegsrecht werden die Ukrainer für ihre Rechte kämpfen und keinen Rückschlag bei den demokratischen Werten dulden, für die wir an der Front kämpfen.”

Der Wegfall von USAID bereitet große Probleme

Doch der ZMINA-Bericht macht auf ein weiteres Problem aufmerksam: Die finanziellen Spielräume werden geringer.

Medizinische Güter bei Modern Format
Medizinische Güter bei Modern Format. Foto: Lukas Pazzini

Solowjowa etwa muss sich für Modern Format und die Community Foundation seit 2025 um neue Geldgeber*innen bemühen. Das zeigt ein Blick auf ihre Jahresberichte, die sie aus einem Stapel in ihrem Büro herauskramt. Auf allen prangt das Logo von USAID. „Die Projekte konnten wir zum Glück alle fertigstellen, bevor das Programm eingefroren wurde.”

Anfang 2025 hatte die US-Regierung unter Donald Trump die USAID-Mittel gestoppt, zum 1. Juli 2025 wurde die US-amerikanische Entwicklungshilfe-Behörde dann ganz geschlossen. USAID galt weltweit als wichtiger Geldgeber für zivilgesellschaftliche Projekte.

Der ZMINA-Bericht beziffert die Folgen: 75 Prozent der befragten Organisationen suchten nach alternativen Mitteln, 25 Prozent rechneten mit Personalabbau, 19 Prozent mit unbezahltem Urlaub, 12 Prozent mussten Programme aussetzen oder ganz schließen.

Was helfen könnte, ist für More klar: „Wir müssen über Diversifizierung nachdenken”, sagt sie. „Aber das ist schwierig.” Die lokalen Spendenmodelle stoßen an Grenzen, insbesondere in einer Gesellschaft, in der ohnehin im Krieg alle ihr Geld weitergeben, um Verwandten zu helfen.
Die Ukrainer*innen spenden laut dem ZMINA-Bericht bereits fünf bis 15 Prozent des eigenen Gehalts für Angehörige und Freunde an der Front, da bleibe kaum etwas übrig, um auch noch die eigenen Organisationen zu stützen.

Solowjowa will künftig stärker auf Graswurzel-Aktionen setzen, bei denen in den USA oder Deutschland Kleinstbeträge gesammelt werden. Erst vor kurzem sammelten US-Amerikaner:innen Geld, um davon medizinisches Material für die Community Foundation einzukaufen und in die Ukraine zu bringen.

Die EU als neue verlässliche Partnerin?

Laut Worschech könnte die EU perspektivisch die Rolle von USAID übernehmen, noch aber konnte der Wegfall der US-Gelder nicht kompensiert werden.

Die EU müsse die ukrainische Zivilgesellschaft stützen, wenn sie den EU-Reformprozess der Ukraine ermöglichen wolle, der auch eine starke, unabhängige Zivilgesellschaft einschließt. „Dass der ukrainische Staat einspringt, erwartet derzeit niemand. Deshalb muss die Europäische Union einspringen, gerade weil sie weiß, dass die ukrainische Zivilgesellschaft ihre Partnerin ist, wenn es um Reformen, Demokratisierung und EU-Integration geht.”

Die Ukraine könne sich auch ein Beispiel an Deutschland nehmen, zum Beispiel am Projekt „Demokratie leben”. Bei dem Programm gibt der Staat das Geld nicht direkt an die Organisationen. Lokale Gremien sind hier zwischengeschaltet und entscheiden vor Ort, welche Organisationen das Geld erhalten. Bei dem Programm liegt der Fokus auf Demokratieförderung.

Der Staat gibt also Rahmen und Umfang vor, hält sich bei der Entscheidung allerdings raus. „So eine Mittelstruktur aufzubauen, kann durchaus sinnvoll sein, und auch hier ist die EU in einer wichtigen Position, weil EU-Gelder am Ende über eine solche unabhängige Plattform vergeben werden müssten. Auf der Agenda steht das angesichts der Finanzlage aber noch nicht.“

Sollten Programme wie „Demokratie leben“ Vorbild für die Ukraine sein, ist es jedoch angesichts des derzeitigen Umbaus des Programms durch die deutsche Bundesregierung wichtig, ähnliche Programm möglichst wetterfest gegen ideologische parteipolitische Einflussnahmen zu machen, damit die Organisationen wirklich unabhängig sein können.

Weitermachen, weitermachen: Trotz allem

Die ukrainische Zivilgesellschaft steht damit vor vielen miteinander zusammenhängenden Herausforderungen: der andauernde Krieg, Reibungen mit staatlichen Behörden, wachsende Aufgaben und finanzielle Probleme.

Dazu die Ungewissheit, was nach dem Krieg kommt. „Diese Erschöpfung sehen wir jetzt überall, dieses ‚Wir können nicht mehr und machen trotzdem weiter’ hören wir seit vier Jahren permanent. Es ist eine Zivilgesellschaft im Ausnahmezustand“, sagt Worschech. „Und nach einem Sieg der Ukraine wird das Engagement weniger werden, das ist klar.“

Bilder aus Schytomyr: Aufbau neuer Wohnkomplexe.
Bilder aus Schytomyr: Aufbau neuer Wohnkomplexe. Foto: Lukas Pazzini

Dann beginne der Wiederaufbau, die existenzielle Gefahr für die Ukrainer*innen wird vorbei sein. Eine Zivilgesellschaft, die durch den Alltag im Krieg erschöpft ist, könnte dabei nicht aktiv die notwendigen Reformen anstoßen, die es benötigt. Der Krieg sei schon anstrengend genug gewesen und es könnte passieren, dass nach dem Abflauen der existenziellen Bedrohung durch Russland das Engagement zurückgeht.

Schanna Solowjowa will mit ihren Organisationen gegen alle Widerstände weitermachen. Sie plant unter anderem ein Wohnprojekt für Binnenvertriebene aus den besetzten Gebieten. Am wichtigsten sei ihr immer die Arbeit mit Menschen gewesen: „Wenn ich zurückblicke und sehe, von wie vielen Menschen wir das Leben verändert haben, dann motivieren mich diese Geschichten, aufzustehen und weiterzugehen. Ich hoffe, dass wir bald Projekte umsetzen, die auf Entwicklung zielen, nicht auf Verteidigung.”

Beitragsbild: Lukas Pazzini

Ein Beitrag von
Mehr von Lukas Pazzini
KURT – Das Magazin: Kommunalwahlen, Rückenschmerzen und Summer Street
Die Parteien SPD, Grüne und CDU verlieren immer mehr Stimmen an andere...
Mehr
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert