Gleiches Recht für alle – auch bei der Rente

Der demographische Wandel setzt die Rente ordentlich unter Druck. Während die Politik Weltmeister darin ist, Reformen anzukündigen, bleibt eine zentrale Frage offen: Warum zahlen Abgeordnete nicht selbst in die Rente ein?

Die Rente ist am Ende. Der demographische Wandel wird kommen, daran besteht kein Zweifel. Für eine alternde Gesellschaft ist das Rentensystem einfach nicht gemacht worden. Deshalb habe ich jedenfalls kein Vertrauen mehr in das alte System – und Angst vor Altersarmut. Zumindest, wenn das System nicht grundlegend reformiert wird und endlich auch Abgeordnete einzahlen.

Rente im Ruhestand

Die Rente hat mit ihrem antiken System gute Dienste geleistet. Langsam wird sie aber zu alt. Ich glaube fest, dass alle vernünftigen Abgeordneten das auch verstanden haben. Aber diese ganzen Reförmchen, die sich mit ein paar Prozenten bis 2031 beschäftigen, sind nichts weiter als Heuchelei. Jede Partei redet über Verantwortung. Das ist sogar der Titel des Koalitionsvertrags. Aber selbst welche übernehmen? Fehlanzeige. Gehandelt wird taktisch, nicht strategisch.

 In einem Gespräch mit Mitgliedern des Bundesausschuss für Arbeit und Soziales (BAAS) waren sich die Abgeordneten von CDU, SPD und Grüne einig, dass sie selbst auch einzahlen könnten und sollten. Ja, hallo!? Dann macht das doch bitte! Gesetzentwurf einbringen, abstimmen und fertig. Das kann doch wirklich nicht so schwer sein – gerne losgelöst vom Fraktionszwang. Immerhin seid ihr, liebe Abgeordnete, nur eurem Gewissen verpflichtet. Spätestens dann wissen wir auch, wer bei sich selbst anfangen würde – und wer nur faselt

Viel reden, wenig sagen, nichts machen

Faseln können nämlich alle gut. Das gehört schließlich zum Job dazu. Besonders dann, wenn an uns junge Menschen appelliert wird, werden schwere Geschütze aufgefahren: Corona, Wehrpflicht, jetzt die Rente. Natürlich bin ich im Lockdown gern zuhause geblieben, um Oma und Opa zu schützen. Und natürlich muss Deutschland auch kriegstüchtig sein, um unsere Freiheit zu verteidigen. Ich war und bin bereit, das alles in Kauf zu nehmen. Aber dann müsst ihr euch auch bei den großen Herausforderungen unserer Zeit beteiligen. Bei der Rente könntet ihr anfangen.

Es ist doch wohl völlig gerechtfertigt, wenn wir euch, dem ohnehin viel zu alten Bundestag, mal zumuten, selbst in die Kassen einzuzahlen. Über dem Reichstagsgebäude steht immerhin „Dem Deutschen Volke“ und nicht „Den Deutschen Abgeordneten“. Ihr vertretet uns alle, das Volk. Dann handelt auch so und geht voran. Was spräche denn dagegen?

Veränderung beginnt bei sich selbst

Unsere Abgeordneten leisten – ohne Wenn und Aber – einen Knochenjob, der angemessen bezahlt werden muss. Wer so volle Terminkalender hat und Deutschland repräsentiert, soll auch gut bezahlt werden. Klar ist auch, dass meine Idee nicht alle Probleme löst. Aber wer mir glaubhaft vermitteln will, dass wir jungen Menschen uns jetzt um unsere Rente kümmern sollten, muss auch dazu beitragen. Authentizität nennt sich das. Und die fehlt mir leider bei der Rente.

 

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Beitragsbild: pixabay.com/manfredgrund_mdb

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