Heute Student – morgen (vielleicht) Millionär

Warum geht das nicht und wieso erfindet niemand was, womit das endlich funktioniert?! Das fragt sich jeder manchmal. Anstatt sich aufzuregen, kann man auch sein eigenes StartUp gründen. Das geht an der TU Dortmund besonders gut – mit professioneller Unterstützung.

Ein StartUp zu gründen ist wie eine Light-Version von Russisch Roulette: Vielleicht hat der Gründer DIE Idee, kann sie umsetzen, verkauft seine Firma und macht den Rest seines Lebens Urlaub auf den Seychellen. Manchmal sieht der er eine vermeintliche Marktlücke, die potenziellen Kunden gibt es aber nicht. Er hat sein Geld und seine Energie in einem geplatzten Traum versenkt. 50-70% der Gründer können sich mit ihrer Idee nicht am Markt durchsetzen. Die meisten Gründer arbeiten also nach fünf Jahren nicht mehr in dem von ihnen gegründeten StartUp, sagt Ronald Kriedel aus der Geschäftsführung des Centrum für Entrepeneurship & Transfer (CET).

Ronald Kriedel, Geschäftsführung des CET der TU Dortmund. Foto: Sven Lüüs

Das CET der TU Dortmund will den drohenden Kopfschuss für StartUp-Gründer zu einem Streifschuss machen: Es will junge Gründer begleiten, während diese ihr Unternehmen aufbauen und dabei vor allem die Risiken für StartUp-Gründer abfedern. Das CET bewertet die Ideen der Gründer nicht selbst, sagt Kriedel. Die Experten vom CET wissen aber, was die Gründer tun müssen, um die Erfolgschancen ihrer Idee einschätzen zu können: „Wir sagen den Gründern, dass sie rausgehen und Kunden finden sollen. So finden wir schnell heraus, ob das Produkt Erfolg haben kann“, sagt Kriedel. Außerdem halte das CET die Gründer davon ab, frühzeitig zu viel Zeit und Geld in das Projekt zu investieren. Umso unsicherer der Erfolg des Projekts, desto weniger Ressourcen solle man investieren.

Arnold will aus seiner Idee ein Unternehmen machen

Informatikstudent Arnold hatte schon mehrere Ideen für ein StartUp. Die CET-Experten haben ihm immer Feedback gegeben; Ihm gesagt, was an seiner Idee nicht stimmt. Die meisten hat er daraufhin verworfen. An seiner neuen Idee arbeitet Arnold seit drei Wochen: Er will Kioskbesitzern und Taxifahrern, die mit Internet nichts zu tun haben, bargeldloses Bezahlen ermöglichen. Erst müssen die Kunden – also zum Beispiel Taxifahrer oder Kioskbesitzer – sich bei ihm registrieren. Dann erhalten sie einen QR-Code. Diesen muss der Taxikunde dann nur noch einscannen, um auf die Website von Arnold zu kommen. Auf dieser kann er bezahlen. Der Taxifahrer bekommt direkt eine SMS, in der steht, dass der Kunde bezahlt hat.

Arnold studiert Informatik an der FH in Dortmund. Foto: Sven Lüüs

Auch die nächsten Schritte der Gründer begleitet das CET: Es vermittelt den StartUp-Gründern Kontakte zur Industrie- und Handelskammer, zur Handwerkskammer, zu Banken und zu Produktionspartnern, die den Gründern zum Beispiel das Material für ihr Produkt verkaufen können. Auch bei der unbeliebten Bürokratie hilft das CET den Gründern: Es berät bei Patent- und Rechtsfragen und zeigt ihnen, welche Fördermittel sie beantragen könnten. „Wir geben nur Einstiege und klären über Risiken auf. Für den Rest müssen die Gründer aber zu Anwälten und Notaren gehen“, stellt Kriedel klar.

Das CET hat Arnold einen auch einen Kontakt zu einer Informatikfirma vermittelt. Die soll ihm Tipps geben, um erfolgreich zu werden. Arnold weiß selbst, was ihm jetzt noch fehlt: Er muss wissen, wie er sein Produkt vermarkten kann. Das hat er im Studium nicht gelernt.

„StartUp Innolab“: Eine Chance für StartUps

Dazu bewirbt er sich bei dem Projekt „StartUp Innolab“. Dort kann sich jeder bewerben, der seine Idee für ein StartUp ernsthaft verwirklichen will. Das CET leitet das Projekt. Wenn die Experten vom CET das Gefühl haben, dass jemand eine gute Idee hat und diese Person auch in der Lage ist, die Idee umzusetzen, kann der angehende Gründer an „StartUp Innolab“ teilnehmen, sagt Kriedel. Bewerber sollten ihre Idee bereits etwas weiter gedacht haben und bereit sein, viel Zeit dafür aufzubringen – auch für die Seminare und Workshops in „Startup Innolab“.

„StartUp Innolab“ beginnt mit zehn Seminaren, in denen die angehenden Gründer lernen, wie sie aus einer Idee für ein Produkt ein erfolgreiches Unternehmen machen. Dann können die StartUp-Gründer sagen, was ihnen noch an Wissen fehlt. Das arbeiten sie in Workshops auf. So könnte Arnold beispielsweise in einem Workshop lernen, wie er sein Konzept an Taxifahrer und Kioskbesitzer vermarkten kann. Außerdem werden sie von Mentoren betreut, die sich auf dem jeweiligen Gebiet der Firma am besten auskennen. Während des Akademiewochenendes lernen sich die StartUps untereinander kennen. Kontakte sollen sie bei Stammtischen knüpfen können.

Das Projekt soll im kommenden Jahr starten – vermutlich im März oder im April. Angehende StartUp-Gründer können sich im Februar auf der Internetseite des CET bewerben.

„StartUp Innolab“ wird größtenteils vom Land NRW finanziert. Das Projekt wird im Westfälischen Ruhrgebiet mit 1,1 Millionen Euro gefördert. Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart übergab am Freitag (27. Oktober) den Zuwendungsbescheid an Professor Andreas Liening von der TU Dortmund. Außer dem CET der TU Dortmund beteiligen sich im Westfälischen Ruhrgebiet auch die Dortmunder Wirtschaftsförderung, das Dortmunder Technologiezentrum, die FH Dortmund und die Hochschule Hamm-Lippstadt an dem Projekt. Die verschiedenen Akteure haben sich die Arbeit in sieben Aufgaben eingeteilt, um sich besser abzustimmen. Das CET übernimmt schon drei dieser sieben Aufgaben: Die Projektleitung, die Seminare und Akademien und die Erfolgskontrolle. Das Technologiezentrum bietet Workshops an.

Arnold hat schon ungefähr 50 Stunden für seine Idee gearbeitet. Bisher zahlt er nur 10 Euro für seinen eigenen Server, um seine Website zu betreiben. Er hat also noch nicht viel investiert, könnte auch damit leben, wenn das Projekt scheitert. Er würde auch nochmal von vorne anfangen, wenn aus seiner Idee nichts wird – dazu bräuchte er aber eine neue, bessere Idee.

Beitragsbild: US Embassy Canada, lizenziert nach Creative Commons

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