Star Wars: The Last Jedi – „Chaotisch und enttäuschend“

Kurt-Autorin Lilith Teusch ist großer Star-Wars-Fan. Sie hat den achten Teil der Reihe bei ihrem Kino-Besuch unter die Lupe genommen. Ein Kommentar.

„Star Wars: The Last Jedi“ (dt. „Die letzten Jedi“) ist der zweite Film der neuen Trilogie und erzählt die Geschichte dort weiter, wo „The Force Awakens“ (dt. „Das Erwachen der Macht“) aufgehört hat. Die junge Waise Rey verbringt den ersten Teil des Films auf der Insel, auf die sich Luke Skywalker zurückgezogen hat. Sie versucht den verbitterten Luke dazu zu bewegen, zur Rebellion zurückzukehren und sie zur Jedi auszubilden. Die zahlenmäßig stark unterlegene Flotte der Rebellen flieht praktisch den gesamten Plot hindurch vor den Schiffen der First Order, was den Film sehr langatmig macht. Fin und die neu eingeführte Rose begeben sich auf die Suche nach einem Spezialisten, um die übermächtigen Gegner abzuschütteln.

Star Wars ist fantastisch. Es spielt in einem Universum, in dem es physikalisch unmögliche Waffen und eine unsichtbare Macht gibt. Solche fantastischen Elemente muss der Zuschauer einfach hinnehmen, genauso wie die Magie in „Herr der Ringe“ oder „Harry Potter“. Dass diese Elemente fantastisch sind, soll aber nicht bedeuten, dass sie keinerlei Regeln haben. Doch genau das scheint für den Umgang mit der Technik und der Macht in „The Last Jedi“ nicht zu gelten. Während die Rebellenflotte von der First Order Schiff um Schiff dezimiert wird, scheint es keinen Ausweg zu geben. Doch das letzte Flaggschiff wird nach der Evakuierung als Waffe genutzt, um die First Order zurückzuschlagen. Wenn das eine Option ist, welche die Technologie zulässt, warum wurde sie nicht vorher genutzt?

Der Anführer der First Order und neuer Sith-Lord, Suprime Leader Snoke, wurde in „The Force Awakens“ nur als Hologramm gezeigt. Er verkörperte eine übermächtige, geheimnisvolle böse Macht und über seine Identität sind nach dem Film viele Theorien entstanden. In „The Last Jedi“ wurde er nun wirklich gezeigt. Der Charakter verliert leider alles an Mysterien und Bedrohung. Zudem endet seine Geschichte ohne jegliche Antwort oder Hinweis auf seine Herkunft und Rolle.

Ideen aus der ursprünglichen Trilogie

Der Film bedient sich wieder vieler Ideen aus der ursprünglichen Trilogie, die teilweise leicht geändert, aber nie wirklich verbessert wurden. Dabei verschenkt der Film gelegentlich potenziell interessante Situationen, wie die von dunkler Macht erfüllte Höhle auf Lukes Insel. Die Handlung wirkt chaotisch und willkürlich und es wird viel Zeit in folgenlose Handlungsstränge investiert, die Charakterentwicklungen erzwingen und den Film dabei unnötig in die Länge ziehen. Die Welt ist voller niedlicher Tierarten, die allzu häufig sehr fehl am Platz wirken und selten etwas zur Handlung beitragen.

Alles in allem enttäuscht der Film leider. Die Handlung wirkt chaotisch, viele Situationen ähneln der Ursprungstrilogie und potenziell interessante Aspekte werden verschenkt.

Beitrags- und Teaserbild: flickr.com/junaidrao, lizenziert nach CC BY-NC-ND 2.0.

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