Einigung im Tarifstreit an Unikliniken

Nach einer Vielzahl von abgewiesenen Patienten, streikenden Pflegern, Einschränkungen bei der Notaufnahme und Tausenden verschobenen Operationen könnte an den Unikliniken Düsseldorf und Essen nun wieder Ruhe einkehren. Im Verdi-Tarifkonflikt gibt es eine Einigung. Details stellten die Schlichter am Freitagvormittag auf einer Pressekonferenz vor.

Die Einigungen im Überblick:

Mehr Personal
An den Unikliniken sollen insgesamt 360 zusätzliche Vollzeitstellen geschaffen werden. Dadurch soll vor allem die Pflege verbessert werden. Pro Klinik geht es um 180 neue Stellen.
Personalbedarf ermitteln
Innerhalb von 18 Monaten sollen Verfahren in die Wege geleitet werden, um den Personalbedarf im Pflegebereich der Kliniken zu ermitteln.
Konsequenzmanagement und bessere Ausbildung
Es soll ein „Konsequenzmanagement“ eingerichtet werden, um Gefahren durch zu wenig Mitarbeiter zu vermeiden. Außerdem sollen nun mindestens zwei Personen pro Arbeitsbereich in der Nachtschicht arbeiten und die Ausbildung verbessert werden.

Vor mehr als zwei Monaten war der bereits seit einem Jahr existierende Konflikt eskaliert. Allein am Uniklinikum in Essen seien nach Informationen des WDR bis zum Beginn der Schlichtung am vergangenen Montag über 3000 Operationen und Eingriffe ausgefallen. Die Gewerkschaft Verdi forderte Haustarifverträge, um das Pflegepersonal zu entlasten.

Die Klinikleitungen hatten jedoch erklärt, sie dürften solche Tarifverträge gar nicht abschließen. Dies sei Aufgabe der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Der frühere Vorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg Wilfried Jacobs und der Jurist an der Universität Köln, Prof. Ulrich Preis versuchten seit Wochenbeginn, den Streit zu schlichten – mit Erfolg.

Anfang kommender Woche sollen die Verdi-Mitglieder entscheiden, ob sie die Ergebnisse der Schlichtung annehmen wollen.

 

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