Essener Gemeinde führt Eintrittskarten für den Weihnachtsgottesdienst ein

Die Kirche ist für all ihre Mitglieder da. Die evangelische Gemeinde in Essen-Haarzopf hat sich entschieden, den Zutritt zum Weihnachtsgottesdienst in diesem Jahr zu beschränken: Es erhält nur Zutritt, wer eine Eintrittskarte vorzeigen kann. In Dortmund sieht die Situation anders aus.

Bekannterweise ist der Andrang zum Weihnachtsgottesdienst immer besonders groß. So auch in Essen-Haarzopf, sodass im vergangenen Jahr einige Besucher an der Tür abgewiesen werden mussten. Christiane Imhof ist stellvertretende Vorsitzende des Presbyteriums der Gemeinde Essen-Haarzopf und erklärte gegenüber der WAZ die Gründe für diesen Schritt: „Es gab 2017 unschöne Diskussionen und Situationen am Eingang. Um die Sicherheitsauflagen zu erfüllen, mussten wir Menschen abweisen“.

Das war nicht immer so. Grund für die neuen Sicherheitsauflagen ist die Neuabnahme der Kirche durch das Bauamt nach dem Abschluss der Sanierungsarbeiten 2017. Die Kirche der Gemeinde Essen-Haarzopf und das Gemeindezentrum Fulerum, welche die Gottesdienste am Heiligen Abend untereinander aufgeteilt haben, dürfen seit 2017 nur noch 333 (Essen-Haarzopf) bzw. 170 (Gemeindezentrum Fulerum) Gläubigen Zutritt gewähren. Nach den neuen Auflagen sind weder stehende Teilnehmer, noch Rollstühle und Rollatoren in den Räumlichkeiten erlaubt. Ehrenamtliches Personal begleitet die hilfsbedürftigen Gemeindemitglieder zum Platz. Die benachbarte Kita dient als Abstellort für diese und wird durch zusätzliches Sicherheitspersonal bewacht.

Die Gemeinde ist vorbereitet auf den Heiligen Abend

Ingesamt sechs Gottesdienste wird es am 24.12.2018 in der Gemeinde geben, lediglich die Christmette um 23 Uhr soll ohne diese Beschränkung stattfinden, da diese meist weniger stark besucht ist, so Christiane Imhof. Auf der Internetseite der Evangelischen Kirchengemeinde Essen-Haarzopf sind Informationen zu der Entscheidung der Gemeinde und zum Ablauf zu finden.

Einige Mitglieder der Gemeinde haben schon Protest gegen die Aktion angekündigt und wollen auch ohne Eintrittskarte zum Gottesdienst erscheinen, so Imhof gegenüber der WAZ. Wer an dem Gottesdienst am 24.12.2018 teilnehmen möchte, kann die Eintrittkarten im Gemeindebüro Essen-Haarzopf und an vier weiteren Anlaufstellen bekommen. Diese sind kostenfrei und für die Termine 14.30 Uhr, 16 Uhr und 18 Uhr verfügbar.

Dortmunder Kirchen verzichten auf Eintrittskarten

Auswirkungen auf Dortmund hat der Fall in Essen aber keine. Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises in Dortmund, Heike Proske, sind derzeit keine Kirchen in Dortmund bekannt, die Eintrittkarten für den Gottesdienst verteilen. Allerdings gebe es mehrere Kirchen, die bei verschiedenen Gottesdiensten ehrenamtliche Helfer an den Türen stehen haben. Diese müssten im Notfall Teilnehmer abweisen, wenn die Plätze nicht mehr ausreichen.

Probleme, wie in der Essener Gemeinde Haarzopf, hat sie in Dortmund aber nicht erlebt. Generell begegnen sich die Menschen an Heiligabend mit friedlicher Stimmung und zeigen Verständnis. „Bislang war immer alles sehr solidarisch: nochmal etwas zusammenrücken, eine Stunde kann manchmal auch gestanden werden oder die Personen wechseln sich mit dem Sitzen und Stehen ab. Dann wird es wärmer in der Kirche.“ Im Allgemeinen erwarte der Evangelische Kirchenkreis Dortmund ein harmonisches Miteinander und schon einen im Vorfeld eingestellten Weihnachtsfrieden.

Essen-Haarzopf bleibt im Ruhrgebiet die Ausnahme

Den evangelischen NRW-Landeskirchen und dem Ruhrbistum liegen keine Infomationen vor zu anderen Gemeinden, die sich der Praktik der Gemeinde Essen-Haarzopf anschließen. „Der Westen“ berichtet, dass in der Düsseldorfer Johanniskirche dieses Jahr ein Securityteam an der Kirchentür stehen wird, um die Teilnehmerzahlen zu kontrollieren und einen Einlass-Stopp verhängt, wenn alle Plätze belegt sind. Medienreferent Markus Frädrich erklärte gegenüber dem epd, dass der Kölner Dom Heiligabend für alle offen steht, auch ohne Eintrittskarte.

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