Von Tom Brady, Erdbeben und jeder Menge Skittles – ein Blick in die Playoff-Glaskugel

Popcorn und Chicken Wings sind in den Läden längst ausverkauft. Der Pizzalieferant ist auf Kurzwahl eingestellt. Klare Zeichen dafür, dass die Playoffs der National Football League in den USA vor der Tür stehen. Nur noch zwei Siege fehlen den Teams bis zum Einzug in den Super Bowl am 3. Februar in Miami. KURT schaut schon einmal in die Glaskugel und sagt den ein oder anderen vielleicht etwas kuriosen – aber garantiert nicht unmöglichen – Spielausgang voraus.

Divisional-Round: „Houston, wir haben ein Problem!“

Im ersten Viertelfinale treffen die Baltimore Ravens auf die Tennessee Titans. Der heimische Greenkeeper bekam im Vorhinein die Aufgabe, etwas gegen Star Runningback Derrick Henry zu tun, der in der Vorrunde die New England Patriots schon in Grund und Boden lief. Gesagt, getan: Zufälliger Weise ist der Boden völlig überwässert, Henry rutscht nur noch aus, Baltimore zieht weiter.

Die Kansas City Chiefs hatten sich mental komplett auf Tom Brady und die Patriots vorbereitet, aber daraus wurde bekanntlich nichts. Um das Spiel fair zu halten, spielt Quarterback Patrick Mahomes nun mit Augenbinde und wirft trotzdem fünf Touchdowns. Texans-Spielführer Watson funkt in der zweiten Halbzeit an die Bodenstation, aber „Houston, wir haben ein Problem“ funktioniert eben nur im Weltall.

In der NFC duellieren sich die San Francisco 49ers mit den Minnesota Vikings und obwohl Marschall Eriksen wieder mit der ganzen Familie am Grab des verstorbenen Vaters grillt, reicht es nicht. Vikings-QB Kirk Cousins bekommt sein typisches Prime-Time-Flattern und wirft mehr Bälle auf die Tribüne als zum Mitspieler.

Im letzten Viertelfinale wollen die Green Bay Packers Revanche bei den Seattle Seahawks für die 2015er-Playoff-Schelte nehmen. Und diesmal ist alles umgekehrt: Im zweiten Abschnitt gelingt den „Cheeseheads“ ein Fake-Field-Goal und der Ausgleich in allerletzter Sekunde. In der Overtime bekommen die Seahawks aber zuerst den Ball und nachdem Trainer Pete Caroll in seine berühmte „hands-on-knees“-Pose geht, gewinnen die Gäste durch einen wahnsinnigen 80-Yards-Touchdown von DK Metcalf.

Conference-Finals: Ganz San Francisco bebt und Tom Brady ist wieder da

Nur noch ein Sieg trennt alle Mannschaften nun vom Super Bowl 54! Zwischen den Ravens und den Chiefs entwickelt sich in der AFC ein episches Duell mit Punkten, Punkten, Punkten. Lamar Jackson bringt Baltimore sechsmal in Führung, Patrick Mahomes gleicht sechsmal aus. Doch dann erinnern sich die Ravens plötzlich an ihre Vergangenheit und an die Zeit, als sie noch unter dem Namen Cleveland Browns spielten. Zur Erinnerung: Die Browns sind die mit großem Abstand schlechteste Mannschaft des vergangenen Jahrzehnts, quasi der HSV des Footballs. Und schon läuft es nicht mehr. In typischer Browns-Manier gelingt dem Heimteam nichts mehr, Kansas City zieht in den Super Bowl ein.

Die größte Überraschung geschieht aber erst nach dem Spiel. Tom Brady, der die gesamte Partie von der Tribüne aus ansah, unterschreibt noch im Umkleideraum einen Vertrag bei den Chiefs. „Wenn ich nicht als Titelverteidiger in die neue Saison starte, kann ich auch gleich aufhören“, postet der G.O.A.T. (The Greatest Of All Time) kurze Zeit später auf Twitter.

Der Gegner von Brady wird in San Francisco auserkoren, wo die Seattle Seahawks zu Gast sind. In einem Generationenduell laufen Marshawn Lynch (33 Jahre, Seattle) und Raheem Mostert (27 Jahre, San Francisco) regelrecht um die Wette. Es „läuft“ sogar so gut, dass die Fans auf den Tribünen, wie damals 2011 in Seattle beim Spiel gegen die New Orleans Saints, mit ihrem Jubel ein Erdbeben auslösen. Einen Ausschlag von 5,3 auf der Richter-Skala misst das Seismogramm in Bay-City. Mit 24:24 geht es in die Overtime und dort gelingt es dem fingerlosen Seahawks-Spieler Shaquem Griffin tatsächlich seinen Mitspieler Bobby Wagner im Schere-Stein-Papier-Duell zu schlagen. Griffins „unschlagbarer Stein“ bringt Seattle Glück und nach dem vierten Touchdown von „Beastmode“ Marshawn Lynch fliegen die Seeadler weiter nach Miami.

Super Bowl: Björn Werner wird ungewollt zum Internethit

Es ist also angerichtet, doch irgendwie passieren in dieser Saison immer wieder unvorhersehbare Dinge. So auch in Magic City (früher war Miami häufig Treffpunkt der größten Zauberkünstler). Die deutschen Zauberer, die „Ehrlich Brothers“ aus dem ostwestfälischen Bünde, werden zu einer wahnsinnigen Show nach Miami geholt. Das große Finale misslingt allerdings. Zwar schaffen es die beiden tatsächlich in ganz Miami den Strom abzuschalten, bloß danach geht er nicht mehr an. Die halbe US-Ostküste, inklusive des Hard Rock Stadiums, wo sich beide Mannschaft nun versuchen, irgendwie warm zu halten, ist dunkel.

Nach einer halben Stunde scheint allerdings alles wieder repariert, die NFL hat ja auch schon Erfahrung aus 2012, wo nach der Half-Time-Show das Licht ebenfalls 34 Minuten ausfiel. Sportlich passiert danach wenig. Marshawn Lynch ist nach einer Überdosis „Skittles“ auf dem Weg ins Krankenhaus und so führen die Kansas City Chiefs – beflügelt von Tom Brady auf der Ersatzbank – zur Halbzeit souverän mit 16:3. Den Aufreger schlechthin gibt es dann aber in der Halbzeit.

In der Half-Time-Show von Jennifer Lopez und Shakira läuft alles wie geplant. Sogar der Gast-Rap-Auftritt von Fußballspieler und Shakira-Ehemann Gerard Pique lässt sich durchaus anhören. Doch was ist denn da im Publikum los? Der Pro-7-Footballexperte und Ex-NFL-Spieler Björn Werner tanzt oberkörperfrei zur Musik der beiden Popstars. Werner hatte sich schon Anfang Januar vor laufender Kamera als großer J-Lo-Fanboy „geoutet“. Dass er sich aber nun so freizügig zeigt, trendet sofort auf Twitter.

Dass die Kansas City Chiefs danach fast problemlos ihren zweiten Super Bowl nach 1969 gewinnen, interessiert danach kaum noch einen. Selbst US-Präsident Donald Trump schreibt in einem seiner 23 Tweets am heutigen Tage über das „Werner-Nipple-Gate“.

Beitragsbild: Pixabay

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