Nach Tierquälerei-Vorwürfen: Kein Reiten mehr beim Modernen Fünfkampf

Springreiten ist künftig keine Disziplin mehr beim Modernen Fünfkampf. Der Weltverband reagiert damit auf Tierquälerei-Vorwürfe, wie zuletzt bei Olympia. 

Der Weltverband des Modernen Fünfkampfs (UIPM) arbeitet an neuen Regeln und will das Springreiten durch Radfahren ersetzen. Das berichtet die britische Zeitung „The Guardian“. Der Einsatz von Pferden wurde in der Vergangenheit vielfach kritisiert, da die Athlet*innen nicht mit eigenen Tieren reiten. Stattdessen werden ihnen Pferde zugelost und es gibt kaum Zeit für die Eingewöhnung. Oft beklagten die Sportler*innen selbst, dass die zugewiesenen Tiere sich mit der Situation überhaupt nicht wohlfühlen.

Anlass für die Regeländerung ist ein Eklat bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio. Die deutsche Finalistin Annika Schleu scheiterte, weil das ihr zugewiesene Pferd „Saint Boy“ sich weigerte, über die Hürden zu springen. Schleu brach in Tränen aus, wurde handgreiflich und verpasste dem Pferd einen Faustschlag. Der Disziplinarausschuss reagierte mit einer Verwarnung, außerdem reichten diverse Tierschutzverbände Klage gegen die Sportlerin ein.

Der Tradition gemäß ist Reitsport seit über hundert Jahren fester Bestandteil des Modernen Fünfkampfs. Daneben messen sich die Athlet*innen im Schwimmen, Fechten und „Laser Run“, einer Kombination aus Laufen und Schießen.

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