US-Tabakkonzerne müssen gegen das Rauchen werben

Seit Sonntag müssen Tabakkonzerne in den USA Werbung in Zeitungen und im Fernsehen schalten. Damit sollen sie allerdings nicht für ihre Produkte werben, sondern vor den Risiken durch das Rauchen warnen.

Ein Jahr lang müssen US-Tabakkonzerne nun an fünf Abenden pro Woche Werbespots in den großen Fernsehsendern schalten sowie fünf ganzseitige Anzeigen in den Wochenendausgaben von großen Tageszeitungen. In diesen Spots wird einer von fünf Texten, die das Gericht vorgegeben hat, vorgelesen und angezeigt. Zum Beispiel „Rauchen tötet durchschnittlich 1200 Amerikaner. Jeden Tag.“

Seit 1999 gibt es einen Rechtsstreit zwischen den großen Tabakfirmen und der US-Regierung. 2006 hatte eine Bezirksrichterin geurteilt, dass sich die Firmen verschworen hätten, um die Gefahren des Rauchens zu verheimlichen, das berichtete das Abendblatt. Die Richterin verlangte, dass die Konzerne über die Gefahren durch das Rauchen aufklären sollen, doch diese wehrten sich jahrelang dagegen. Nun hat ein Gericht in Washington die Kampagne angeordnet.

Diese kostet den Konzern Altria, der die Marken Marlboro und L&M besitzt, eigenen Angaben zufolge 30 Millionen Euro. Die anderen betroffenen Firmen sind R.J. Reynolds Tobacco, Philip Morris USA und Lorillard. Die Anordnung ist Teil eines Vergleichs, der die Tabakkonzerne vor Strafzahlungen in Milliardenhöhe schützt.

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