Stuttgart 21: Abbruch wäre teurer als Fertigstellung

Das umstrittene Bahnprojekt „Stuttgart 21“ soll deutlich teurer werden. Für eine Umkehr ist es allerdings zu spät: Die Kosten für einen Abbruch wären weit höher. Leidtragende der Kostensteigerung könnten alle Bahnkunden sein. 

Ein Stopp des Projekts Stuttgart 21 würde zusätzlich 7 Milliarden Euro kosten. Das geht laut dem „Handelsblatt“ aus einem Gutachten der Deutschen Bahn AG hervor. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass sich die Kosten für das Bahnprojekt um mehr als eine Milliarde erhöhen, und zwar auf 7,6 Milliarden Euro. Zudem solle der Umbau nun bis 2024 dauern, statt wie geplant bis 2023.

Verantwortlich für die höheren Kosten seien vor allem die verzögerte Inbetriebnahme des Bahnhofes, aber zum Beispiel auch höhere Vergabekosten. Außerdem seien Baukosten generell gestiegen, weil die Baukapazität in Baden-Württemberg ausgelastet seien. Bei Stuttgart 21 kommt der umfangreiche und schwierige Tunnelbau hinzu. Die Kosten dafür waren zuvor falsch kalkuliert worden.

Wer die zusätzlichen Kosten zu tragen hat, ist nach wie vor umstritten. Keiner der Beteiligten – die Stadt, das Land Baden-Württemberg und der Bund – will die Mehrkosten übernehmen. Da die Bahn ein Bundesunternehmen ist, fallen die Beträge aber möglicherweise zu Lasten des Bundes. Und auch die Fahrgäste in ganz Deutschland könnten leiden, wie Fahrgastverbände fürchten. „Durch die fatalen Mehrkosten fehlt das Geld an anderer Stelle, beispielsweise für den dringenden Ausbau so mancher regionaler Strecken“, sagte Pro-Bahn-Sprecher Karl-Peter Neumann der „Neuen Osnabrücker Zeitung„.

Mehr von Sarah Sievert

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