Mobiles Surfen in Deutschland: Preise sind überdurchschnittlich hoch

Eine neue Vergleichsstudie aus Finnland zeigt: Die Deutschen surfen teurer als viele andere Europäer. Der Grund: zu wenig Wettbewerb unter Mobilfunkanbietern.

Das finnische Beratungsunternehmen Rewheel zeigt: In vielen EU-Ländern bekommt man unbegrenztes Datenvolumen für 30 Euro oder weniger. Deutschland ist davon allerdings noch weit entfernt: Durch die geringe Anbieterzahl gebe es keine Konkurrenz und keine Newcomer, die Marktanteile gewinnen möchten, sagen Experten laut „Tagesschau„. Außerdem sei die Großzahl der deutschen Kunden bei einem der drei Netzbetreiber und häufig nicht gewillt, permanent ihre Sim-Karte zu wechseln. Dadurch entgehen ihnen möglicherweise günstigere Tarife von kleinen Anbietern.

Die Telekom macht andere Faktoren für die hohen Kosten verantwortlich: Landesgröße, topographische Gegebenheiten und die hohen Preise, die deutsche Netzbetreiber für Mobilfunkfrequenzen bezahlen müssten. Unbegrenzte Flatrates bietet das Unternehmen in der Preisklasse vieler anderer EU-Länder nicht an. Allerdings hat es verschiedene Partnerdienste, bei denen Kunden zum Beispiel Streamen können, ohne dass es ihnen vom Datenvolumen abgezogen wird.  Kritiker sehen in diesen Partnerschaften eine Gefahr für das freie Internet und für alternative Dienste, bei denen Kunden mit limitiertem Datenvolumen und gedrosselter Geschwindigkeit surfen.

Trotz der vergleichsweise hohen Preise hat sich in letzter Zeit etwas getan: Während das beste Angebot für unter 30 Euro vor einem Jahr noch bei 6 Gigabyte lag, sind es inzwischen 15. Das macht unter anderem das Unternehmen Drillisch mit Marken wie Simply, Smartmobil oder WinSim möglich. Durch die günstige Übernahme eines Teiles der Netzkapazitäten von O2 kann Drillisch vor allem kleine Datenpakete sehr günstig anbieten. Unbegrenztes Surfen bleibt vorerst jedoch weiterhin teuer.

Mehr von Sarah Sievert

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