BlaBlaCar und Co.: So kommst du sicher ans Ziel

 

Bei dem Fahrdienstleister Uber wurden in den Vereinigten Staaten im Jahr 2018 neun Todesfälle und 3045 sexuelle Übergriffe gemeldet. Das teilte das Unternehmen in einem kürzlich veröffentlichten Sicherheitsbericht mit. Uber gibt es bisher nur in wenigen deutschen Großstädten. Bei uns wird vor allem die Fahrgelegenheiten-Vermittlung BlaBlaCar genutzt. Wie sicher ist das Fahren mit Fremden?

Die gute Nachricht zuerst: Die Dortmunder Polizei sieht keine besondere Gefahr in der Nutzung von BlaBlaCar und Co. Das Unternehmen BlaBlaCar vermittelt über eine App Mitfahrgelegenheiten von privaten Fahrern. Wer sich registriert, kann nach Fahrten suchen oder andere Pendler im eigenen Auto mitnehmen.
„Wir haben keine Kenntnis darüber, dass Übergriffe durch vermittelte Mitfahrgelegenheiten bei uns ein großes Problem sind“, sagt Cornelia Weigandt, Pressesprecherin der Polizei Dortmund. Die Fälle würden allerdings nicht gesondert erfasst. Bei Taxifahrten habe es in Dortmund im vergangenen Jahr einen Vorfall von sexueller Belästigung gegeben.

Eine Fahrt mit einem Fremden sei „immer mit einem gewissen Vertrauensvorschuss verbunden“, so Weigandt. Sie rät Mitfahrern, die sich während der Fahrt vom Fahrer bedrängt fühlen, zunächst Distanz zu schaffen, indem sie auf dem Sitz so weit wie möglich zur Seite rücken. Dann sollten sie die Fahrt schnellst möglich beenden und die Polizei alarmieren. Dafür sei es hilfreich, auch als Beifahrer auf Straßenschilder zu achten, um die Orientierung zu behalten. So könne man im Notfall der Polizei schnell den eigenen Standort nennen.

Bisher kein Sicherheitsbericht von BlaBlaCar

Das Unternehmen Uber ruft in seinem Sicherheitsbericht auch andere Unternehmen dazu auf, die ihnen gemeldeten Vorfälle zu veröffentlichen: „We encourage all organizations (…) to share their safety records with their customers and exeed this report. People have the right to know.“
BlaBlaCar hat bisher keinen Sicherheitsbericht veröffentlicht. „Bei Anfragen der Polizei arbeiten wir eng mit den Behörden zusammen. Solche Fälle sind extrem selten und führen nach Überprüfung zum dauerhaften Ausschluss des Mitglieds“, so BlaBlaCar-Pressesprecher Mats Joosten.  Auf den Wunsch vieler Nutzerinnen habe  BlaBlaCar im Jahr 2012 die Option „Ladies-Only“ eingeführt, für weibliche Mitglieder, die sich bei Fahrerinnen sicherer fühlen.

Ein umfangreiches Profil mit Fotos schafft Vertrauen

Mats Joosten rät allen Nutzern dazu, sich die Profile von Fahrern und Mitfahrern im Vorfeld gut anzuschauen: „Ein umfangreiches Profil mit Fotos schafft Vertrauen.“ Hauptsächlich solle die Sicherheit während der Fahrt durch das Bewertungssystem gewährleistet werden. Fahrer und Mitfahrer bewerten sich nach der Fahrt gegenseitig. Diese Bewertung ist dann für alle Nutzer einsehbar. So sollen Fahrer und Mitfahrer sich verpflichtet fühlen, sich während der Fahrt angemessen zu verhalten.

Selbstgebackene Kekse und gute Gespräche mit Mitfahrern

Maren Mosler aus Dresden hat schon viele positive Bewertungen vergeben. Die 20-Jährige nutzt Mitfahrgelegenheiten wie BlablaCar schon seit drei Jahren um kostengünstig von Dresden in ihre Heimat Hessen zu pendeln. Sie ist ein großer Fan der spontanen Mitfahrgelegenheiten: „Ich lerne jedes Mal coole neue Leute kennen, wir kommen ins Gespräch und die Zeit vergeht wie im Flug.“ Zu ihren positiven Mitfahr-Erlebnissen gehörten neben netten Gesprächen auch Fahrten, bei denen sie mit selbstgebackenen Keksen versorgt worden ist. Einmal habe sie eine negative Erfahrung gemacht: Ein älterer Mitfahrer habe ihr während der Fahrt die Hand aufs Knie gelegt: Ich habe die Hand sofort weggeschlagen und war froh, dass noch andere Fahrgäste mit im Auto saßen. Durch sie fühlte ich mich sicherer.“

BlaBlaCar-Neulingen rät Maren dazu, sich Fahrer auszusuchen, die nicht viel älter sind, als sie selbst. Gleichzeitig sollten die Fahrer „auch nicht gerade erst 18 geworden sein“, damit sie sichere Autofahrer sind. Frauen sollten sich eher an weibliche Fahrer wenden. Damit während der Fahrt eine gute Stimmung herrscht, plädiert Maren dafür, dass sowohl Fahrer als auch Beifahrer pünktlich am vereinbarten Treffpunkt erscheinen. Außerdem sollten sich Mitfahrer respektvoll verhalten. „Es gehört sich einfach nicht, den Fahrstil zu kritisieren, wenn der Fahrer nicht gerade mit 200 km/h über die Autobahn brettert.“

Beitragsbild: Orkun Azap, Unsplash

 

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