Twitter-Streit: Greta Thunberg und die Deutsche Bahn

Post von Greta Thuberg auf einem Handy.
Foto des Twitter-Posts von Greta Thunberg.

 

Während manche am dritten Advent noch damit beschäftigt waren mit ihrer Familie bei Kaffee und Kuchen zusammen zu sitzen, ging es auf Twitter heiß her. Die Kontrahenten: Die Deutsche Bahn und Umweltaktivistin Greta Thunberg. Zunächst die chronologische Geschichte, dann ein Kommentar von KURT-Reporter Florian Welsch.

Es hatte alles ziemlich ruhig angefangen. Greta Thunberg war am Samstag auf dem Weg in ihre schwedische Heimat. Als einer ihrer Züge ausfällt, nimmt sie zwei andere Verbindungen, um wieder zu ihrem normalen Fahrplan zu kommen. Offensichtlich bekam sie dadurch die ganz normale „Deutsche-Bahn-Experience“ hautnah zu spüren. Als sie in einem der Züge auf dem Boden sitzen musste twitterte sie:

Die Deutsche Bahn reagierte prompt und antwortete am Sonntag mit der Aussage, dass man sich sehr über Gretas Bahnfahrt freue und dass diese durch 100 Prozent Ökostrom möglich gemacht worden wäre. Doch fände man es schade, dass sie nicht erwähnt hätte, dass sie einen Platz in der ersten Klasse gehabt habe:

Das Ganze war ein gefundenes Fressen für die Twitter-Community. So wurde der Tweet von Greta über 10.000 mal retweetet und hatte über 190.000 Likes. Schnell wurde daraus eine ausgewachsene Debatte, wer denn nun im Recht sei. Die einen meinten, dass die Deutsche Bahn kein Recht habe, die Informationen ihrer Kunden zu veröffentlichen. Wie in diesem Fall: Wer wann und für welchen Platz ein Ticket gekauft habe – das gehe niemanden etwas an, finden einige Twitter-Nutzer. Andere sind der Auffassung, dass die Deutsch Bahn sich damit nur gegen schlechte PR und geschäftsschädigende Aussagen schützen wollte.

 

Einige waren sogar neidisch auf den Komfort, den Greta genießen durfte. Da sie nach eigener Aussage nicht mal mehr einen der begehrten Plätze auf dem Boden ergattern konnten:

Es wurde so viel Aufmerksamkeit generiert, dass einige deutsche Nachrichtenseiten über den „Beef“ auf Twitter berichtet haben. Die „Welt“ hatte sogar Insiderinformationen hervorgekramt und die Aussage einer Mitreisenden exklusiv in ihrem Bericht. Darin attestiert sie der Deutschen Bahn, sich wenigstens bemüht zu haben und dass die Mitarbeiter ganz aufgeregt gewesen seien. Es hätte auch extra Kaffee und Schokolade für den „Ehrengast“ gegeben. Spätestens hier muss man sich fragen, ob nicht der Austausch auf einem sozialen Netzwerk zwischen einer Privatperson und einem Unternehemen nicht doch etwas zu ernst genommen wird.

Greta versuchte später die Situatuon zu deeskalieren und schrieb auf Twitter, dass sie ja gar nicht sauer sei, sondern sich darüber freue, dass die Nachfrage nach dem öffentlichen Fernverkehr so hoch ist. Sie ist anscheinend schon über die Situation hinweg.

Und auch die Deutsche Bahn gibt sich gelassen. Laut eines Sprechers der Deutschen Bahn ist man nach dem Tweet ausschließlich einer Beschwerde nachgegeangen, habe beim Zugpersonal nachgefragt, allerdings keine genaueren Daten zu der Reise abgerufen. Die veröffentlichten Informationen wurden demnach nur aus Gesprächen mit den beteiligten Mitarbeitern gewonnen. In der offiziellen Pressemitteilung bedankt man sich zudem bei Greta für „die Unterstützung im Kampf gegen den Klimawandel.“ Na dann.

Jetzt müssen sich nur noch alle anderen wieder abregen.

Beitragsbild: Florian Welsch, KURT.

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