Widerspruchslösung vs. bewusste Entscheidung

Heute wird im Bundestag entschieden, wie die Organspende in Zukunft geregelt sein soll. Abgestimmt wird zwischen der doppelten Widerspruchslösung von Gesundheitsminister Spahn und der Entscheidungslösung von der Grünen-Chefin Annalena Baerbock. Eine Widerspruchslösung würde bedeuten, dass jeder deutsche Bürger automatisch zum Organspender wird, es sei denn, er widerspricht. Bei einer doppelten Widerspruchslösung würden die Angehörigen befragt werden, falls keine ausdrückliche Zustimmung zur Organspende des potentiellen Spenders vorliegt. Dabei ginge es aber nicht um deren persönliche Meinung, sondern darum, ob ihnen die Meinung des potentiellen Spenders zur Organspende bekannt ist.
Eine Entscheidungslösung haben wir im Moment schon in Deutschland. Dabei dürfen einer verstorbenen Person nur dann Organe entnommen werden, wenn sie zu Lebzeiten zugestimmt hat. Annalena Baerbock möchte diese Lösung aber überarbeiten. Alle zehn Jahre sollen die Bürger aktiv abgefragt werden, z.B. bei der Verlängerung des Personalausweises. Außerdem sollen Ärzte mindestens alle zwei Jahre über eine mögliche Spende beraten. Eine Entscheidung wird voraussichtlich um 12 Uhr gefällt.

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