Sommerurlaub in der Corona-Krise – ist das möglich?

 

Seit Wochen gilt in Deutschland eine internationale Reisewarnung. Jetzt hat die Bundesregierung sie verlängert – bis mindestens 14. Juni. Was heißt das also für die Sommerurlaubsplanung? Werden wir auf den Urlaub dieses Jahr komplett verzichten müssen? Noch ist unklar, ab wann und wohin wir wieder reisen können. Hier die Fakten für euch. 

Urlaubsreisen während der Osterferien mussten dieses Jahr ausfallen. Das heißt aber nicht, dass das unbedingt auch für die Sommerferien gilt. Neuen Berichten zufolge, ist es durchaus nicht ausgeschlossen, diesen Sommer zu verreisen und den Urlaub nicht im heimischen Balkonien verbringen zu müssen. Fernreisen und weltweite Strandurlaube, beispielsweise Beach-Partys auf dem Ballermann, dürften wahrscheinlich nicht drin sein, dafür aber jegliche regionale Alternativen.

Urlaub auf Campingplätzen und in Ferienhäusern möglich

Am Montag haben die für Tourismus zuständigen EU-Minister in einer Konferenz sowohl über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Reisebranche, als auch über mögliche Reiseziele für den diesjährigen Sommerurlaub gesprochen. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, betonte, dass eine Strategie für einen gemeinsamen Neustart des Tourismussektors in der EU jetzt dringend gebraucht werde. Das berichtet der WDR. Diese Empfehlung hängt vermutlich auch mit der anstehenden Rezession der Wirtschaft zusammen. Daher würde der Wirtschaft wohl auch der Versuch gut tun, den Tourismussektor schrittweise aus der jetzigen Stagnation herauszuholen.

Bareiß sehe vor allem regionalen Urlaubsreisen, wie zum Beispiel auf Campingplätzen oder an Nord- oder Ostsee, optimistisch entgegen. Er glaube, dass ein regionaler Urlaub durchaus möglich sein wird und er sei der Ansicht, dass Ferienwohnungen und Ferienhäuser im Sommer vermietet werden können. Im Ferienhaus gebe es keine Menschenansammlungen, eine Familie könne unter sich bleiben. Der Torismusbeauftragte sehe auch keinen Grund, Hotelzimmer nicht schrittweise wieder zu öffnen und für Hotelrestaurants und Frühstücksbuffets solle es auch Lösungen geben. Allerdings müssten hierbei auch weiterhin Sicherheitsabstände und entsprechende Hygienemaßnahmen eingehalten werden, fügte er hinzu. Der Deutsche Tourismusverband schließt auch Kontrollen und Sanktionen – um übervolle Strände zu verhindern – nicht aus.

Entschädigung für stornierte Reisen in Gutschein-Form

Tausende von Bürgern mussten ihren Urlaub schon absagen. Den Berichten des Sterns zufolge, mussten allein für Reisen bis Ende April 3,5 Milliarden Euro an Pauschalreisekunden zurückgezahlt werden. Da das viele Veranstalter in die Insolvenz treiben könnte, empfiehlt die Bundesregierung eine Gutscheinlösung – wer also auf die Rückzahlung des Geldes verzichten könne, solle einen Gutschein wählen. Damit soll verhindert werden, dass die Unternehmen in der Krise in weitere finanzielle Schwierigkeiten geraten. Diese Empfehlung hat viele Gegenstimmen von der Seite der Verbraucherschützer in Deutschland und der EU bekommen. Die sind der Meinung, dass die Verbraucher die Wahl zwischen einem Gutschein und einer Erstattung haben sollten. ,,Wenn die Branche schnell wieder auf die Beine kommen soll, dann braucht sie auch in Zukunft vor allem eines: Kunden“, teilt der Vorsitzende des Bundesverbands der Verbraucherzentralen am Montag im Handelsblatt mit. Seiner Ansicht nach, solle das Vertrauen der Verbraucher nicht misshandelt werden und ihre Interessen sich nicht denen der Wirtschaft unterordnen.

Urlaub im europäischen Ausland

Ob es möglich sein wird, auch ins Ausland zu verreisen, ist fraglich. Zuerst will man sich in vielen Ländern darauf fokussieren, den Bürgern einen Urlaub innerhalb des eigenen Landes zu ermöglichen. Den Angaben des Sterns zufolge, haben Länder wie Griechenland und Spanien, die sehr stark vom Tourismus profitieren, den großen Wunsch, Urlaub in ihren Ländern zu ermöglichen. Griechenland beispielsweise bestreitet etwa 20 Prozent seiner Wirtschaftsleistung mit Tourismus. Die EU-Kommission schätzt die Einnahmeverluste europaweit auf 50 Prozent für Hotels und Restaurants, 70 Prozent für Reiseveranstalter und 90 Prozent für Kreuzfahrten und Fluggesellschaften.

In den Ländern, die verhältnismäßig am stärksten vom Coronavirus betroffen sind, wie Frankreich, Spanien und Italien, ist noch völlig unklar, ob Touristen aus der ganzen Welt für einen Urlaub einreisen dürfen. In Kroatien und der Türkei hingegen sieht die Lage etwas optimistischer aus. Der kroatische Tourismusminister Gari Capelli überlegt sogar sogenannte Touristenkorridore zu öffnen und Osman Sayik von der Türkischen Hotelföderation sagte, dass Europa wieder auf einem guten Weg sei, sodass Gäste noch im Juni langsam wieder mit dem Reisen beginnen könnten.

Beitragsbild: Pixabay.com / Pexels

 

 

 

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