Promis im Homeoffice – Die verschiedenen Typen

Arnold Schwarzenegger in Quarantäne mit seinem Pony. Foto: Screenshot/instagram.com

Virologen und Forscher sind in Corona-Zeiten die Shooting-Stars des Fernsehens. Das ist ein harter Schlag ins Gesicht der Schauspieler, Models und anderer Prominenter, denen sonst die Aufmerksamkeit der Medien gilt.

Denn wer ist in dieser Zeit wichtiger als die VIPs? Mal kurz überlegen: die Ärzte vielleicht und die Pfleger und die Paketboten und natürlich die Supermarktmitarbeiter und alle Arbeiter.

Den Promis bleiben nur Social Media und Videoanrufe übrig, bei denen sie sich von zu Hause zuschalten. Das oberste Ziel hierbei: Sich so nahbar und menschlich zeigen wie möglich. „Wir sind genauso wie ihr in Quarantäne“ ist dabei das Motto. Hinter jedem Post und Interview steckt jedoch eine ausgeklügelte Selbstdarstellungsstrategie. Doch nicht alle wollen das gleiche Bild von sich zeigen. Diese Typen stellen sich heraus:

Typ 1: Der Familienmensch

Zu Beginn des Zoom-Zeitalters trendeten Videos von Ehemännern, die in Unterhose durchs Business Meeting liefen, oder Kindern, die das Homeoffice zum Spielzimmer umfunktionieren wollten.

Der Promi-Familienmensch ist das Gegenstück dazu. Er platziert seine Familienmitglieder bewusst in seinem Wohnzimmer. Das Paradebeispiel dafür sind die amerikanischen Late Night-Moderatoren Jimmy Fallon und Jimmy Kimmel. Ihre Kinder malen das Show Logo, übernehmen das Makeup und singen. Ganz bewusst funktioniert das meiste nicht, denn so wirken die Kinder noch niedlicher und zeichnen das Bild der perfekten unperfekten Familie.

Fallon geht sogar noch einen Schritt weiter und spricht in seiner Rubrik „Ask the Fallons“ mit seiner Frau über ihre Beziehung und gibt Dating Tipps, die der Generation Tinder ferner sind als Narnia.

Mit seinen Liebsten verbringt auch Arnold Schwarzenegger die Quarantäne. Das sind jedoch mitnichten Menschen – sondern Esel und Pony versteht sich. Lulu und Whiskey leben wie Familienmitglieder in seinem Haus. Stubenrein sind sie allerdings nicht. „Manchmal legen die einfache einen Haufen ins Wohnzimmer“ erzählt der Terminator in einer Late Night Show.

Typ 2: Der Angeber

Dieser Typ Promi ist entweder ein geborener Angeber oder sehr ungeschickt. In die zweite Kategorie gehört sicherlich Schauspielerin Jessica Alba. Sie ist dezent genug, uns nicht ihre Villa zu zeigen und schaltet sich lediglich aus ihrem – wie sie sagt – „Kleiderschrank“ zu. Blöd nur, dass der dann größer ist als so manches Studentenzimmer. Das Ankleidezimmer des Studenten reduziert sich nämlich meist auf einen Stuhl, auf dem die seit Monaten ungewaschenen Shirts und Hosen unsortiert aufeinander liegen. Wer dort lang genug sucht, mag vielleicht den Pullover finden, den er seit 2015 nicht zu Gesicht bekam.

In Albas Schrank hingegen wäre genug Platz für die ganze Kelly Family. Überall hängen goldene Spiegel und sogar ein Fernseher schmückt ihren „Kleiderschrank“.

Der klassische Angeber hat keine Scheu, die volle Pracht seines Anwesens zu demonstrieren. Meist sitzt er auf einer Designercouch inmitten eines großen Wohnzimmers, an der Seite die Glastür mit Blick auf den Pool. Zu diesen Typen gehören Promis wie Sängerin Jennifer Lopez und viele Rapper. Thor-Darsteller Chris Hemsworth zeigt Jimmy Kimmel in einer Late Night Show nicht nur seine Villa in Australien, sondern auch mehrere Ausprägungen seines Hammers aus den Thor-Filmen, für die der ein oder andere Nerd sein Leben geben würde.

Noch mehr Angeber

 

 

 

Typ 3: Die Styling-Queens 

Wie es der Name schon verrät, sind die Styling-Queens und -Kings zu Hause besser gestylt als so mancher bei seinem Abiball. Sie können es einfach nicht lassen und müssen ihre Follower selbstverständlich regelmäßig mit attraktiven Posts versorgen. Wo kommen wir denn hin, wenn es keine Grundversorgung an Instagram Models mehr gibt?

Die unangefochtenen Vorreiter dieser Promis sind die Kardashians. Bei ihnen ist das Bild vom Normalo so stimmig wie Horst Lichter ohne Bart. So verkündet Clanführerin Kim, geschmückt mit Goldohrringen, geflochtenen Haaren und perfektem Makeup, im Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender „abc“, sie habe sich seit Wochen das erste Mal gekämmt. Ihr Instagram Feed spricht da allerdings eine andere Sprache – und zwar eine deutliche.

Noch mehr Styling-Queens

 

https://www.instagram.com/p/B_pywAuH3c6/

https://www.instagram.com/p/B_ppil1gD9j/

Typ 4: Die weiße Wand

Der Anti-Angeber hat bei den Video-Schalten nur ein Ziel im Auge: Der Zuschauer darf nicht den leisesten Schimmer davon haben, wie es beim Promi aussieht. Schon die Farbe der Tapete, die Oberseite der Couch, oder die Kante des Betts wären zu viel des Guten. Deshalb greift dieser Promi zum Lieblingshintergrund des Ku-Klux-Klans: weiß. Einfach nur weiß. Das Aussehen des Menschen ist für diesen Typen Nebensache. Oft wird mit dem Handy von unten gefilmt, wodurch dem Zuschauer nur der Teil von den Nasenlöchern aufwärts präsentiert wird.

Bei einigen steckt dahinter die Motivation, das Privatleben so geheim wie möglich zu halten. Dafür nimmt man den Verlust der Schönheit in Kauf. Dies scheint ein fast ausschließlich deutsches Phänomen zu sein. Die Moderatoren Klaas Heufer-Umlauf oder Günther Jauch gehören in diese Kategorie, wobei Jauch nicht die weiße Wand, sondern sein Arbeitszimmer zeigt. Auch BVB-Kapitän Marco Reus schaltet sich bei Klaas Show nur aus seinem weißen Keller zu. Fußballer zeigen bis auf ihre Workouts erstaunlich wenig von ihren Residenzen. Möglicherweise wollen sie sich vor einem Proleten-Image schützen, denn gerade bei ihnen ist die Debatte um die hohen Gehälter sehr heikel.

Noch mehr weiße Wände

Typ 5: Der „Ich bin halt zu Hause“

Aber keine Sorge: Es gibt noch Hoffnung für die Promiwelt. Den „ich bin halt zu Hause und mache mal die Kamera an Typen“ um genau zu sein. Popstar Lady Gaga, wird zur Lady sober und überraschte, als sie mit zurückgekämmten Haaren, Hornbrille und in einem Pullover zeigte. Das Fleischkleid war wohl noch in der Wäsche. Ähnlich ist es bei Sängerin Selena Gomez, die man eher als Styling-Queen vermutet hätte. Leverkusen-Boss Rudi Völler präsentierte sich vor einer roten Tapete mit Gold-Muster im asiatischen Style. Authentizität ist allerdings auch ohne das Streben nach Normalität zu erreichen.

Rapper und Berufskiffer Snoop Dog zeigt sich in einem Disco-Wohnzimmer, das von oben mit violettem Licht bestrahlt wird. Die Hälfte des Bildes nimmt allerdings der Qualm seiner Zigarette ein. Sein deutsches Pendant Sido zeigt sich aus einem gemieteten Loft im Livestream in Pyjamahosen. Besonders obskur ist die Nahaufnahme, wie er mit voll tätowierten Hände Sellerie und Möhren schneidet. Dieses Bild wird man auch ohne schwarzes Fotoalbum nicht vergessen.

Noch mehr Ich bin halt zu Hause Typen

https://www.instagram.com/p/B_sqoV3jLRJ/

Wer das Promi-Feeling leben will, kann sich bei der nächsten Video-Konferenz einfach mal aus dem Kleiderschrank zuschalten, sich das teuerste Kleid anziehen und seine Mutter durch das Bild laufen lassen. Oder man nimmt einfach die weiße Wand.

Beitragsbild: Screenshot/instagram.com

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