Missstände auf Schlachthöfen: Corona-Kabinett debattiert über strengere Auflagen

Das „Corona-Kabinett“ der Bundesregierung diskutiert am Mittwoch (20.05.) erneut über die Hygiene-Missstände auf deutschen Schlachthöfen. Hintergrund sind Ausbrüche des Coronavirus  in mehreren Schlachthöfen. Debattiert wird unter anderem ein Verbot von Werkverträgen.

Laut Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erschweren die Werkverträge die Kontrollen der Gesundheits- und Hygienebestimmungen in den Schlachthöfen. Auch über härtere Geldstrafen für Verstöße gegen den Arbeits- und Gesundheitsschutz will das Kabinett beraten.

Kritik an den Vorschlägen gibt es von der Fleischindustrie. So würden bei einem Verbot von Werkverträgen Firmen ins Ausland abwandern. Fleischfabrikant und Schalke-04-Aufsichtsratchef Clemens Tönnies warnt Bundesarbeitsminister Heil in einem Schreiben, das der Neuen Osnabrücker Zeitung vorliegt, vor den Konsequenzen: Ein generelles Verbot habe “massive, strukturell-negative Veränderungen für die Agrarwirtschaft zur Folge”.

Schlechte Arbeitsbedingungen seit Jahren in der Kritik

Der Verband der Fleischwirtschaft stellte deshalb einen eigenen Fünf-Punkte-Plan zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Werkvertragsarbeiter*innen vor. Darin werden unter anderem verbesserte Kontrollen der Einhaltung von Arbeitszeiten und verbesserte Wohnstandards für die Arbeiter*innen vorgeschlagen.

Die Missstände waren durch die hohe Zahl an Corona-Infektionen unter Mitarbeiter*innen von Schlachthöfen öffentlich geworden. In den Schlachthöfen arbeiten meist Arbeiter*innen aus Osteuropa. Seit Jahren stehen die schlechten Arbeitsbedingungen, wie z.B überfüllte Wohnanlagen und der Mindestlohn, in der Kritik.

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