Die Pandemie der falschen Nachrichten

Die weltweite Corona-Pandemie schürt Ängste und Verunsicherung in der Gesellschaft. Das macht die Krise zu einem hervorragenden Nährboden. Nicht nur für das Virus selbst, sondern vor allem für Falschmeldungen und Verschwörungen. Manche von ihnen klingen so abstrus, dass die Bevölkerung sie kaum glauben mag. Doch durch die sozialen Netzwerke erreichen sie immer mehr Menschen, die den Theorien Glauben schenken. Fünf Corona-Fakes sind hier zusammengetragen und widerlegt.

1. Bestimmte Medikamente beeinflussen eine Covid-19-Erkrankung negativ.

Immer wieder gibt es Meldungen, dass bestimmte Medikamente den Verlauf einer Covid-19 Erkrankung negativ beeinflussen. Der Fokus liegt dabei vor allen Dingen auf dem Schmerzmittel Ibuprofen. Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand hat die Einnahme von Ibuprofen keinerlei Auswirkung auf den Verlauf von Covid-19. Das Gerücht hatte sich zu Beginn der Corona-Pandemie über WhatsApp rasant weiterverbreitet. Die weibliche Stimme beruft sich dabei auf inoffizielle Tests des Wiener Universitätsklinikums. Von dem Inhalt dieser Nachricht distanziert sich die Wiener Universitätsklinik deutlich.  Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt zudem ausdrücklich davor, Medikamente ohne ärztliche Rücksprache einfach abzusetzen.

2. Wenn man seinen Atem für zehn Sekunden oder mehr anhalten kann, ohne Husten zu müssen, bedeutet das: Man ist nicht mit Corona infiziert.

Auch dieses Gerücht ist eindeutig falsch. Es gibt keinerlei gesicherte Informationen darüber, dass solche Atemtests eine Corona-Infektion indizieren. Die Weltgesundheitsorganisation warnt auch hier ausdrücklich davor, solche Tests durchzuführen. Denn solche bewusst herbeigeführten Atmenaussetzer können gesundheitliche Risiken auslösen. Außerdem kann eine Corona-Infektion nur durch Labortest sicher verifiziert werden.

3. Aufgestellte 5G Netzwerkmasten sind Schuld an den Todesfällen durch Covid-19. 

Ein weiteres Gerücht, das auf keinerlei wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht ist, dass die Todeszahlen mit 5G Mobilfunkmasten in Zusammenhang stehen. Bereits am 27. Januar 2020 spekulierte die deutschsprachige Onlineplattform

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klärt mit diesen Tafeln über das Coronavirus auf.

„Connectiv Events“ über diese Kausalität. In dem veröffentlichten Beitrag wird darüber gesprochen, dass 5G zu einem Zellabbau führe und somit auch langfristig zum Tod. Somit würden die Menschen also gar nicht an Covid-19, sondern an der Strahlung sterben. Außerdem wird die Theorie verbreitet, die 5G Strahlung rufe grippeähnlichen Symptome hervor. Die beiden Falschnachrichten führten dazu, dass in Großbritannien Menschen Mobilfunkmasten anzündeten oder Mitarbeiter von Mobilfunkmasten angegriffen wurden. Darüber hatte die amerikanische Zeitung New York Times berichtet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist deutlich daraufhin, dass es keinen Zusammenhang zwischen 5G und dem Corona-Virus gibt. Das könne man bereits daran erkennen, dass es Covid-19-Erkrankungen auch in Regionen der Erde gibt, in denen noch keine 5G Masten aufgestellt sind.

 

 

4.  Die Melinda und Bill Gates Stiftung finanziert die WHO zu 80 Prozent. Das führt dazu, dass die Stiftung die Maßnahmen gegen das Coronavirus mitbestimmt. 

Diese dargelegten Thesen sind falsch. Die Weltgesundheitsorganisation finanziert sich über zwei Kanäle. Zum einen über die Pflichtbeiträge der 194 Mitgliedsstaaten und freiwilligen Beitragszahlungen. Wie viel eine Nation an die Weltgesundheitsorganisation zahlen muss, wird an ihrem Wohlstand bemessen. Die Beitragshöhe ist nach Angaben der WHO seit dem Jahr 1993 festgesetzt und wurde seitdem  nicht mehr angepasst. Dadurch machen die Pflichtbeiträge nur noch ein Viertel des Gesamtbudgets der Weltgesundheitsorganisation aus. Die übrigen 75 Prozent werden aus freiwilligen Spenden generiert. Diese freiwilligen Zahlungen kommen zum einen aus den Mitgliedsnationen, aber auch von privaten Organisationen. Dazu zählen beispielsweise die Rotarier International, die Gavi Impfallianz, die Weltbank und die Melinda- und Bill Gates Stiftung. Sie leistet einen Beitrag von etwa 9,76 Prozent zum aktuellen Finanzhaushalt der WHO. Auch die Gavi- Impfallianz, die ebenfalls zu den privaten Spendern gehört, wird von der Melinda und Bill Gates Stiftung unterstützt. Doch selbst wenn man den Anteil der Gavi Impfallianz und der Melinda und Bill Gates Stiftung zusammenzählt, liegt der Finanzierungsanteil nicht bei 80Prozent. Die Angabe, dass die WHO der Stiftung zu 80 Prozent der Melinda und Bill Gates Stiftung gehört, ist also nachweislich falsch. Einen vollständigen Überblick über die Finanzierung der WHO findet ihr hier. Die Falschnachricht wurde in einem YouTube Video des Bloggers Ken Jebsen aufgestellt. Das Video wurde bereits über 3 Millionen Mal aufgerufen.

5. Bestimmte Substanzen, Gewürze aber auch Bleich- und Desinfektionsmittel, können eine Covid-19-Erkrankung verhindern. 

Derzeit gibt es keinerlei wirksame Medikamente, die gezielt gegen das Coronavirus arbeiten. Alle verfügbaren Medikamente, die Corona-Patienten verabreicht werden, dienen lediglich der Bekämpfung der Symptome. Das Robert-Koch Institut spricht davon, dass im Falle einer Covid-19-Erkrankung lediglich supportive Maßnahmen zur Therapie ergriffen werden können. Auch das Essen von Pfeffer, führt nicht dazu Coronaviren im Körper abzutöten Außerdem warnt die WHO vor einer Injektion mit Desinfektionsmitteln. Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte dies als einen interessanten Gedanken bezeichnet.

Verifizierte Informationen, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen, findest Du auf den Seiten des deutschen Robert-Koch-Instituts, des Bundesministerium für Gesundheit, des Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfahlens und der Webseite der Weltgesundheitsorganisation.

Alle Informationen basieren auf den Erkenntnissen des 8. Juni 2020.

Bild im Text: World-Health-Organization (WHO)

Beitragsbild: Janina Röttger 

 

 

 

 

 

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