Neues Klimaschutzgesetz: So viel Energie verbraucht die TU

Die EU-Staaten und das Europaparlament haben sich am Mittwoch (21.04) auf ein verbindliches europäisches Klimagesetz geeinigt. Das Ziel ist, mehr als eine Milliarde Tonnen Treibhausgase einzusparen – in weniger als zehn Jahren. Auch die TU Dortmund will versuchen, Schritt für Schritt immer klimafreundlicher zu werden. Die Maßnahmen zielen vor allem darauf ab, die Studierenden in Zukunft mehr in das Thema einzubeziehen.

Nach stundenlangen Verhandlungen haben sich die EU-Staaten und das Europarlament auf ein Zwischenziel geeignet: Die EU soll bis 2030 ihren CO2-Ausstoß um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 reduzieren. Damit wird das bisherige Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 40 Prozent zu reduzieren, um 15 Prozentpunkte erhöht.

Wenn das Gesetz durch das Europaparlament und den Mitgliedsstaaten bestätigt wird, würde das den Grundstein für den Europäischen Green Deal legen: bis 2050 klimaneutral werden. Das bedeutet weniger auszustoßen, als selbst kompensiert werden kann. Damit geht die EU mit einem klaren Ziel in den internationalen Klimagipfel von US-Präsident Joe Biden.

Kompletter Umbau von Energieversorgung geplant

Den Green Deal hatte Ursula von der Leyen 2019, nur kurze Zeit nach ihrem Amtsantritt als EU-Kommissionspräsidentin vor dem EU-Parlament vorgeschlagen. Der Deal sieht einen kompletten Umbau von Energieversorgung, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft v

Grafik: Canva.

or, damit ab 2050 keine neuen Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen und die globale Erwärmung gestoppt wird. Damit das gelingt, muss nicht nur die EU als große Institution, sondern auch lokal gehandelt werden.

Auch die TU Dortmund ergreift Maßnahmen, um den Campus Schritt für Schritt klimafreundlicher zu gestalten. Dafür setzt sich vor allem der Arbeitskreis Nachhaltigkeit ein. Deren Ziel ist es, eine nachhaltige Entwicklung der Universität zu sichern und neue Ideen für Nachhaltigkeitsprojekte zu entwickeln und umzusetzen. Bastian Stahlbuck vom Dezernat Hochschulentwicklung und Organisation ist für die Planung und Organisation der Gruppe zuständig.

TU erzeugt 40 Prozent ihres Stroms selbst

Der Stromverbrauch der TU beträgt um die 41 Millionen Kilowattstunden. Das ist so viel wie ungefähr 7.200 Haushalte pro Jahr verbrauchen. Mithilfe eines Blockheizkraftwerks am Campus Nord produziert die TU etwa 40 Prozent ihres Stroms selbst. Die restlichen 60 Prozent des Stroms werden zurzeit von DEW21 bezogen, wobei die TU anstrebt, ihre Stromversorgung in Zukunft auf Ökostrom umzustellen. Der Wärmeverbrauch der TU liegt bei 72 Millionen Kilowattstunden, das ist so viel wie ca. 3.200 Haushalte pro Jahr verbrauchen. Auch Kälteenergie zum Kühlen der Rechenzentren kann durch das Blockheizkraftwerk gewonnen werden.

“Nachhaltigkeit sollte breiter verstanden werden, auch was soziale Aspekte angeht. Deswegen ist es unser Ziel, Forschung, Verwaltung und Studierende mehr zusammenzubringen.”

Außerdem wurde in den letzten Jahren in die Installation von Solaranlagen investiert. Problematisch ist laut Bastian Stahlbuck allerdings, dass die Anlagen nur auf Gebäuden installiert werden können, die ihnen auch gehören, wie zum Beispiel der Maschinenbauhalle am Campus Süd. Anders sieht es hingegen beim Emil-Figge- und beim Mathegebäude aus. Hier liegt es in der Hand der Eigentümer, ob Solaranlagen installiert werden oder nicht.

Ein weiteres Ziel des Arbeitskreises ist es, den Wasserverbrauch der Uni zu senken. Durch wassersparende Armaturen mit Sensoren konnte der Verbrauch ungefähr halbiert werden. Für die Zukunft hat Bastian Stahlbuck noch viele Pläne. “Nachhaltigkeit soll breiter verstanden werden, auch was soziale Aspekte angeht. Deswegen ist es unser Ziel, Forschung, Verwaltung und Studierende mehr zusammenzubringen.”

Nachhaltigkeitsbüro ab diesem Semester

Um diesen Austausch zu fördern, wird es bald ein Nachhaltigkeitsbüro an der TU geben. Dort soll jeder, der sich an Nachhaltigkeitsprojekten der Uni beteiligen möchte, jederzeit vorbeischauen können. Bastian Stahlbuck ist aber auch nicht hundert Prozent zufrieden mit der momentanen Situation: “Die Kommunikation könnte auf jeden Fall besser sein. Viele Studierende wissen gar nicht, dass es uns überhaupt gibt.”

Genau da soll das Nachhaltigkeitsbüro in Zukunft ansetzen. Auch das Studierendenwerk versucht unter anderem in den Mensen und Cafeterien nachhaltige Maßnahmen umzusetzen, zum Beispiel mit einem pfandfreien Mehrweggeschirr oder Soßenspendern, um den Müll durch Soßenverpackungen zu vermeiden. Außerdem wurde in den Mensabetrieben Palmfett abgeschafft und ein regionales Mineralwasser eingeführt.

Der AStA ist zufrieden mit dem Engagement der Uni

Till Zaschel, Referent des AStA für Soziales, Diversität und Nachhaltigkeit, lobt das Engagement der Uni bei dem Thema Nachhaltigkeit. “Die Uni ist meiner Ansicht nach sehr engagiert im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Die werden in den größten Teilen auch durch das Budget vom Land, der Stadt und dem Bau und Liegenschaftsbetrieb NRW begrenzt.” Vor allem da die Uni nicht für alle Nachhaltigkeitsaspekte, die sie betrifft, zuständig ist, wie zum Beispiel bei der Modernisierung von Gebäuden.

Auf Anregung des AStA und “Campus for Future” sollen bald Insektenhotels, Igelhäuser und Wildwiesen auf dem Campus entstehen. “Auch die Einrichtung von Fahrradstellplätzen und die Einrichtung einer Nachhaltigkeitskoordination zeigen, dass die Uni das Thema ernst nimmt”, meint Till Zaschel.

Beitragsbild: Jürgen Huhn 

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