Corona-Lage an Universitäten: Wie geht es weiter nach der Winterpause?

Die Corona-Zahlen in Dortmund steigen rasant und das gerade jetzt, wo die Uni nach der Weihnachtspause wieder losgeht. Für Studierende bedeutet das Unsicherheit über die Möglichkeiten für den weiteren Studienverlauf und die Corona-Maßnahmen.  

Gerade saß man noch sorglos am Esstisch mit seiner Familie und hat die Zeit mit seinen Liebsten verbracht und ein paar Tage später mit seinen Freund*innen ins neue Jahr gefeiert. Aber natürlich konnten diese sorgenfreien Tage nicht ohne den ständigen Begleiter namens Corona vergehen. Die 7 Tage-Inzidenz in Dortmund hat mittlerweile ihren Höchststand seit Beginn der Pandemie erreicht und liegt momentan bei 532,8. Sie ist damit höher als der Inzidenzwert in NRW. Dieser liegt nämlich bei 381,7. Auch die Zahl der Neuinfektionen pro Tag hat ihren dritthöchsten Stand erreicht. Laut einem Bericht der Ruhr Nachrichten sind die vorangegangenen Rekordzahlen am 5. und 6. Januar auch auf Nachmeldungen vom Jahreswechsel zurückzuführen, da über die Feiertage weniger getestet wird.

Die aktuellen Coronazahlen in Dortmund
  • 7-Tage-Inzidenz: 532,8
  • Neuinfektionen innerhalb von 7 Tagen: 3.131
  • Anzahl der Infektionen insgesamt: 50.901
  • Todesfälle insgesamt: 457
  • Die 7-Tage-Inzidenz seit 74 Tagen über 100

Stand: 11. Januar, 17 Uhr

Sorgen durch die hohen Infektionszahlen

Das kann gerade jetzt nach der Weihnachtspause mit der hochansteckenden Virus-Variante Omikron große Bedenken und Fragen bei den Studierenden aufwerfen. Mit dem Ende der Weihnachtspause heißt es für viele nicht nur wieder ran an den Schreibtisch, sondern auf in die Hörsäle und damit Präsenzlehre. Für Anna, Studentin an der TU Dortmund steht im neuen Jahr Online-Lehre auf dem Plan, worüber sie sich allerdings nicht beschweren kann. Sie ist froh, dass es die Möglichkeit gibt von Zuhause aus die Vorlesungen zu verfolgen. Für sie liegt die Gefahr, sich mit dem Virus zu infizieren eher auf dem Hin- und Rückweg zur Uni, da sie mehrmals umsteigen müsste und dadurch mit vielen Leuten in Kontakt treten würde. Was ihr allerdings Sorgen bereitet, sind die Klausuren:

,,Meine Klausuren sind zurzeit noch in Präsenz angesetzt und das bereitet mir Sorgen, gerade im Hinblick auf die eventuell hohe Teilnehmeranzahl.“

– Anna, Studentin an der TU Dortmund

Sie fragt sich, ob die Klausuren noch online angeboten werden. Für die bevorstehende Prüfungsphase an der TU Dortmund sind digitale Klausuren möglich, so die Pressestelle der Universität. Wie genau diese jedoch ablaufen werden, darüber beraten in dieser Woche noch die Dekan*innen.

Wie genau die Universitäten weiterhin verfahren werden bleibt zunächst ungewiss. Jede Hochschule kann, sofern sie sich an die Vorschriften hält selbst entscheiden was für Maßnahmen ergriffen werden. Dadurch entsteht eine uneinheitliche Lage an den verschiedenen Universitäten was zu Unzufriedenheiten bei den Studierenden führt. Grundsätzlich gibt es an der TU Dortmund mit Blick auf die Klausurphase in diesem Semester wieder Freiversuchsregelungen. Mit Sicherheitsmaßnahmen, wie der 3G-Kontrolle beim Zugang zu den Gebäuden und der Maskenpflicht am Arbeitsplatz wird für die Sicherheit der Studierenden gesorgt. Außerdem hat die TU Dortmund an die Lehrenden appelliert, wo immer möglich hybride Angebote zu schaffen. Grundsätzlich entscheiden jedoch die Lehrenden, in welchem Format sie ihre Vorlesungen abhalten wollen, so die Pressestelle der TU Dortmund.

Uneinheitliche Lösungen in den verschiedenen Studiengängen 

Ein hybrides Angebot würde sich auch Kevin, Student an der FH Dortmund wünschen. Ihm fehlt die Präsenzlehre: ,,Online kann man einfach nicht so gut aufpassen wie im Hörsaal und mir fehlt das Miteinander mit meinen Kommilitonen, einfach spontan nach der Vorlesung noch etwas zu unternehmen.“

Über das digitale Angebot an der TU Dortmund ist auch Sarah* dankbar, jedoch würde sie sich über eine bessere Ausgestaltung ihrer Online-Lehre sehr freuen. Sie findet, dass es in ihrem Studiengang nicht möglich ist, vernünftig von Zuhause aus zu studieren:

Die Tutorien werden nicht aufgezeichnet und Lösungen werden auch nicht hochgeladen. Das heißt man bekommt nur in Präsenz die Lösungen oder wenn man andere Kommilitonen fragt, aber durch Corona kennt man ja kaum jemanden.

– Sarah*, Studentin an der TU Dortmund

Sie hatte nach einem Tutorium einmal eine rote Warnung in ihrer Corona Warn-App und findet das Risiko, sich im Präsenzunterricht anzustecken, zu hoch. Sie kann die Sehnsucht nach dem Präsenzunterricht nachvollziehen, wünscht sich aber eine bessere Ausgestaltung beim Online-Angebot.

So ähnlich sieht das auch Daniel, Student aus Münster. Er wünscht sich ebenfalls einen besseren Ausbau der Hybridformate mit Präsenz-Lehre in überschaubaren Gruppen. ,,Man braucht doch den Kontakt mit den Kommilitonen.“

Mit Entscheidung kann gerechnet werden

Generell ist die Ausgestaltung der Hochschullehre in der Corona-Epidemie-Hochschulverordnung geregelt. Die Verordnung besagt für Hochschulen, dass diese befugt sind, Prüfungen online durchzuführen. Zudem soll die Lehre in diesem Wintersemester im Regelfall in der Form von Lehrveranstaltungen mit physischer Präsenz der an ihnen Teilnehmenden durchgeführt werden. Das Rektorat kann dabei insbesondere regeln, dass nur immunisierte und getestete Personen Zugang zu den Gebäuden oder Räumlichkeiten erhalten. An der TU Dortmund besteht jedoch weiterhin die 3G-Regelung.

Das Corona-Virus bestimmt also weiterhin unseren Unialltag und deshalb bleibt unklar, wie das nächste Semester aussehen wird. Ob wir weiterhin in Hybride-Lehre, Online oder doch in Präsenz an der Uni sein werden. Aber gerade im Hinblick auf die Klausurphase können wir wahrscheinlich nächste Woche mit näheren Informationen der Dekan*innen rechnen.

* Name von der Redaktion geändert

Beitragsbild: Lukas Wilhelm

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