Zehn Tipps für die Wohnungssuche in Dortmund

Mann übergibt Wohnungsschlüssel

In wenigen Wochen beginnt das neue Semester. Viele Erstis sind deshalb jetzt schon auf Wohnungs- oder WG-Suche. Und das kann länger dauern, als gedacht – vor allem wenn es sich um die erste eigene Wohnung handelt. Kurt hilft bei der Suche. 

In welchen Stadtteil soll ich ziehen? Wo kann ich suchen? Ist der aufgerufene Preis gerechtfertigt? Diese und viele weitere Fragen sind bei der Wohnungssuche in Dortmund entscheidend. Damit du den Überblick behältst und deine Suche auch erfolgreich ist, sind hier zehn Tipps für deine Wohnungssuche.

Vor der Suche

Bevor du mit der Suche beginnst, solltest du dir überlegen, wo genau in Dortmund du wohnen möchtest. Außerdem musst du entscheiden, ob du in einer eigenen Wohnung wohnen möchtest, oder ob du lieber in eine WG ziehen willst.

  1. Das richtige Viertel wählen
    Die Wahl des Viertels scheint zunächst nicht leicht zu sein – vor allem wenn du dich in Dortmund nicht auskennst. Entscheidend für die richtige Auswahl ist zum einen, wie viel Geld du ausgeben möchtest/kannst und zum anderen, was für ein Typ du bist: Magst du es eher ruhig, bist du gerne im Grünen? Oder magst du es, wenn vor deiner Haustür was los ist und die nächste Kneipe direkt um die Ecke ist? Weitere Fragen sind: Wie komme ich zur Uni? Wie schnell bin ich in der Stadt? Welches Dortmunder Viertel zu dir passt, kannst du hier und hier testen. Wichtig ist auch ein Blick auf die durchschnittlichen Mieten in den einzelnen Vierteln.
    Durchschnittliche Miete pro Quadratmeter nach Stadtteilen
    1. Kurl 5,59 €
    2. Kemminghausen 5,81 €
    3. Scharnhorst 5,93 €
    4. Bövinghausen 6,00 €
    5. Holte 6,02 €
    6. Lanstrop 6,16 €
    7. Wickede 6,26 €
    8. Kirchlinde 6,35 €
    9. Nette 6,38 €
    10. Westerfilde 6,45 €
    11. Derne 6,49 €
    12. Mengede 6,51 €
    13. Sölde 6,53 €
    14. Lindenhorst 6,66 €
    15. Oestrich 6,80 €
    16. Rahm 6,80 €
    17. Kirchderne 6,83 €
    18. Kleinholthausen 6,83 €
    19. Kley 6,86 €
    20. Marten 6,88 €
    21. Sölderholz 6,88 €
    22. Oespel 6,93 €
    23. Eving 6,94 €
    24. Holzen 7,05 €
    25. Lütgendortmund 7,06 €
    26. Bodelschwingh 7,19 €
    27. Brackel 7,20 €
    28. Dorstfeld 7,45 €
    29. Asseln 7,46 €
    30. Wambel 7,48 €
    31. Aplerbeck 7,51 €
    32. Huckarde 7,59 €
    33. Lichtendorf 7,60 €
    34. Benninghofen 7,67 €
    35. Brechten 7,73 €
    36. Barop 7,77 €
    37. Niederhofen 7,78 €
    38. Bittermark 7,80 €
    39. Wichlinghofen 7,84 €
    40. Aplerbecker Mark 7,90 €
    41. Menglinghausen 7,92 €
    42. Neuasseln 7,92 €
    43. Berghofen 8,01 €
    44. Körne 8,07 €
    45. Innenstadt 8,23 €
    46. Hombruch 8,40 €
    47. Eichlinghofen 8,48 €
    48. Lücklemberg 8,55 €
    49. Löttringhausen 8,57 €
    50. Wellinghofen 8,59 €
    51. Renninghausen 8,68 €
    52. Hörde 8,79 €
    53. Loh 8,84 €
    54. Höchsten 8,86 €
    55. Schüren 9,38 €
    56. Kirchhörde 9,49 €

    Durchschnittlicher Mietpreis, Durchschnitt kann je nach Wohnungsgröße und Einteilung der Bezirke abweichen
    Datengrundlage: wohnungsboerse.net (2018)

    Wie weit die Viertel jeweils vom Dortmunder Zentrum und von der Uni entfernt liegen, kannst du selbst prüfen, zum Beispiel bei Google Maps. Du solltest bei der Auswahl auch einen Blick auf die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel werfen. Denn  als Studierender kannst du mit deinem NRW-Ticket die öffentlichen Nahverkehrsmittel in ganz NRW kostenlos nutzen.

    Direkte ÖPNV-Verbindung zur Uni
    Barop
    Bövinghausen
    Brünninghausen
    Dorstfeld
    Eichlinghofen
    City (Hauptbahnhof)
    Hombruch
    Hörde
    Huckarde
    Kirchlinde
    Kley
    Lütgendortmund
    Marten
    Oespel
    Rahm
    Renninghausen

    Datengrundlage:
    Fahrplan Bus 445
    Fahrplan Bus 447
    Fahrplan Bus 462
    Fahrplan S1
    Fahrplan H-Bahn
    Stand: 13.09.2018, 17 Uhr

  2. Wohnung, WG oder Studentenwohnheim 
    Bewohner einer WG
    Bewohner einer WG – Foto: PexelsCCO

    Die Wahl der Wohnart ist fast noch wichtiger, als die Wahl des richtigen Viertels. Denn die Unterschiede zwischen den Wohnarten sind groß. Wenn du dich gerne zurückziehst und nach einem stressigen Unitag deine Ruhe haben möchtest, bist du gut mit einer eigenen Wohnung beraten. Wenn du trotzdem eine WG bevorzugst, solltest du bei der Wahl der WG darauf achten, dass die Leute in der WG ähnlich ticken.

    Wenn dir Ruhe nicht so wichtig ist und du schnell andere Leute kennenlernen möchtest, dann ist eine WG genau das Richtige. Besonders wichtig ist bei der Entscheidung auch deine finanzielle Situation: Ein WG-Zimmer ist in Abhängigkeit der Zimmergröße in der Regel günstiger als eine Wohnung, da die Miete und weitere Kosten, wie für TV, Strom, Heizung und Internet, durch alle geteilt wird. WG oder Wohnung – die wichtigsten Vor- und Nachteile. Und egal ob Wohnung oder WG: Als Studierender kannst du beim Bafög-Amt einen Mietkostenzuschuss beantragen.

    Eine dritte Alternative sind Studentenwohnheime. Sie haben viele Vorteile: Sie sind günstig, meist schon möbliert und liegen oft in unmittelbarer Nähe zur Uni. Außerdem wohnen dort nur Studierende und es gibt Gemeinschaftsräume. So kommt man schnell mit anderen Studierenden in Kontakt. Eine Liste über Dortmunder Studentenwohnheime findest du hier. Eine Übersicht über private Studentenwohnheime gibt es hier.

Die Suche

Du weißt, welche Dortmunder Viertel infrage kommen und ob es eine WG oder eine Wohnung werden soll? Sehr gut, dann kann die Suche jetzt losgehen. Wichtig ist, dass du viele verschiedene Portale und Möglichkeiten bei deiner Suche nutzt – online und offline.

  1. Internet komplett ausschöpfen
    Nutze das ganze Potenzial des Internets. Es gibt sehr viele verschiedene Seiten und Wege nach Wohnungen und WGs zu suchen. Wichtig ist auch, dass du die Seiten immer wieder besuchst. Bei vielen der Seiten kannst du einen Suchauftrag anlegen. Du bekommst dann eine Mail, wenn neue Wohnungen auf der entsprechenden Seite verfügbar sind.
    Hier ist eine Liste mit hilfreichen Links:
    WG-gesucht: Diese Seite ist vor allem nützlich, wenn du auf der Suche nach einer WG bist. Hier findest du aber auch Wohnungsangebote. Vorteil: Eigentlich richten sich alle Angebote speziell an Studenten.
    Immobilienscout24: Diese Seite ist wohl die bekannteste Seite zur Wohnungssuche. Vorteil: Viele Angebote. Nachteil: Viel Konkurrenz. Dennoch lohnt es sich, täglich auf der Seite vorbeizuschauen. Andere vergleichbare Seiten sind: ImmonetImmoweltWohnungsbörse oder MeineStadt.
    eBay Kleinanzeigen: eBay Kleinanzeigen ist im Grunde mit den anderen Online-Portalen vergleichbar. Hier kannst du aber auch eigene Anzeigen schalten. Du gibst an, was du suchst und potenzielle Vermieter können dich finden.
    RuhrNachrichten: Das ist eine Lokalzeitung in Dortmund. Dementsprechend findest du hier viele Wohnungsangebote exklusiv. Ein Blick in die Zeitung oder auf die Online-Seite lohnt sich also immer.
    Facebook: Auch auf Facebook kannst du nach Wohnungen und WG Zimmern suchen – und zwar in Facebook-Gruppen. Zum einen kannst du nach Gruppen von Studierenden deines Studiengangs/deiner Fakultät suchen. Zum anderen gibt es Gruppen wie z.B. WG & Wohnung Dortmund gesucht. Hier kannst du sowohl nach Angeboten suchen, als auch danach fragen.
    VonoviaVivawest und LEG: Das sind drei große Wohnungsanbieter in NRW. Es handelt sich allerdings nicht um Genossenschaften, sondern um private Unternehmen. Hier kannst du auch nach Wohnungen suchen, solltest dir aber über die Risiken im Klaren sein.
  2. Suche auch offline
    Einige Wohnungen werden immer noch ausschließlich offline angeboten. Zum Beispiel in der Zeitung: Die Ruhr Nachrichten laden die Inserate zwar auf ihrer Webseite hoch. Wer aber schon früh am Morgen in die Zeitung schaut, hat möglicherweise einen Vorteil. Auch Schwarze Bretter an der Uni sind eine Möglichkeit. Sie sind im Eingangsbereich einiger Gebäude zu finden, zum Beispiel in der Emil-Figge-Straße 50. Und auch in einigen Supermärkten und Cafes gibt es solche Bretter. Eine dritte Möglichkeit ist, einen Makler zu beauftragen. Sprich den Makler am besten vor der Beauftragung darauf an, was es kostet. Wenn du ihn selber bestellst, trägst du in der Regel auch die Kosten.

    Maklerin
    Maklerin berät Kunden – Foto: Foto: PexelsCCO
  1. Geheimtipp Genossenschaften
    Wer für die Wohnungssuche Zeit hat, sollte auf jeden Fall auch auf Genossenschaften setzen. Die Wohnungen der Genossenschaften befinden sich fast immer in gutem Zustand und sind meist günstig. Außerdem ist der Service häufig besser, als bei anderen Wohnungsvermittlungen. In Dortmund gibt es verschieden Adressen. Eine dieser Genossenschaften ist der Spar – und Bauverein. Hier kostet eine Wohnung, 55 qm im Kreuzviertel, zum Beispiel nur 350 Euro warm. Andere Anbieter sind die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Dortmund eG oder die Gemeinnützige Baugenossenschaft Dortmund eG. Einziges Problem: Die Wartezeit. Genossenschaften sind aufgrund ihrer Vorteile sehr beliebt, deshalb musst du entweder viel Zeit oder viel Glück haben, um eine Wohnung zu bekommen. Die Wartezeit für eine Wohnung, wie oben genannt, beträgt beim Spar- und Bauverein etwa sechs bis zwölf Monate. Eine weitere Möglichkeit ist DOGEWO21. Das ist ein Unternehmen der Stadt Dortmund. Auch hier findest du günstige Wohnungen. Die Wartezeit bei DOGEWO21 ist zwar nicht lang, denn es  gibt keine Warteliste. Aber du musst sehr viel Glück haben, dass gerade eine Wohnung frei ist, wenn du nachfragst.
  1. Vorsicht beim Preis
    Wenn du schon allein gewohnt hast, kommt für dich jetzt vermutlich nichts Neues. Viele, die auf der Suche nach ihrer ersten eigenen Wohnung sind, sollten nun aber gut aufpassen: Bei der angegebenen Miete handelt es sich, wenn es nicht anders angegeben ist, um die Kaltmiete, d.h. die Gesamtmiete ist am Ende deutlich höher als die angegebene Miete. Auf die Kaltmiete kommen nämlich noch die Kosten für Wasser, Heizung, Strom und z.B. die Müllentsorgung oben drauf. Hier erfährst du mehr über den Unterschied zwischen Kalt- und Warmmiete. Zu den Mietkosten kommen dann noch der Rundfunkbeitrag, sowie eventuelle Gebühren für Internet und Telefon. Ob die geforderte Miete fair ist, kannst du mit dem Online-Rechner des Dortmunder Mietervereins nachrechnen.

Die Kontaktaufnahme

Du hast eine Wohnung oder ein WG-Zimmer gefunden? Jetzt bloß keine Fehler bei der Kontaktaufnahme machen. Der erste Eindruck ist entscheidend, gerade bei einem WG-Casting oder einer Wohnungsbesichtigung.

  1. WG-Casting – so klappt’s
    Das wichtigste vorweg: Es bringt überhaupt nichts, wenn du dich verstellst. Wenn nämlich alles klappt, lebst du später mit den Menschen zusammen und spätestens dann fallen Lügen oder versteckte Eigenschaften auf und können für Streit oder Probleme sorgen. Dennoch macht es Sinn, sich vor einem WG-Casting Gedanken zu machen: Was könnten die Bewohner der WG für Fragen haben? Was für Fragen habe ich? Warum sollte die WG genau mich nehmen? Was mache ich gerne in meiner Freizeit? Wichtig ist auch ein gepflegtes Aussehen, aber auch hier gilt: Wenn du in deiner Freizeit mit Hemd und Krawatte rumläufst, solltest du dir für das Casting nicht eine löchrige Jeans anziehen und dir die Haare färben, nur um das Zimmer zu ergattern. Wie ein WG-Casting abläuft und was du beachten solltest, kannst du dir auch auf YouTube anschauen, zum Beispiel auf dem Kanal reporter, der vom WDR betrieben wird:

  1. Kontakt Vermieter/Makler – so klappt’s
    Anders sieht es aus, wenn du einen Vermieter oder Makler kontaktierst. Hier macht es durchaus Sinn sich etwas reifer und ruhiger zu geben, als man es unter Umständen ist. Auch ein Hemd beim Besichtigungstermin kann nicht schaden. Außerdem kannst du deine Chancen erhöhen, wenn du dem Vermieter/Makler schon bei der Besichtigung eine Mappe mit wichtigen Informationen und Dokumenten überreichst: Bürgschaft der Eltern, Einkommensnachweise (der Eltern/von dir), Schufa-Auskunft und die Studienbescheinigung. Was eine Schufa-Auskunft ist und wie du sie kostenlos beantragst, kannst du auf der Online-Seite der Verbraucherzentralen nachlesen.

Die Besichtigung

Kurz vor dem Ziel neigt man dazu, Fehler zu machen. Deshalb sind die letzten beiden Tipps extrem wichtig.

  1. Augen auf bei der Besichtigung
    Auch wenn die Wohnung auf den ersten Blick gut aussieht, ist Vorsicht geboten. Du solltest dir vorher eine Checkliste machen, worauf du achten möchtest. Vorlagen gibt es viele im Internet, z.B. hier und hier. Außerdem ist es sinnvoll einige Bewohner des Hauses oder der Nachbarhäuser zu befragen: Wie zufrieden sind sie? Welche Probleme gibt es im Haus? Wie ist der Vermieter?
  2. Vertrag prüfen 
    Jeder kennt’s: Man meldet sich für einen Newsletter oder auf einer Internetseite an und akzeptiert die AGBs, ohne sie zu lesen. Genau das solltest du mit deinem Mietvertrag nicht tun – hier geht es immerhin um deine Wohnung und um viel Geld. Du solltest den Vertrag also aufmerksam lesen und am besten auch von einem Fachmann/einer Fachfrau prüfen lassen. Das geht zum Beispiel für 20 Euro bei der Verbraucherzentrale in Dortmund.

Beitrags- und Teaserbild: PexelsCCO

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