Journalistin Mesale Tolu reist zu ihrem Prozess nach Istanbul

Die Journalistin Mesale Tolu reist trotz drohender Haftstrafe zurück in die Türkei. Der Prozess gegen sie und ihren Ehemann wird am Dienstag (16. Oktober) in Istanbul fortgesetzt. Tolu befürchtet, durch ihr Fernbleiben könnte die Freiheit ihres Mannes in noch weitere Ferne rücken. Anders als sie darf er die Türkei nach wie vor nicht verlassen.

Mesale Tolu wird am Prozess gegen sie in Istanbul teilnehmen. Der Journalistin und ihrem türkischen Ehemann wird Terrorunterstützung vorgeworfen. Bei einer Verurteilung drohen ihnen bis zu 20 Jahre Haft. Tolu will sich nun gegen die Vorwürfe verteidigen und Freispruch für sich und ihren Ehemann beantragen.

Im rbb-Inforadio sagte die Journalistin, sie halte eine Haftstrafe für nicht unwahrscheinlich. Sie werde für Freispruch kämpfen, wisse aber, „dass sehr viel politisch entschieden wird“. Tolus Anwältin äußerte zudem die Sorge, die türkischen Behörden könnten der Journalistin die Einreise verweigern. Erst im August ist die Ausreisesperre in der Türkei gegen die deutsche Journalistin Mesale Tolu aufgehoben worden. Nun reist sie freiwillig zurück in die Türkei.

Die 34-Jährige will auch persönlich vor Gericht erscheinen, um ihren Mann zu unterstützen. Die beiden werden im selben Verfahren angeklagt. Anders als Tolu ist ihr Mann Suat Corlu türkischer Staatsbürger und darf die Türkei weiterhin nicht verlassen. Tolu fürchtet, ihr Fernbleiben könne nachteilig für ihn sein. „Der Richter hat mich gehen lassen und meinen Mann nicht. Wenn ich nicht mehr auftauche, wird er sagen: ‚Frau Tolu haben wir gehen lassen. Sie kommt nicht mehr – warum sollen wir Herrn Corlu gehen lassen?'“, zitiert die ARD die Journalistin.

 

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