Türkei will Führungsrolle in Syrien übernehmen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will für Frieden in Syrien sorgen. Nur die Türkei sei in der Lage, den Friedensprozess in führender Rolle mitzugestalten. Das schreibt er in einem Gastbeitrag in der New York Times.

Damit reagiert er auf Donald Trump, der die US-amerikanischen Truppen aus Syrien abziehen will. Mit dem Abzug der US-Armee würde in Syrien ein Machtvakuum entstehen. Um dieses dann zu füllen betont Erdogan, dass die Türkei das einzige Land sei, das sowohl mit Russland, als auch mit den USA zusammenarbeiten könne. Erdogan sieht die Entscheidung Trumps als richtig an, verweist aber darauf, dass dieser Prozess sorgfältig geplant werden solle und mit den geeigneten Partnern ausgeführt werden solle. Erdogan sieht die Türkei dabei als zuständige Macht: „Turkey, which has NATO’s second largest standing army, is the only country with the power and commitment to perform that task.“

Den Abzug ihrer Truppen knüpfen die USA allerdings an Bedingungen. Einen Streitpunkt stellt der Umgang mit den in Syrien kämpfenden Kurden dar. Trumps Sicherheitsberater John Bolton forderte eine Garantie für den Schutz der Kurden von der Türkei. Daraufhin entgegnete Erdogan: „Die Botschaft, die Bolton von Israel aus erteilt hat, ist keine, die wir akzeptieren und schlucken können“, heute in einer Rede im Parlament in Ankara während einer Parteisitzung der AKP.

Für die USA stellt die kurdische Miliz YPG im Norden Syriens nämlich einen wichtigen Verbündeten gegen den sogenannten Islamischen Staat dar. Die Türkei hingegen sieht die Miliz als Terrororganisation an, die sie bekämpfen wollen. Bei einem Gespräch der beiden Präsidentenberater Bolton und Kalin wurde deutlich, wie verhärtet die Fronten zwischen den USA und der Türkei sind. Die Türkei weist die Forderung nach Schutzgarantien weiterhin zurückgewiesen. Derzeit plane man laut Deutscher Presse Agentur eine Offensive gegen kurdische Truppen in Nordsyrien.

Mehr von Julian Napierala

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