Auch mit Mitte 20: Ab zur Krebsvorsorge

„Ich kann doch eh nichts machen, hoffentlich bleibe ich einfach verschont.“ Wenn es um Krebs geht, fühlen sich viele Menschen, egal ob jung oder alt, oft machtlos. Viele sind in ihrem Leben einmal direkt oder indirekt betroffen. Annähernd 500.000 Menschen aller Altersgruppen in Deutschland erkranken Jahr für Jahr. 15.000 von ihnen sind zwischen 18 und 39 Jahre alt.

Für die meisten Betroffenen und deren Angehörige ist die Diagnose ein Schock, gerade für junge Menschen. Studium, Ausbildung oder Reisen, all das rückt mit einem Mal in den Hintergrund. So schlimm es sich auch anhört, für die meisten geht es nur darum, am Leben zu bleiben. Die Heilungschancen sind ganz gut. Durchschnittlich überstehen vier von fünf Betroffenen im Alter zwischen 18 und 39 Jahren die Krankheit.

Weltkrebstag
Seit 2007 findet jedes Jahr der Weltkrebstag statt. In diesem Jahr soll vor allem über Prävention und Früherkennung informiert werden. Nach Angaben der Union for International Cancer Control (UICC) nehmen jährlich knapp 300 Organisationen aus 86 Ländern teil. Einer der teilnehmenden Organisationen ist die Deutsche Krebshilfe. Sie ruft jeden Einzelnen zu einer gesunden und aktiven Lebensweise auf, um Krebserkrankungen vorzubeugen. 

Die 21-jährige Lisa arbeitet als Groß- und Außenhandelskauffrau. Ihre Krebskrankheit wurde eher zufällig erkannt. Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs (DSF JEMK) hat auf ihrer Homepage ein Interview mit ihr geführt. Im Gespräch sagt Lisa, dass sie zunächst nur einen kleinen Knoten am Hals hatte: „Na gut, dann kriegst du halt eine Erkältung, ist ja nichts Besonderes,“ dachte sie. Nachdem der Knoten immer dicker wurde, ging sie doch zum Arzt. Die Diagnose: Lymphdrüsenkrebs. Vor allem ihr Umfeld sei geschockt gewesen, schildert Lisa gegenüber der Berliner Stiftung.

Die Hoffnung aufzugeben, kam für sie aber nicht infrage: „Viele Menschen denken, dass es nicht weitergeht. Ich sehe das anders.“ Im Großen und Ganzen könne man mit genug Unterstützung ganz normal leben. Für die Zukunft nach ihrer Operation wünsche sie sich, dass die Krankheit nicht wiederkommt. Und wenn doch? „Dann mache ich die Behandlung nochmal.“

Solarien sind besonders schädlich

Stefanie Scheider ist bei der Deutschen Krebshilfe Referentin für alles, was mit Vorbeugung zu tun hat. Nach Einschätzung von Experten sei die häufigste Art der Erkrankung bei jungen Frauen von 20 bis 29 Jahren nicht etwa der Brustkrebs, sondern der sogenannte „schwarze“ Hautkrebs. Diese besonders aggressive Art der Hauterkrankung werde durch Solariumbesuche, aber auch durch natürliches Sonnenlicht hervorgerufen.

Wer bis zum 35-jährigen Lebensjahr regelmäßig ins Solarium gehe, habe nach Einschätzungen von Experten ein doppelt so hohes Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken. Klar gebe es auch erblich bedingte Tumorerkrankungen: „Wer aber aufs Rauchen, regelmäßiges Trinken und übermäßige UV-Strahlung verzichtet, kann einer Erkrankung zumindest vorbeugen,“ sagt Scheider.

Junge Erwachsene sollten zur Vorsorge gehen

Zudem sollte ständiges Sitzen vermieden werden, rät die Deutsche Krebshilfe. Denn Sitzen führt zu einem Anstieg der sogenannten Entzündungsmarker, die auf ein höheres Krankheitsrisiko hinweisen. Also einfach mal aufstehen. Experten schätzen, dass rund die Hälfte der Erkrankungen vermieden werden könnte, würden sich die Betroffenen gesünder ernähren, so Scheider. Die Krankenkassen raten früh zur kostenlosen Vorsorge zu gehen. Bei der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) heißt es, dass junge Erwachsene schon ab 20 Jahren eine Haut- und Gebährmutterhalskrebs- Vorsorge in Anspruch nehmen sollten. Denn je früher der Krebs entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen.

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