,,Zurück in die Zukunft‘‘: Diese Visionen der Filmreihe sind schon Realität

In der Kultfilmreihe ,,Zurück in die Zukunft‘‘ aus den 80ern reist Marty McFly mit dem Wissenschaftler Dr. Brown in einem DeLorean ins Jahr 2015, am 21. Oktober. Seither fiebern Fans dem Tag jedes Jahr entgegen. Von fliegenden Autos bis Sprit aus Abfall: Wir zeigen euch, welche verrückten Zukunftsvisionen aus den Filmen schon Wirklichkeit sind.

Der zweite Teil von ,,Zurück in die Zukunft‘‘ ist im Jahr 1989 erschienen und die damalige Vorstellung über unsere heutige Zeit war sehr fantastisch: fliegende Autos, schwebende Hoverboards, Schuhe die sich selbst zuschnüren, Videokonferenzen. Letztere sind seit Corona für uns Alltag geworden, aber auch vieles andere könnte auch bald Realität werden.

Fliegende Autos – die Fortbewegung der Zukunft?

Die ersten fliegenden Autos gibt es bereits! Das slovakische Unternehmen Klein-Vision hat im Juni mit ihrem ,,Aircar‘‘ einen Flug von 35 Minuten zurückgelegt. Das Unternehmen spricht von einem ,,Meilenstein‘‘. Anton Zajac, Mitgründer des Unternehmens, behauptet, dass das ,,Aircar aus Science-Fiction Realität‘‘ mache. Aber könnten fliegende Autos tatsächlich Alltag werden?

Gerhard de Haan, Professor für Zukunftsforschung in Berlin, geht davon aus, dass fliegende Autos erst in etwa 30 Jahren eine Revolution werden könnten. Er ist jedoch skeptisch, ob es überhaupt so weit kommt. ,,Die Idee ist zwar ganz nett, aber nicht realistisch.‘‘ Drohnen, die als Transportmittel dienen, gibt es zwar schon, aber de Haan glaubt, dass die Zukunft unserer Fortbewegung nicht in der Luft stattfindet. ,,Auf E-Mobilität wird jetzt schon gesetzt, aber das ist noch keine Lösung für das eigentliche Problem‘‘ – das zunehmende Verkehrsaufkommen. Laut de Haan kommt mittlerweile auf zwei Personen etwa ein Auto. Deshalb wird Car-Sharing wohl ein großer Trend werden.

Aus Abfall wird Sprit – eine Biofabrik aus Dresden macht’s vor

Am Ende des ersten Teils sucht Dr. Brown hektisch eine Bananenschale und eine Softdrink-Dose aus dem Müll, stopft sie in den Tank seines DeLoreans und benutzt sie als Sprit, um seine Zeitreise fortzusetzen. Abfall in Kraftstoff zu wandeln, ist auch dem Unternehmen Biofabrik aus Dresden gelungen. Die sogenannte ,,WASTX Plastic Technology‘‘ löst die chemischen Verbindungen des Kunststoffs auf und bringt sie zurück in ihre flüssige Form. Aus einem Kilo Plastik lässt sich so laut dem Unternehmen ein Liter Treibstoff herstellen. Das sei genug, um ein Handy jeden Tag für ein ganzes Jahr zu laden. ,,Und eine solche Energiemenge werfen wir einfach weg‘‘, sagt Geschäftsführer Oliver Riedel. Natürlich ist die Technologie heutzutage noch viel zu groß, um in ein Auto zu passen, unmöglich wäre es aber nicht.

Schwebendes Hoverboard – Technologie, die Leben rettet

Marty McFly greift im zweiten Teil der Reihe in einer Verfolgungsjagd zum Hoverboard statt zum Skateboard und schwebt über Wiese, Asphalt und Wasser. Einem kalifornischen Entwicklerteam ist es vor ein paar Jahren gelungen, so ein Board zu bauen. Das ,,Hendo-Hoverboard‘‘ schwebt mit Hilfe eines Magnetfeldes und dank Induktion bis zu drei Zentimeter über dem Boden. Das Ganze funktioniert allerdings nur bei einem Untergrund, der dasselbe Magnetfeld erzeugt wie das Board. Für die Fortbewegung ist die Technologie also sehr aufwendig und kompliziert. Die Entwickler arbeiten aber daran, sie für Häuser einzusetzen. Das ist mehr als eine Spielerei: Schwebende Häuser und ihre Bewohner wären vor Erdbeben sicher, da sie von den Erschütterungen nicht betroffen wären.

Zeitreisen: Der Fluxkompensator bleibt wohl rein fiktiv

Von Zeitreisen träumt der Mensch schon seit Jahrhunderten. Egal, ob in die Vergangenheit oder in die Zukunft – fasziniert hat uns die Idee schon immer. In der ,,Zurück in die Zukunft‘‘-Reihe wird durch die Zeitreisen mittels Fluxkompensator der Lauf der Dinge verändert und alternative Realitäten erschaffen. Ulrich Walter, Wissenschaftsjournalist und früherer Astronaut, hat sich in seinem Buch ,,Höllenritt durch Raum und Zeit‘‘ auch mit den Filmen beschäftigt. Laut ihm sind Reisen in die Zukunft zwar theoretisch möglich, allerdings müsste man sich mit nahezu Lichtgeschwindigkeit bewegen und könnte nur in einer Welt bleiben.

Für Reisen in die Vergangenheit sieht es aber ,,gar nicht gut aus‘‘. Wer das nicht glauben mag, sollte sich Folgendes vorstellen: Wenn Zeitreisen in die Vergangenheit möglich wären, dann hätten wir bereits jetzt schon Zeitreisende aus der Zukunft bei uns. Diese ,,Gaffer‘‘ würden dann doch zu den bedeutendsten historischen Ereignissen reisen, wie zur Kreuzung Christi. Aber davon ist im Neuen Testament nichts zu lesen.

Der Film ,,Zurück in die Zukunft‘‘ hat zum Teil tatsächlich die Zukunft vorhergesagt. Zeitreisen werden aber wohl nach wie vor nur in Filmen und unserer Fantasie möglich sein. Aber warum sind wir so fasziniert von ihnen, wenn sie nie Realität werden können? Zukunftsforscher de Haan hat auch darauf eine Antwort: ,,Weil wir Angst haben, etwas zu verpassen.‘‘ Wir Menschen haben Lust an dem Neuen, sind wissbegierig und leben mit unseren Gedanken schon immer in der Zukunft. ,,Was koche ich am Wochenende?‘‘ ,,Was soll ich morgen anziehen?‘‘ ,,Ich muss die Tage unbedingt einkaufen…‘‘ Aber bei all den Gedanken an morgen dürfen wir das eigentlich Wichtige nicht vergessen: die Gegenwart.

Titel- und Beitragsbild: pixabay.com/ancapictures, lizenziert nach CC.

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