Studierendenvertretungen kritisieren Debatte um Ticket-Studierende

An der Uni eingeschrieben sein, nur um das Semesterticket zu nutzen. Das geht Verkehrsverbünden, wie dem VRS (Rhein-Sieg) zu weit. Die Studierendenvertretungen kritisieren, dass jetzt alle Studierenden unter Generalverdacht stehen.

Ticketstudierende sind nur eingeschrieben, um das Semesterticket zu nutzen. In Wirklichkeit lernen sie aber gar nicht an einer Uni oder einer FH. Ein Pressesprecher des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg bezeichnete diesen Ticketmissbrauch zuletzt als „ein fatales Zeichen für die Gesellschaft.“ Das kritisieren die Bundesstudierendenvertretung, das Landes-ASten-Treffen NRW (LAT NRW) und der freie Zusammenschluss von Student*innenschaften jetzt. Der VRS würde alle Studierende unter einen Pauschalverdacht stellen, das Semesterticket nicht rechtmäßig zu nutzen, äußert sich Marcus Lamprecht vom fzs. Auch Katrin Lögering, die Koordinatorin des Landes-ASten-Treffens NRW findet, dass sich die Verkehrsbünde eher mit der hohen Preissteigerung beschäftigen sollten, statt die Studierenden zu kritisieren.

Auf KURT-Anfrage sagte ein Sprecher des VRS, das man ja nicht die Studierenden, sondern eben die, die gerade nicht studieren und trotzdem das Semesterticket beziehen, kritisieren würde. „Diese Menschen müssten eigentlich teurere Abonnements abschließen und das Geld fehlt dann natürlich bei uns. Da es sich bei dem Semesterticket um ein Solidarmodell handelt, bei dem der Preis durch viele stabil gehalten wird, fahren die Ticket-Studierenden dann natürlich auf Kosten der Allgemeinheit“, so der Sprecher. Belegen könne man den Ticketmissbrauch allerdings nicht. Die VRS habe sich lediglich auf Anfrage zu dem Thema geäußert.

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