Trotz neuer Beleuchtung: wenig Geburtstagsfreude am Florianturm

Passend zum 60. Geburtstag bekommt der Florianturm im Westfalenpark ein 120.000 Euro teures Geschenk: eine neue Beleuchtung. Die Stadt Dortmund spendiert 17 neue Scheinwerfer. Doch zu tun gibt es noch einiges in dem Park. Wir haben mit Mitarbeitern gesprochen, die Wünsche für die Zukunft äußern.

Nachdem der Florianturm am 30. April 2019 60 Jahre alt geworden ist, hat die Stadt Dortmund zugesagt, eine neue, 120.000 Euro teure Beleuchtung mit verschiedenen Farben zu finanzieren. Spätestens bis Pfingsten werden die alten Scheinwerfer durch 17 größere LED-Lampen ausgetauscht, versichert Rainer Peters, Techniker und Aufzugsführer des Turms. „Wegen eines Software-Fehlers mussten die veralteten Scheinwerfer ohnehin ausgetauscht werden. Das nutzen wir, um es ansprechend und schön zu machen“, so Stadtsprecherin Anke Widow gegenüber den Ruhr Nachrichten. Am Tag der Fertigstellung gebe es auch eine kleine Feier mit einer kostenlosen Turmauffahrt für die Besucher.

Der Florianturm ist mittlerweile ein Wahrzeichen Dortmunds. Das zeigen auch die Besucherzahlen: Als der Turm bis Juli vergangenen Jahres aufgrund von zehnmonatigen Sanierungsarbeiten geschlossen war, habe es laut Peters deutlich weniger Besucher im Westfalenpark gegeben.

Sanierung dauerte länger als Bau selbst 

Ursächlich für die lange Schließung seien Sanierungsarbeiten an der Fußbodenheizung gewesen. Die Arbeiten sollten eigentlich acht Wochen andauern, konnten aber aufgrund des kalten Wetters nicht eher fertiggestellt werden. Der Widerspruch: Die Bauarbeiten des Turms haben 1959 gerade mal neun Monaten gedauert – damit hat die Sanierung länger gedauert als der Bau selbst. Die Deutsche Bundespost eröffnete den damaligen Sendeturm gemeinsam mit der Bundesgartenschau, die ihn durch insgesamt sieben Millionen Besucher berühmt machte. Damals war der 211 Meter hohe Florianturm der höchste Turm Deutschlands, heute zählt er noch immer zu den höchsten Aussichtsplattformen des Landes.

Viele Besucher reisen sogar aus beispielsweise England oder den Niederlanden an, um die Aussicht auf der Plattform genießen zu können, erläutert Kassiererin Sabrina Krebs. Im Sommer würden täglich bis zu 2000 Leute den Turm hinauffahren. An Karfreitag habe es 1400 Besucher gegeben, sagt der 56-jährige Techniker und Aufzugsführer.

Jedoch kürzte die Stadt erst vor Kurzem die Öffnungszeiten. Damit sollen Kosten gespart werden, denn eine Turmauffahrt benötigt starke Sicherheitskontrolle. Neben Haustechniker und Kassierer müsse ebenso auch immer eine Brandwache vor Ort sein. „Wir versuchen, die größtmögliche Sicherheit zu geben“, sagt Peters. Gerade nach dem Trauerfall, als 2003 ein Bungee-Springer durch einen Produktionsfehler am Seil verunglückte, habe die Sicherheit oberste Priorität.

“Die Stadt ist für eine Rückkehr des Turmrestaurants verantwortlich“

 Viele Besucher seien aber nicht nur wegen der geänderten Öffnungszeiten verärgert: Die Schließung des Turmrestaurants sorge für triste Stimmung. Ohne Pächter – kein Restaurant. Bislang konnte noch kein geeigneter Kandidat gefunden werden, so Peters. Zwar seien viele Bewerbungen eingetroffen, allerdings keine, die die strengen Auflagen erfüllen. Aus Brandschutzgründen darf zum Beispiel nicht mit Gas gekocht und keine Fritteuse verwendet werden. Ebenso erfordere ein Restaurant in einer Höhe von über 200 Metern enorme Energiekosten um unter anderem das Wasser für die Toiletten hochzupumpen. Die Energiekosten könnten sich auch in den Preisen des Restaurants widerspiegeln. Außerdem müssten sich die Öffnungszeiten des Turms ändern, um eine Wiedereröffnung realisieren zu können. „Die Stadt ist für eine Rückkehr des Turmrestaurants verantwortlich“, findet Rainer Peters. Die müsse einen zukünftigen Pächter finanziell unterstützen.

Foto: Sina Osterholt

 
 
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