Hamburg setzt sich ein, um „Containern“ zu legalisieren

„Containern“ soll legalisiert werden. Hambruger Justizsenator Till Steffen setzt sich dafür bei der Konferenz der Justizminister der Bundesländer in der kommenden Woche ein.

Nach Berichten in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ ist Justizsenator Till Steffen (Grüne) dabei, den Antrag für die Konferenz in Lübeck-Travemünde vorzubereiten. Damit soll das „Containern“ in Hamburg nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden. „Containern“ steht für das Sammeln von Lebensmitteln aus Abfallcontainern. Wer Essen aus den Containern nimmt, begeht nach geltendem Recht Diebstahl. 

„Wir schmeißen in Deutschland jedes Jahr Millionen Tonnen Lebensmittel weg. Dass Menschen strafrechtlich verfolgt werden, die beim Containern gegen diese Verschwendung aktiv werden, finde ich falsch“, sagt Till Steffen gegenüber tagesschau.de.

Anstatt des Verbots, weggeworfene Lebensmittel zu sammeln, soll ein Wegwerfverbot für Supermärkte eingesetzt werden. Ein ähnliches Gesetz gibt es bereits in Frankreich: Hier müssen Supermärkte mit mehr als 400 Quadratmetern seit 2016 in Partnerschaft mit Hilfsorganisationen unverkaufte Lebensmittel an diese Partner weitergeben. Bereits im April hatte die Linkspartei in einem eigenen Antrag gefordert, das „Containern“ straffrei zu machen. Die Umweltorganisation WWF schätzt, dass pro Jahr mehr als 18 Millionen Tonnen Lebensmittel in deutschen Mülleimern landen.

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