Ein Appell an das Ruhrgebiet: Lasst die Finger von Olympia 2032!

Die gesamte Sportwelt schaut 2032 womöglich nach Dortmund, Düsseldorf und Co, wo sich 12.000 Sportler zwei Wochen lang in über 300 Wettkämpfen messen. Das klingt eigentlich in den Ohren eines jeden Sportbegeisterten wunderschön. Wer allerdings einmal ein bisschen genauer darüber nachdenkt, muss zugeben: Das Ruhrgebiet sollte sich unter keinen Umständen für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2032 bewerben. KURT-Autor Nico Ebmeier nennt fünf Punkte, wieso es unsinnig wäre, 2022 eine offizielle Bewerbung für Olympia abzugeben.

 

1. Die zehn Milliarden Euro für Olympia kann das Ruhrgebiet besser anlegen.

Auch, wenn Sportvermarkter Michael Mronz erst in „sechs bis acht Monaten“ einen wirklichen Finanzplan aufstellen muss, ist schon jetzt klar: Olympia ist teuer! Die Spiele in Rio De Janeiro kosteten 2016 insgesamt mehr als vier Milliarden Euro und damit war der Ausrichter noch gut bedient.

London 2012 kostete fast 14 Milliarden Euro (Quelle: Finanzen100.de) Allein eine Bewerbungsagenda würde laut Spiegel-Online knapp 25 Millionen Euro kosten, auch wenn die Spiele nicht ins Ruhrgebiet gehen würden. Die Liste würde lang werden, wenn ich aufzählen würde, wo das Ruhrgebiet diese Summen besser anlegen könnte. Klar argumentiert Mronz damit, dass es im Ruhrgebiet und im Rheinland schon die meisten Sportanlagen gibt und diese maximal modernisiert werden müssen und im Großen und Ganzen scheint das auch zu stimmen. Zwei große Fragen gibt es dennoch:

2. Wohin mit den Leichtathleten und dem Olympischen Dorf?

Irgendwo „zwischen Köln und Essen“! Was ist das auch für eine Frage? Dort, wo eben gerade Wohnraumknappheit herrscht. Die Zeichen stehen also klar auf Düsseldorf, die Stadt mit den meisten Einwohnern, nach Köln, in Nordrhein-Westfalen.

Das klingt ja auch alles schön und gut, aber ist auf der anderen Seite natürlich vorrangig Werbung für die eigene Agenda des FDP-Politikers Mronz. Denn 12.000 Sportler inklusive der Teams in temporären Einrichtungen unterzubringen löst noch lange nicht das große Wohnungsproblem einer 600.000-Einwohner-Metropole.

Und die Leichtathleten bei Olympia? Darauf fehlt bisher eine wirkliche Antwort. Heißer Anwärter ist aktuell, mitten in Köln ein neues Hightech-Stadion zu errichten, welches danach zwar wahrscheinlich zehn Jahre lang Ort für einige Großereignisse sein wird, aber nie den Nutzen haben wird, den ein solches Millionen-Projekt haben sollte.

3. Europa, Amerika, Europa? Das passt nicht.

Vor zwei Jahren hat das IOC fast sensationeller Weise gleich die nächsten beiden Olympiaden nach Paris 2024 und Los Angeles 2028 vergeben. Um die olympische Vielfalt zu wahren, müssten die nächsten Spiele also wo stattfinden? Richtig, nicht in Europa. Im Jahr 2025, wenn Olympia 2032 vergeben wird, tritt der deutsche IOC-Präsident Thomas Bach von seinem Amt ab. Wäre es da nicht etwas zufällig, wenn das Komitee, das sich sowieso schon fast monatlich Korruptionsvorwürfe gefallen lassen muss, seinem Präsidenten die Olympischen Spiele zum Abtritt mit nach Hause gibt.

4. Die Kontrahenten sind einfach zu stark

Das Gemunkel wird sowieso schon lauter, dass das IOC sich intern schon auf einen Zweikampf für 2032 geeinigt hat. Doha gegen Brisbane, beziehungsweise Katars Ölreichtum gegen Australiens schimmernde Küste. Alles klingt dann, das muss man leider zugeben, doch besser als die „Rhein Ruhr City“. Zusätzlich steht der Versuch von koreanischen Friedensspielen im Norden und Süden im Raum. Eine erfolgreiche Bewerbung bei Olympia scheint also höchst unwahrscheinlich.

5. Die Deutschen haben keine Lust auf Olympia

Der Deutsche Olympia-Sportbund und Olympiabewerbungen – das passt einfach nicht gut zusammen. Zuletzt verloren die Bewerbungen für Hamburg 2024 und München 2022 haushoch gegen seine Kritiker in einem Bürgerentscheid. 2004 war es genau so in Leipzig. Wieso sollte also der einfache Steuerzahler aus dem Ruhrgebiet für die Spiele stimmen? Gar nicht. Wie in Hamburg, München und Leipzig würde die Mehrheit der Olympia-Gegner die Pläne zerschmettern, die dann aber schon mehrere Millionen schwer waren.

Fazit: Lasst die Finger von Olympia!

Wieso sollten sich die 14 Städte im Ruhrgebiet und Rheinland auf eine teure Bewerbung für Olympia einlassen, deren Chance auf Erfolg minimal ist? Sie sollten es nicht. Und selbst wenn Thomas Bach in seinem letzten Präsidenten-Jahr tatsächlich für Deutschland entscheiden würde, wären die Nachteile weitaus größer als die Vorteile.

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