Trump will Schulen und Universitäten in den USA wieder öffnen

US-Präsident Donald Trump möchte noch in diesem Herbst die Schulen und Universitäten in den USA öffnen. In einer Pressekonferenz am Donnerstagmorgen sprach er sich trotz weiter steigender Zahlen der Corona-Infizierten dafür aus. 

„Das Coronavirus hat sehr wenige Auswirkungen auf jüngere Menschen“, so Trump. Der sowieso schon stark in der Kritik stehende US-Präsident widerspricht damit seinem Krisen-Berater und Seuchenexperten Anthony Fauci. Dieser hatte zuletzt vor einer zweiten Infektionswelle gewarnt, wenn die Regelungen zu früh aufgehoben werden würden. „Das wird zu mehr Todesfällen und einem großen wirtschaftlichen Schaden führen“, so der Epidemologe.

Auch die aktuellen Corona-Zahlen sprechen nicht für den US-Präsidenten. Mit 1,4 Millionen Corona-Infizierten und über 80.000 Todesfällen sind die Vereinigten Staaten das mit Abstand am schwersten betroffene Land der Welt. Fast ein Viertel aller Corona-Fälle wurden in den USA gemessen.

Am Mittwoch hatte der Gesundheitsbeamte Rick Bright sogar vor dem „dunkelsten Winter der Geschichte“ gewarnt. Wenn sich die Zahl der Neu-Infizierten nicht langsam lege und im Winter noch die Grippewelle die USA erreichen würde, gebe es bald weit über 150.000 Tote, sagte er.

Ein Grund für Trumps Lockerungs-Politik ist die weiter steigende Zahl der Arbeitslosen in den USA. Seit März haben nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur mehr als 33 Millionen Menschen ihren Job verloren. Das seien so viele wie nie zuvor in solch einer kurzen Zeit. Die Arbeitslosenquote dürfte demnach bei etwa 20 Prozent liegen. Zuletzt war sie während der „großen Depression“ in den 1930er Jahren so hoch.

Mehr von Nico Ebmeier

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