Wenn sich die Identität spaltet

Jana Bertermann - DIS

Sara* teilt sich einen Körper mit acht anderen Persönlichkeitsanteilen. Manche sind männlich, andere weiblich, alt oder jung. Auch in ihrem Charakter unterscheiden sie sich. Im Interview erzählt Sara vom Alltag mit Dissoziativer Identitätsstruktur (DIS). Sie studiert, hat einen Partner und einen kleinen Sohn. Außer ihrer besten Freundin weiß fast niemand von der DIS.

Du bist nicht nur Sara, sondern ihr seid viele. Was soll ich sagen, du oder ihr?

Wenn du mich ansprechen möchtest, dann sag du, und um alle anzusprechen, ihr. Aber es hören sowieso die meisten zu.

Das ist eine Dissoziative Identitätsstruktur
Menschen verhalten sich je nach Situation unterschiedlich. Allerdings können wir uns normalerweise an unser Verhalten erinnern und auch andere Menschen erkennen uns immer wieder. Das ist bei einer Dissoziativen Identitätsstruktur anders: Die Identität eines Menschen mit DIS ist in verschiedene Persönlichkeitsanteile aufgespalten, die sich in ihrem Verhalten stark unterscheiden können. Eine anscheinend normale Persönlichkeit bewältigt den Alltag und verhält sich unauffällig. Allerdings ist sie nicht besonders emotional. Außerdem gibt es Persönlichkeitsanteile, die traumatisiert sind und sich daher z. B. depressiv, kindlich oder sexualisiert verhalten. Manchmal kennen sich die Persönlichkeitsanteile, es ist aber auch möglich, dass sie nichts voneinander wissen. Diese Identitätsstruktur ist ein Schutzmechanismus und hilft betroffenen Menschen, mit möglichen erneuten Traumatisierungen umgehen zu können. Diese Informationen stammen von der Psychologin Andrea Eckert.

Bei Menschen mit DIS übernehmen immer wieder verschiedene Persönlichkeitsanteile die Kontrolle über den Körper. Wie fühlt sich das für euch an?

Man ist permanent mit einer Großfamilie unterwegs. Es ist, wie wenn man mit kleinen Kindern, Teenagern und Erwachsenen ständig zusammen ist, sowohl in der Freizeit als auch in der Uni oder auf der Arbeit.

Sara, wo sind die anderen jetzt, während du mit mir sprichst?

Es ist, als wäre ich auf einer Bühne und im Hintergrund gibt es einen großen Probenraum, in dem sie sitzen und zuhören, schlafen oder sich mit etwas ganz anderem beschäftigen.

Wer gehört alles zu eurer Großfamilie?

Olivia ist für alles zuständig, was mit Sex und Liebe zu tun hat. Katja hat momentan leider Depressionen, wodurch sie oft einfach nur rumliegt. Der Torwächter ist unser Chef und passt auf, dass wir nichts machen, was uns schadet. Die Helfende kümmert sich viel um die Kleinen. Valerie kann total gut trösten.

So beschreibt Sara sich und die anderen Persönlichkeitsanteile
Sara ist 31 Jahre alt und hat dunkelblonde Haare. Sie ist ordentlich und strukturiert. Deshalb übernimmt sie alle Aufgaben, die mit dem Studium und der Arbeit zu tun haben.

Katja ist 31 Jahre alt und hat dunkelbraune Haare. Ihr gehört der Körper, den sich die Persönlichkeiten teilen. Sie ist depressiv und verhält sich selbstschädigend.

Die kleine Katja ist ungefähr sieben Jahre alt, hat lange dunkle Haare und eine schlanke Figur.

Olivia ist ebenfalls Anfang 30 und hat lange wellige Haare, die sie immer offen trägt. Sie hat grüne Augen und eine schlanke Figur. Meistens kleidet sie sich sexy, trägt zum Beispiel kurze Röcke und hohe Schuhe. Sie ist immer gut gelaunt, schlagfertig, charmant und sympathisch, hat allerdings kein Mitgefühl.

Die kleine Olivia ist ungefähr sechs Jahre alt. Sie hat eine rötlich-braune lockige Haarmähne, eine schlanke Figur und sieht sehr kindlich aus.

Valerie ist ein Teenager, hat lange blonde Haare und sieht sehr mädchenhaft aus, da sie immer Kleider trägt.

Paul ist 7 Jahre alt, klein, schmächtig und hat kurze dunkle Haare.

Der Torwächter ist 14 Jahre alt. Er ist groß, blond, sportlich und stark. Sara sagt über ihn: “Das ist unser Chef, der passt auf, dass wir nichts machen, was dem System schaden.”

Die Helfende ist mit Ende 50 die älteste Persönlichkeit. Sie hat ihre hellbraun-grauen Haare immer zu einem Dutt gebunden und bemuttert die Kleinen, wenn es ihnen schlecht geht.

Bei Menschen mit DIS gibt es häufig eine Persönlichkeit, die vordergründig im Außen ist. Sie regelt alltägliche Dinge und übernimmt dann die Kontrolle über den Körper. Das ist der Host. Wie ist das bei euch?

Wir sind gleichwertig und teilen alltägliche Aufgaben untereinander auf. Ich, Sara, erledige zum Beispiel alles für die Uni und die Arbeit. In der Erziehung unseres Sohnes bin ich vor allem für die Wissensvermittlung zuständig, mache mit ihm seine Hausaufgaben oder spreche mit ihm über alles, was uns interessiert. Katja hat immer ein offenes Ohr für ihn, wenn er ein Problem hat. Sie ist verständnisvoller als ich und kuschelt gerne. Unser Sohn weiß allerdings bisher nicht, dass wir viele sind. Wir erklären ihm, dass unser Hirn einfach etwas anders funktioniert als das der meisten Menschen. Alles andere würde ihn, denken wir, zu sehr verwirren.

Wann und wie habt ihr herausgefunden, dass ihr eine DIS habt?

Wir wussten alle nicht, dass es eine Diagnose für unser Erleben gibt. Die haben wir erst vor einem Jahr bekommen, als wir eine neue Therapie angefangen haben. Dabei sind wir rückblickend betrachtet schon seit der Schulzeit hoch dissoziativ. Es hat uns total geflasht, dass es noch andere Menschen gibt, die ähnliche Symptome haben wie wir.

Warum es oft lange dauert, bis die DIS diagnostiziert wird
“Menschen mit DIS bemerken diese Identitätsspaltung beispielsweise durch Rückmeldungen ihrer Mitmenschen, wenn sie in ihrer Erinnerung größere Zeitlücken haben, oder in ihrer Wohnung plötzlich etwas verändert ist. Oft schieben sie diese beunruhigenden Indizien aber erst einmal weg. Zusätzlich können sich auch noch jede Menge andere Psychosymptome entwickeln, wie zum Beispiel eine Depression oder Essstörung. Dadurch wird eine Dissoziative Identitätsstruktur oft erst sehr spät im Leben diagnostiziert”, sagt Andrea Eckert. Sie ist Expertin für Psychotraumatologie und Psychoanalyse.

Wodurch ist eure DIS entstanden?

Wir sind in einem sehr schädigenden, missbräuchlichen Umfeld aufgewachsen und waren Opfer organisierter Gewalt.

Das hat mit unserer Herkunftsfamilie zu tun. Wir sind in einem sehr schädigenden, missbräuchlichen Umfeld aufgewachsen und waren Opfer organisierter Gewalt. Aufgrund der DIS haben wir sehr unterschiedliche Erinnerungen an die Herkunftsfamilie beziehungsweise unsere jeweilige Biografie. Deshalb bewerten wir das Erlebte different. Vor allem die Kleinen werden im Außen von sehr vielen Reizen getriggert und sind folglich häufig in Flashbacks gefangen, die für uns als System sehr anstrengend sind. Andere haben keinerlei negative Erinnerungen, empfinden die Herkunftsfamilie als nett oder verleugnen gänzlich jegliche Erinnerung.

Trigger sind Reize, die Erinnerungen an traumatische Situationen hervorrufen. Was bedeutet es für euch, diese Trigger zu haben?

Sie behindern uns extrem im Alltag, weil sie uns ablenken, Konzentration, Energie und Zeit rauben. Es ist beinahe ein Dauerzustand, dass irgendjemand von uns immer eine zu verarbeitende Szene im Kopf hat. Das nennt man Intrusion. Es ist dann so, als würden wir permanent einen Horrorfilm sehen. Die Uni bleibt dadurch oft auf der Strecke. Trigger können auch unerwünschte Persönlichkeitswechsel hervorrufen.

Wie fühlt es sich an, wenn der Persönlichkeitszustand wechselt? Ist das steuerbar?

Ziel der Therapie ist es, die Wechsel steuern zu lernen, um gemeinsam besser zu funktionieren. Schnelle Wechsel im Alltag passieren unbemerkt. Wenn man nach einem Wechsel wieder zurückkommt, fühlt es sich an, als hätte man ein Blackout gehabt. Aber es gibt auch langsame Wechsel. Manche mischen sich beispielsweise ein, wenn im Außen etwas gesagt wird, das ihnen nicht passt, und versuchen dann, die Person im Außen zu verdrängen. Wenn ich langsam nach hinten wechsle, wird mir schwindelig, ich kann mich nicht mehr konzentrieren und merke, dass ich gleich weg sein werde. Ich bin dann machtlos. Ein bisschen so, wie wenn man nicht einschlafen möchte und es dann doch passiert.

Der Wechsel des Persönlichkeitszustandes ist nicht immer steuerbar. Foto: Nanna Zimmermann

Ein Ziel eurer Therapie ist also, die Wechsel der Persönlichkeitsanteile steuern zu können. Welche Ziele habt ihr noch?

Es wäre gut, wenn immer nur die Person ins Außen kommt, die gerade eine Aufgabe zu erledigen hat. Wir haben zum Glück mittlerweile eine sehr schnelle Auffassungsgabe und viele verbale Strategien, die helfen, ins Geschehen zu finden, wenn jemand von uns von hinten ins Außen wechselt. Das Problem ist, dass man sich nicht daran erinnern kann, was zuletzt passiert ist. In einem Gespräch hilft es deshalb, wenn unser Gegenüber wiederholt, was zuletzt gesagt wurde. Wir arbeiten daran, ein möglichst homogenes Bild abzugeben und trotzdem auf die Bedürfnisse der Einzelnen Rücksicht zu nehmen. Dazu müssen wir viel miteinander kommunizieren und unsere Meinungen gut absprechen.

Eine Psychologin erklärt die Therapieziele
Die Psychologin Andrea Eckert arbeitet in der München Klinik mit DIS-Patient*innen: “Die Menschen sollen in der Therapie zunächst die Dynamik und Funktion der einzelnen Anteile verstehen und lernen, sie zu integrieren. Das ist ein langer Prozess. Ein weiteres Ziel ist, dass die Anscheinend Normale Persönlichkeit mehr Emotionen aushalten kann und mehr darüber weiß, was war. Sobald das emotional möglich ist, wird in der Therapie reflektiert, durch welche Erfahrungen das Trauma entstanden ist. Die Therapie braucht eine lange Zeit, aber eine DIS ist behandelbar.”

Wie häufig wechselt ihr im Alltag?

Unterschiedlich. Häufig mehrmals in der Stunde, an manchen Tagen bin ich aber auch mehrere Stunden am Stück da. Es hängt davon ab, was wir im Außen erleben. Die meisten Wechsel passieren sekundenschnell, manchmal können sie aber auch minutenlang sein. Andere Menschen merken Wechsel für gewöhnlich nicht.

Bleiben alle Persönlichkeitsanteile für immer oder gehen manche nach einer Zeit wieder weg beziehungsweise kommen hinzu?

Besonders dann, wenn es Veränderungen oder Stress im Außen gibt, kann es sein, dass welche plötzlich gehen, sich Persönlichkeiten verändern, oder neu dazu kommen.

Die Anzahl kann schwanken. Es ist interessant, unsere alten Tagebücher zu lesen. Da wurden manche Beiträge von Personen geschrieben, die ich nie kennengelernt habe. Besonders dann, wenn es Veränderungen oder Stress im Außen gibt, kann es sein, dass welche plötzlich gehen, sich Persönlichkeiten verändern, oder neu dazu kommen. Im Sommer waren wir für die Uni im Praktikum. Da ist auf einmal die Sozialarbeiterin dazu gekommen. Sie hat das Praktikum gemacht und ist danach wieder verschwunden. Da gab es auch keine Verabschiedung. Ich bin zum Beispiel dazu gekommen, damit wir überhaupt studieren und arbeiten können, denn ich bin im Gegensatz zu den anderen sehr organisiert und strukturiert. Mir ist klar, dass das total verrückt klingt, aber für mich ist es so, dass ich eigentlich nicht in diesen Körper gehöre.

Aktuell arbeitest du an deiner Masterarbeit. Inwieweit macht die DIS es dir schwer, sie zu schreiben?

Es kommt vor, dass sich die anderen beim Schreiben einmischen. Dann ist es wie in einer Gruppenarbeit. Jeder von uns hat einen anderen Fokus. Man merkt, dass unsere Schreibstile unterschiedlich sind. Wir haben auch unterschiedliche Handschriften. Manchmal kann es echt frustrierend sein. Dann habe ich zum Beispiel viel Zeit investiert, um weiterzuschreiben, es kommt ein Wechsel und wenn ich wieder da bin, ist plötzlich alles verändert. Zitate sind auf einmal weg oder doppelt eingefügt. Mittlerweile schreibe ich immer zwischendurch für die anderen auf, was ich zuletzt gemacht habe und was meine nächsten Schritte wären. Wir haben uns auch darauf geeinigt, dass jeder von uns eine andere Farbe benutzt. Das macht es etwas übersichtlicher.

Jana Bertermann - DIS - Handschrift
Sara und die anderen Persönlichkeitsanteile haben unterschiedliche Handschriften, wie in diesen Tagebucheinträgen zu erkennen ist. Foto: Privat

Wie sieht dein Studienalltag aus?

Ich mache ein Fernstudium, weil ich nebenbei berufstätig bin. Ich arbeite als Grundschullehrerin. Bevor ich angefangen habe, die Masterarbeit zu schreiben, hatten meine Kommilitonen und ich immer nur am Wochenende Blockunterricht. Alles andere lief online. Wir mussten häufig Aufgaben abgeben und Hausarbeiten schreiben. Es ist sehr praktisch, selbstständig einteilen zu können, wann man was erledigt. Die Dozenten haben unseren Jahrgang in Peer-Groups eingeteilt, in denen wir uns innerhalb der Woche zum gemeinsamen Lernen verabredet haben. Zum Glück durfte ich mir häufig die Mitschriften meiner Kommilitonen kopieren, denn damit konnte ich besser lernen. Meine eigenen Notizen waren meistens chaotisch, manche von uns haben eine furchtbar unleserliche Handschrift. Allgemein hilft es uns, organisierte, strukturierte und ordentliche Menschen als Bezugspersonen zu haben.

Wie wirkt sich die DIS auf deinen Job als Grundschullehrerin aus?

In der Schule darf niemand von der DIS erfahren. Sonst hätten die Eltern bestimmt kein Vertrauen mehr zu mir.

Sobald wir das Schulgelände betreten, bin ich, Sara, im Außen. Ich unterrichte und pflege den Kontakt zu meinen Kollegen. Es wäre praktisch, wenn mir Katja bei der Unterrichtsvorbereitung helfen könnte, denn sie ist musikalischer als ich und hätte bestimmt viele kreative Ideen. In der Schule darf aber niemand von der DIS erfahren. Sonst hätten die Eltern bestimmt kein Vertrauen mehr zu mir.

Wie gehst du in der Öffentlichkeit mit der DIS um?

Die Diagnose ist, meiner Erfahrung nach, gesellschaftlicher Selbstmord.

Die Diagnose DIS ist, meiner Erfahrung nach, gesellschaftlicher Selbstmord. Deshalb erzählen wir niemandem davon. Wir schämen uns häufig dafür, viele zu sein, besonders dann, wenn wir nicht so funktionieren, wie wir das gerne hätten. Es ist uns auch total unangenehm, wenn unser Partner merkt, dass wir gewechselt haben. Andererseits würde ich manchmal gerne erklären können, wieso ich für bestimmte Aufgaben so lange gebraucht habe, oder beweisen, dass wir uns viele Gedanken darüber gemacht haben. Wenn wir im Seminar gewechselt sind, haben wir in Diskussionen allgemein um das Thema herumgeredet und so getan, als wüssten wir, worum es geht. Dabei haben wir parallel nach unbekannten Begriffen oder Gesprächsinhalten gegoogelt. Meine Dozenten und Kommilitonen wissen bis heute nicht, dass wir viele sind.

So viele Menschen haben in Deutschland eine DIS
Expert*innen schätzen, dass etwa 0,1 Prozent der Bevölkerung in Deutschland eine DIS haben. Allerdings ist die Dunkelziffer vermutlich viel höher.

Wie hat euer Partner reagiert, als er von der DIS erfahren hat?

Es war ein notwendiges Übel, es ihm zu sagen. Wir waren zu dem Zeitpunkt schon fünf Jahre lang zusammen, aber hatten ständig Konflikte, weil er dachte, ich würde meine Meinung permanent ändern. Dabei hatte er einfach immer wieder mit anderen von uns zu tun. Ich glaube, es klappt nur mit uns, weil wir eine offene Beziehung führen und generell sehr tolerant sind. Unser Partner gibt sich Mühe, aber hält das Ganze immer wieder für ziemlich verrückt. Er findet auch Psychotherapie eigenartig und ich glaube, manchmal denkt er, ich würde schauspielern.

Die DIS ist auch unter Expert*innen eine umstrittene Diagnose
Andrea Eckert (Expertin für Psychotraumatologie und Psychoanalyse) findet: “Es gibt zu wenig Wissen und Fortbildung über die DIS. Dazu kommt, dass Patienten mit einer DIS oft Seiten haben, die lange nicht vermuten lassen, was dahinter steckt. Die DIS ist eine Diagnose, die man erst stellen kann, wenn man die Patienten länger kennt. Skeptisch zu sein, ist eigentlich eine professionelle Qualität. Schließlich kann man auch mit anderen Diagnosen manche der Symptome und Erscheinungsbilder erklären, erfasst dann aber nicht alles.

Weiß aus eurem Freundeskreis jemand davon?

Wir haben eine gemeinsame beste Freundin, die es weiß. Wir sind schon seit der ersten Klasse im Gymnasium befreundet. Irgendwann hat sie mal aus dem Affekt heraus gesagt, dass ich mich manchmal wie mehrere Personen verhalten würde. Dann haben wir ihr gesagt, dass wir viele sind. Sie hat das tatsächlich einfach so hingenommen. Das hat uns überrascht, aber natürlich total gefreut und erleichtert.

Ist die DIS seitdem Thema in eurer Freundschaft?

Wir brauchen häufig die Bestätigung von unserer Freundin, dass unsere Realität stimmt und dass wir nicht bösartig sind, weil wir keinen Kontakt zu unserer Herkunftsfamilie haben wollen. Das wirft uns unsere Familie nämlich vor. Sie sagt, dass wir Lügen erfinden und dass bei uns zu Hause immer alles super war.

Was wünschst du dir von deinen Mitmenschen?

Ich wünsche mir mehr Akzeptanz und Aufklärung über psychische Krankheiten. Menschen sollen aufhören, Dinge zu verdrängen, die angeblich nicht sein können oder dürfen.

*Um Sara und die anderen Persönlichkeitsanteile zu schützen, haben wir ihre Namen verändert, mit Ausnahme des Torwächters und der Helfenden. Diese Bezeichnungen spiegeln nämlich ihre Funktionen wider.

Beitragsbild: Nanna Zimmermann
Illustration im Text: Nanna Zimmermann
Foto von den Handschriften: Privat

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1 Comment

  1. says: JoeCool

    Hallo,vielen Dank fuer diesen Artikel.
    Warum werden Betroffene meist als “Spinner”bezeichnet.
    Bin selbst betroffen,versuche allein damit klar zu kommen…online findet man mehr Hilfe von anderen Betroffenen.Ja …das ist wirkl.so….es gibt viele Betroffene im hoeheren Alter…die schiebt man einfach an den Rand der Gesellschaft….wenn Gewalttaten schon Jahrzehnte lang her sind….muss man irgwie beweisen,dass es SOWAS tatsaechlich auch damals gab.
    Habe viele Jahrzehnte auch sehr gut funktioniert…aber irgendwann ist das Fass halt voll und man sitzt regelrecht in bzw.vor den Scherben seiner Vergangenheit.
    Alles sehr sehr traurig!
    Man sollte sich auch um “aeltere Betroffene “kuemmern!

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