Datenerfassung bei Messengern

Viele von uns nutzen diverse Messenger und Social-Media-Kanäle ganz selbstverständlich. Doch welche Daten wir dabei preisgeben, unterschätzen wir dabei häufig.

Aus unseren Gesprächsverläufen können die Betreiber viele unserer personenbezogenen Daten abgreifen, etwa E-Mail oder Telefonnummer. Häufig ist die Angabe dieser Daten bei der Anmeldung verpflichtend, um den Messenger überhaupt nutzen zu können. Dadurch erhält der Messenger oft auch Zugriff auf unser Adressbuch. Mit diesem Zugriff kommen die Betreiber nicht nur unsere eigenen Daten, sondern können auch Nicht-Nutzer identifizieren.

Mit welchen Kontakten wir wie lange schreiben, ist für den Messenger ebenfalls kein Geheimnis. Sogar welche Orte wir besucht haben und welchen Interessen wir nachgehen, können die Betreiber mitunter ermitteln. Diese Informationen lassen sich indirekt aus geteilten Inhalten – wie das Posten von Urlaubsbildern oder das Teilen von Links – ableiten. Einfacher ist es für den Anbieter beim aktuellen Standort: Durch den stetigen Austausch mobiler Daten und der Freischaltung der Standortfreigabe werden diese Informationen stets dem Messenger mitgeteilt.

Wozu werden diese personenbezogenen Daten verwendet?

Zum Großteil nutzen Anbieter die personenbezogenen Daten für eigene Zwecke – wie der Verbesserung des eigenen Dienstes. Tatsache ist jedoch auch, dass manche Anbieter mithilfe dieser Informationen psychologische Profile erstellen. So können sie Nutzer in Verhaltens- und Interessenkategorien unterteilen und personalisierte Werbung schalten. Das heißt: Viele Unternehmen nutzen die Daten der Nutzer, um diese für Werbezwecke zu verwenden.

Kann man sich davor schützen?

Viele Nutzer vertrauen bei der Verwendung von Messengern auf die Ende-zu-Ende Verschlüsselung der Daten. Diese garantiert aber nicht, dass der Betreiber die Chatverläufe nicht mitliest und analysiert. Die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) appelliert deshalb an die Nutzer von Messengern, sich genau mit den Nutzungsbedingungen auseinanderzusetzen. So soll jede*r Konsument*in für sich selbst abwägen. Aber häufig sind die AGB so unklar und intransparent formuliert, dass dies für die meisten Nutzer kaum möglich ist. Dazu kommt, dass die wichtigsten Aspekte oft im Kleinteil der AGB versteckt sind. Daher ist es in der Praxis oft schwer einzuschätzen, welche Daten wofür verwendet werden.

Auch wenn wir durch die Nutzung von Messengern viele personenbezogene Daten von uns preisgeben, so müssen wir auf die Nutzung nicht komplett verzichten. Nutzer sollten aber aktiv nachdenken und abwägen, welche Informationen sie preisgeben möchten und welche Folgen das Teilen von bestimmten Inhalten haben kann.

Teaser- und Beitragsbild: pixabay.com

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