RKI-Chef Wieler warnt vor schwerer Notlage in Deutschland

Lothar Wieler zeichnet ein dramatisches Bild der Corona-Lage in Deutschland und ruft die Notlage aus. 

„Wir werden ein sehr schlimmes Weihnachtsfest haben, wenn wir jetzt nicht gegensteuern“, sagte Wieler am Mittwochabend bei einer Online-Diskussion mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU). Laut einer Hochrechnung des RKIs würden in den nächsten Wochen 400 Menschen pro Tag sterben. Die momentane 7-Tage-Inzidenz liegt bei 336,9. 

Auch die Untererfassung der wahren Zahlen verstärkt sich. „Hinter den mehr als 50.000 Infektionen, die derzeit pro Tag neu registriert würden, verbergen sich mindestens noch einmal doppelt oder dreimal so viele“, so der RKI-Chef.

Das RKI habe frühzeitig Handlungsempfehlungen ausgesprochen. Deswegen prangert Wieler ein Versäumnis der Politik an. „Wir laufen momentan in eine ernste Notlage. Daran gibt es nichts mehr zu ändern.“ Niemand könne den erkrankten Menschen noch helfen, selbst mit bester medizinischer Versorgung nicht.

Da 2G nicht reicht, um das Infektionsgeschehen aufzuhalten, plädiert Wieler für eine Impfstation in Apotheken. Dies soll das Impftempo erhöhen. Er wies auch darauf hin, dass nicht ständig etwas Neues erfinden werden müsse, da viele Konzepte bereits vorhanden seien.

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