Kampf gegen den Leerstand: Die Dortmunder City muss sich verändern

Auf kurt.digital schreiben wir regelmäßig E-Mails. Diese geht an die Mitglieder der Dortmunder City-Runde. Studien und Umfragen belegen, dass Innenstädte in NRW seit Jahren immer unattraktiver werden. Das gilt auch für Dortmund. Unser Autor fordert, dass die City wiederbelebt wird.  

Sehr geehrte Mitglieder der City-Runde,

als gebürtiger Dortmunder ist es enttäuschend, mitansehen zu müssen, wie die Innenstadt nach und nach an Attraktivität verliert. Die Mitglieder Ihrer Vereinigung haben es sich zum Ziel gesetzt, für die Qualität der City zu kämpfen. Insbesondere seit Beginn der Corona-Pandemie. Jedoch zieren anstelle außergewöhnlicher Geschäfte und Restaurants nach wie vor Leerstände den Westenhellweg. Dabei ist hier viel verstecktes Potenzial vorhanden. Das sollte ausgenutzt und die City wiederbelebt werden.

Dass die Menschen heutzutage vor allem online einkaufen, zeigt unter anderem eine Studie, die die IFH Köln 2020 in Auftrag des NRW-Wirtschaftsministeriums durchgeführt hat. Darin gaben 70 Prozent der Befragten an, bevorzugt online zu shoppen. Auch zeigt die Erhebung, dass zwischen 2010 und 2020 in NRW knapp 10.000 Geschäfte geschlossen haben. Dazu gehören sowohl Ketten als auch kleine, eigenständige Läden. Die Leerstandsquote nahm zu und betrug 2020 etwa 10 Prozent. Auch die Passant*innen bleiben den Innenstädten fern: 2020 waren rund 30 Prozent weniger Menschen in NRWs Innenstädten unterwegs als 2019.

Corona hatte auf das Einkaufsverhalten zwar sicherlich einen gravierenden Einfluss, die Innenstädte standen aber bereits vor der Pandemie unter Druck. Laut einer weiteren Bürgerbefragung der IFH Köln „NRW 2020” empfinden 70 Prozent der 1.000 befragten Passant*innen den Onlinehandel als bequemer und schätzen das größere Warenangebot im Vergleich zum stationären Handel. 55 Prozent der Befragten sehen dadurch immer weniger Gründe, die Läden vor Ort zu besuchen.

Auch, wenn der Onlinehandel immer mehr an Bedeutung gewinnt, so sind die Innenstädte für die Bürger*innen weiterhin wichtig: Sie wollen dort nicht nur einkaufen, sondern auch wohnen. Außerdem sollen die Innenstädte zum Verweilen einladen und Freizeitangebote bieten. Das wollen laut IFH Köln Menschen aller Altersklassen. 30 Prozent der Befragten sind jedoch der Meinung, dass die Lebensqualität in den Innenstädten in den vergangenen Jahren nachgelassen hat und verbessert werden muss.

In der Vergangenheit sprachen Sie, liebe Mitglieder der City-Runde, davon, dass dafür verschiedene Konzepte geplant seien. Grünflächen sollen angelegt und das Freizeit- wie Kulturangebot ausgebaut werden. Diese Pläne wurden jedoch aufgrund der Pandemie auf Eis gelegt und sollen erst bis voraussichtlich 2030 umgesetzt werden. Bis dahin könnte es zu spät sein. Handeln Sie deshalb jetzt und retten Sie die Dortmunder City!

Mit freundlichen Grüßen

Cedric Schäfer

 

Beitragsbild: asundermeier/pixabay

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