Viel Drama um nichts? Elon Musk hadert mit Twitter-Übernahme

Vor etwas mehr als einem Monat kündigte Elon Musk an, dass er Twitter kaufen will. 43 Milliarden US-Dollar war der reichste Mensch der Welt bereit zu zahlen. Nun hadert Musk: Macht er sich wirklich Sorgen, um die vielen Bot-Accounts oder bekommt er nur einfach kalte Füße? Die Chronik einer laufenden Übernahme.

Die Lage auf Twitter scheint gespalten. Die einen planen ihren Abschied von der Plattform. Besonders Deutsche User*innen wollen zu der deutschen Alternative „Mastodon“ umziehen.

Andere, viele davon sowieso Musk-Fans, stehen der Übernahme deutlich positiver gegenüber. Häufig, weil sie sich in ihrer eigenen Meinungsfreiheit eingeschränkt sehen — schreiben mehrere Nutzer*innen auf Twitter.

Jetzt stellt sich allerdings die Frage: War die ganze Aufregung etwa umsonst? Zumindest Elon Musk ist sich mit dem 43-Milliarden Dollar Deal wohl nicht mehr sicher. Von Anfang an ging es bei der Übernahme hin und her. Erst gab es Streit um den Vorstandssitz, dann darüber wie Twitter es mit der Meinungsfreiheit hält.

Der bisherige Weg zur Übernahme

Und was passiert jetzt?

Zumindest offiziell steht Elon Musk noch zu seiner Entscheidung. Allerdings schreibt er auf Twitter, dass er immer mehr Zweifel habe, desto mehr Fragen er an Twitter stelle. Besonders gehe es ihm dabei um die Anzahl der Accounts hinter denen eigentlich Bots stecken. Twitter schätzt, dass diese einen Anteil von unter fünf Prozent haben. Musk schätzt diesen eher auf 20 Prozent und reagiert sogar auf einen Artikel, in welchem der Anteil auf etwa 50 Prozent geschätzt wird.

Vielleicht interessiert sich Musk tatsächlich für die Anzahl an Bots. Eine andere Erklärung ist, dass der Unternehmer kein Interesse mehr an der Übernahme hat. Wenn er sich allerdings jetzt noch ohne guten Grund von dem Deal zurückzieht, wird es teuer für ihn. Denn ein Rücktritt kostet etwa eine Milliarde Dollar— laut Vereinbarung mit Twitter.  Vielleicht sucht Musk nach genau diesem Grund. Allerdings ist selbst mit falschen Angaben durch Twitter unklar, ob sich Musk ohne Strafzahlung zurückziehen kann. Bisher scheint es, als würde Musk noch zum Kauf stehen, aber nicht mehr die 43 Milliarden Dollar bezahlen wolle, auf die er sich mit dem Vorstand geeinigt hatte. Vielleicht erhofft er sich auch schlichtweg einen besseren Deal zu bekommen.

Betrifft mich das als ganz normale*r User*in?

Der Börsenkurs, oder für wie viel Milliarden Dollar die Plattform letztendlich verkauft wird, kann dem normalen User*in wahrscheinlich relativ egal sein. Aber wenn Elon Musk die Plattform tatsächlich übernimmt, könnte es schon zu einigen Änderungen kommen: Zum einen hat Musk angekündigt, dass er zum Beispiel die Sperrung von Donald Trump zurücknehmen würde. Ebenso könnten andere Accounts, die aktiv Falschinformationen verbreiten, wieder auf Twitter zurückkommen.

Beitragsbild: Brett Jordan/ pexels.com

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