„Gefahr für Friedensprozess“: Trump erkennt Jerusalem als Hauptstadt Israels an

Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als offizielle Hauptstadt Israels anzuerkennen, sorgt weltweit für Kritik. Viele muslimische Staaten protestieren, und Politikexperten warnen, dass Trumps Entscheidung den Nahost-Konflikt verschärfen könnte. 

Trump kündigte zudem an, die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. „Dieser Prozess beginnt sofort“, sagte er. Der Umzug der Botschaft war eines von Trumps Wahlversprechen. Seine Entscheidung löst weltweite Proteste aus. Die Regierungen von Deutschland und Großbritannien warnten davor, den Status Jerusalems zu ändern. Die Arabische Liga sagte ein Aufflammen von „Fanatismus und Gewalt“ hervor.

Der Status Jerusalems als Hauptstadt Israels ist schon lange umstritten. Laut dem Politikwissenschaftler Christopher Beuter von der TU Dortmund hat das sowohl historische als auch religiöse Gründe: „Nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967 annektierte Israel Ost-Jerusalem und die Altstadt. Die internationale Staatengemeinschaft lehnte die Annektierung ab“, sagte Beuter. Außerdem sei Jerusalem für alle drei großen monotheistischen Religionen von zentraler Bedeutung. „Wichtige Stätten des Judentums, des Islams und des Christentums liegen in der Stadt nahe aneinander“, erklärt der Politikwissenschaftler.

Die radikalislamistische Hamas kündigte bereits erneute Gewalt an. „Trumps Entscheidung gefährdet definitiv den Friedensprozess im Nahen Osten“, sagt Beuter. Ob es wie von der Hamas angekündigt zu einer dritten Intifada, den großen palästinensischen Aufständen gegen Israel, kommen werde, bleibe abzuwarten. „Die Hamas ist hauptsächlich im Gazastreifen aktiv und nicht im Westjordanland“, erklärt Beuter. Entscheidend sei der morgige Freitag. „In der Regel starten die Proteste nach dem muslimischen Mittagsgebet “, so der Politikwissenschaftler.

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