Warum Donald Trump auf den Mars will

 

Genau 45 Jahre war es am Montag her, dass die erste US-Landefähre auf dem einzigen natürlichen Satellit der Erde gelandet ist. Nun soll der Mond wieder Ziel für die Amerikaner sein. Und damit nicht genug: US-Präsident Donald Trump will die Astronauten des Landes nach der Exkursion zum Mond langfristig weiter zum Mars schicken. Das verkündete er im Weißen Haus im Zuge des neuen Plans für die amerikanische Weltraumpolitik.

Ein Ablenkungsmanöver von Trump?

Eine komplett neue Idee hat Trump damit nicht. Mit George Bush Senior im Jahr 1989 und seinem Sohn George W. Bush im Jahr 2004 hatten schon zwei weitere Präsidenten eine amerikanische Rückkehr zum Mond versprochen – die aber nicht umgesetzt wurde. Vielmehr sprach Trump im Weißen Haus bereits in scharfem Ton über die bisherigen Erfolge der amerikanischen Weltraum-Missionen.

Wir werden nicht nur unsere Flagge aufstellen und Fußabdrücke hinterlassen, wir werden ein Fundament schaffen für eine folgende Mission zum Mars und vielleicht auch eines Tages zu vielen weiteren Welten.

Der erste Mann auf dem Mond, Neil Armstrong, hatte damals ein Foto von seinem Fußabdruck im Mondstaub gemacht.

„Space Policy Directive 1“, so heißt das angekündigte Projekt, mit dem Trump Amerikas staatliches Raumfahrtprogramm auffrischen will. Mit dem Zwischenstopp auf dem Mond macht der Präsident den Vorschlag seines Beratergremiums unter Führung von Mike Penne geltend, nicht direkt den Mars anzusteuern.

Die Direktive dazu – und die zu der Beauftragung der Raumfahrtagentur NASA – unterzeichnete Trump am Montag. Damit stampft er nicht nur Barack Obamas Pläne, sich auf eine Landung auf einem Asteroiden ab 2020 und eine Mars-Landung ab 2030 zu konzentrieren, ein. Er weckte vor allem auch kritische Stimmen, die ihm vorwerfen, mit der offiziellen Ankündigung dieses Vorhabens von den innenpolitischen Schwierigkeiten Amerikas unter seiner Präsidentschaft ablenken zu wollen.

Schwerlastrakete im Bau
Schon seit einigen Jahren baut die USA an der Schwerlastrakete SLS, die etwa das „Orion-Raumschiff“ ins All bringen soll. Auch hier haben sich die Zeitpläne bereits immer wieder verschoben – mit einem Erstflug vor 2021 sei nicht zu rechnen. Die Kosten belaufen sich bislang auf drei bis vier Milliarden Dollar pro Jahr.

Detaillierte Pläne bleiben aus

Tatsächlich fehlen Donald Trump auch noch einige entscheidende Instrumente zur Umsetzung seines Vorhabens. Aktuell fehle beispielsweise ein NASA-Direktor, der Trump bei seinen Plänen unterstützt. Und auch zu weiteren Details – die dafür umso entscheidender sind – hat sich der US-Präsident noch nicht geäußert.

Über den zeitlichen Rahmen und vor allem die Finanzierungsgrundlage bleibt zu mutmaßen, zumal vor dem Budgetjahr 2019 ohnehin keine zusätzlichen Gelder fließen. Abzuwarten bleibt noch ein Termin im Februar: Dort wird ein Kongress die Budget-Möglichkeiten abstimmen und entscheiden, inwieweit Trumps Einsatz für bemannte Raumfahrtmissionen sich auswirken wird.

(Un-)Bemannte Raumfahrt?
Bemannte Raumfahrt ist ein Sammelbegriff für alle Missionen ins Weltall, bei denen Menschen im Raumschiff ins Weltall eindringen. Müssen die Astronauten die Raumstation verlassen – etwa zum Arbeiten -, müssen sie einen luftdichten, temperierten Raumanzug tragen.

Die letzte bemannte Mondmission fand am 14. Dezember 1972 statt – da verließ Eugene Cernan als letzter Mensch die Mondoberfläche. Ob sich das in naher Zukunft wieder ändern wird, steht nicht nur buchstäblich in den Sternen.

Beitrags- und Teaserbild: Francisco Antunes, lizenziert durch CC BY 2.0

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