Bundestag debattiert über Bluttests bei Schwangeren

Der deutsche Bundestag berät an diesem Donnerstag (11. April 2019) den Umgang mit Gen-Tests an Schwangeren. Genauer steht zur Diskussion, ob Bluttests an Schwangeren künftig von der Krankenkasse finanziert werden sollen. Diese Tests können Auskunft darüber geben, ob das ungeborene Kind eine Form der Trisomie hat.

Zugelassen sind diese Tests seit 2012. Aktuell müssen sie aber noch privat bezahlt werden.

Kritiker befürchten, dass auf diesem Weg mehr Frauen als bisher ihre Kinder abtreiben, falls der Test auf eine Form der Trisomie, zum Beispiel das Down-Syndrom hinweist. Auch die katholische Kirche ist strikt gegen die Krankenkassen finanzierten Gen-Tests.

Befürworter argumentieren hingegen, dass die bestmögliche Vorbereitung auf eine Geburt keine Frage des Geldbeutels sein dürfe. Auch die evangelische Kirche befürwortet Pränataltests als Kassenleistung. Bedingung sei jedoch das Angebot einer psychosoziale Beratung der Schwangeren. „Entscheidend ist für mich, dass wir am unbedingten Ziel festhalten, die Zahl der Abtreibungen zu minimieren“, sagte der Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland Heinrich Bedford-Strohm den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die zweistündige Orientierungsdebatte soll den Abgeordneten die Möglichkeit geben, sich über das ethisch umstrittene Thema eine Meinung zu bilden. Konkrete Anträge und Beschlussvorlagen gibt es heute noch nicht.

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