Anzeigen für Nazi-Gegner bei rechtsextremer Demonstration in Dortmund

Am Montagabend sind wieder Rechtsextreme unter strengen Auflagen durch den Dortmunder Norden gezogen. Es war die zweite Demonstration in einer bis Weihnachten geplanten, wöchentlichen Demonstrationsreihe. Die Polizei erteilte Dutzende Strafanzeigen: bis auf zwei, alle für die Gegendemonstranten. Ein bürgerlicher Gegenprotest blieb weitestgehend aus.

Der Demonstrationszug der Rechten begann gegen 20 Uhr an der Ecke Steinstraße/Grüne Straße, führte über die Schützenstraße und Mallinckrodtstraße und endete gegen 20.45 Uhr an der U-Bahn-Haltestelle „Hafen“. Auf der Mallinckrodtstraße fielen zwei Rechtsextreme durch antisemitische Parolen auf, woraufhin die Polizei den Zug stoppte und die Tatverdächtigen identifizierte. Gegen sie wird wegen Volksverhetzung ermittelt.

Auf der Kreuzung Schützenstraße/Westerbleichstraße versuchten 41 Gegendemonstranten den rechten Aufmarsch mit einer Sitzblockade zu stoppen – ohne Erfolg. Die Polizei lenkte die Rechten an ihr vorbei und löste sie als unangemeldete Versammlung auf. Das Fazit: 41 Anzeigen wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Widerstand und Landfriedensbruch. Nach Flaschenwürfen erstattete die Polizei Strafanzeige gegen mehrere Gegendemonstranten wegen versuchter Körperverletzung.

Der einzige bürgerliche Gegenprotest kam von Friedrich Laker, Pfarrer der evangelischen Lydia-Gemeinde, der die Parolen der vorüberziehenden Rechten mit dem Läuten seiner Kirchenglocken übertönte.

Mehr von Torben Kassler

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