Angriff auf Synagoge: Dokumente über die Tat aufgetaucht

Der mutmaßliche Attentäter in Halle hat seine geplante Tat offenbar vorab im Internet veröffentlicht. In einem PDF-Dokument seien Bilder von Waffen und ein Verweis auf das Live-Video während des Anschlags aufgetaucht, schrieb Rita Katz von der auf die Beobachtung von Extremisten spezialisierten „Site Intelligence Group“ am Mittwochabend auf Twitter.

In dem Text wurde laut der Expertin das Ziel geäußert, „so viele Anti-Weiße zu töten wie möglich, vorzugsweise Juden“. Ob das Material aber tatsächlich vom Täter stammt, ist noch unklar.

Ein mutmaßlicher Rechtsextremer hatte am Mittwoch in Halle an der Saale zwei Menschen getötet und mindestens zwei weitere verletzt. Laut Polizei soll der Täter zuvor versucht haben, mit einer Waffe in eine Synagoge einzudringen. In der Synagoge befanden sich zu dem Zeitpunkt  mehr als 50 Menschen. Sie feierten den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur. Nach dem gescheiterten Attentat erschoss der Mann zwei Menschen vor der Synagoge und in einem Döner-Imbiss. Die Polizei nahm den mutmaßlichen Täter fest. Er soll seine Tat mithilfe einer Helmkamera aufgenommen und live gestreamt haben.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden kritisierte, die Synagoge in Halle sei von der Polizei nicht geschützt worden. Viele Politiker verurteilten den antisemitischen Anschlag scharf. In Berlin und Halle versammelten sich am Mittwochabend mehrere Menschen, um ihre Trauer und Soldarität auszudrücken. Am Donnerstag wollen Bundespräsident Frank Walter Steinmeier (SPD) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) nach Halle kommen.

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