Armutsbericht 2019: Ruhrgebiet weiterhin Schlusslicht

Die Armutsquote in Deutschland ist im vergangenen Jahr mit 0,3 Prozentpunkten so stark gesunken wie seit 2006 nicht mehr. Dennoch schneiden viele Regionen – besonders das Ruhrgebiet – weiterhin schlecht ab, wie aus dem Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands hervorgeht.

Das Ruhrgebiet hat mit 5,8 Millionen Einwohnern eine Armutsquote von 21,1 Prozent. Damit ist es die schwächste Region in ganz Nordrhein-Westfalen. NRW liegt mit 18,1 Prozent schon unter dem deutschen Durschnitt. Außerdem wurde 2018 zum ersten Mal die “Scherenentwicklung” zwischen deutschen Staatsbürgern und Bürgern mit Migrationshintergrund gestoppt. In der Vergangenheit stiegen die Zahlen der in Armut lebenden Migranten schneller als die der deutschen Mitbürger.

Trotzdem hat die absolute Zahl der Armen in Deutschland in den vergangenen Jahren immer weiter zugenommen – obwohl der Reichtum steigt. Aus dem Bericht geht hervor, dass die steigende Zahl von Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben, nicht auf die große Zahl der Flüchtlinge zurückzuführen sei. Sie habe unabhängig von dieser auch innerhalb der deutschen Bevölkerung zugenommen. Vielmehr sei die Zahl durch Versäumnisse in der Politik zustande gekommen. Die Politik solle dafür Sorge tragen, dass alle Bürger von einem zunehmenden Wohlstand profitieren könnten.

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