Davos 2020: Die wichtigsten Fakten über das Weltwirtschaftsforum

Am Dienstag (21. Januar) findet zum 50. Mal das Weltwirtschaftsforum in Davos statt. Aber was steckt hinter der Veranstaltung, wer nimmt teil und welche Entscheidungen werden getroffen?

Die Veranstalter

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) wird von der gleichnamigen gemeinnützigen Stiftung veranstaltet. Die Stiftung wurde 1971 von dem Wirtschaftswissenschaftler Klaus Schwab gegründet und hat ihren Sitz in der Schweiz, aber auch Standorte in New York, Beijing und Tokio. Die Mission des WEF ist es, „den Zustand der Welt zu verbessern“. Inzwischen hat das WEF mehr als 1000 Partnerunternehmen. Darunter z.B. auch Facebook, Google, Nestlé, aber auch Heineken, Ralph Lauren, Bertelsmann, Manchester United und Nokia.

Neben den Veranstaltungen publiziert das WEF regelmäßig Forschungsberichte, wie z.B den Global Risk Report und ist im Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen aktiv.

Die Veranstaltung

Das Treffen findet einmal im Jahr für vier bis fünf Tage im Schweizer Kurort Davos statt. Es soll führende Unternehmer, Wirtschaftsexperten, Politiker und Journalisten zusammenbringen. In diesem Jahr steht es unter dem Slogan „Akteure für eine kohärente und nachhaltige Welt“, denn das WEF möchte Unternehmen dazu aufrufen, ihre Ambitionen für den Klimaschutz zu erhöhen.

Seit 2017  kompensiert das WEF alle Emissionen für die Jahrestagung in Davos. Dazu gehören alle Emissionen der Mitarbeiter und der Flugreisen der Teilnehmer, die durch die Finanzierung zertifizierter Kompensationsprojekte auf der ganzen Welt ausgeglichen werden sollen. In diesem Jahr unterstützt das WEF unter anderem das Jacundá-Projekt im Amazonasgebiet, das eine Fläche von 95.000 Hektar Regenwald schützt.

Bekannte Gesichter

Insgesamt werden fast 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Davos erwartet. Davon sind gerademal ein Viertel Frauen.
Auf der Teilnehmerliste stehen:

  1. Staats- und Regierungschefs und -Chefinnen wie Angela Merkel, Ursula von der Leyen, Donald Trump, Sebastian Kurz, Jair Bolsonaro sowie der irakische Präsident Barham Salih. In diesem Jahr nicht dabei sind Emmanuel Macron und Boris Johnson, dafür allerdings der britische Thronfolger Prinz Charles. Auch der iranische Aussenminister Javad Zarif sagte seine Teilnahme am Treffen ab.
  2. Prominente Unternehmenschefs und -Chefinnen wie Sundar Pichai von Google, Tim Cook von Apple, David Solomon von Goldman-Sachs, Susan Wojcicki von Youtube und auch Siemens‘ Joe Kaeser.
  3. Aktivitinnen wie die 17-jährige Greta Thunberg aus Schweden und die elfjährige Amerikanern Naomi Wadler, die sich gegen Waffengewalt an Frauen einsetzt. Die beiden gehören zu den gerade einmal zwölf Teilnehmenden unter 25 Jahren.

Die Themen

Auf der Agenda stehen in diesem Jahr Themen wie z.B. Auswirkungen und Potentiale von 5G, Mobilität von Frauen und Möglichkeiten, den Handelskrieg zwischen den USA und China zu deeskalieren. Besondere Aufmerksamkeit erhalten in diesem Jahr die Umweltthemen mit dem Ziel, Hürden für eine Zukunft mit sauberer Energie zu beseitigen. Vergangenen Mittwoch (15. Januar) veröffentlichte das WEF ihren jährlichen Global Risk Report, der als Arbeitsgrundlage für das Treffen dienen soll. Darin wird das „Scheitern des Klimaschutzes und die Anpassung an den Klimawandel“ als Hauptrisiko genannt.

Die Sicherheitsmaßnahmen

Die Sicherheitsmaßnahmen die rund um die Veranstaltung getroffen werden kosten die Schweiz jedes Jahr mehrere Millionen Franken und führen deshalb immer wieder zu Kritik an der Veranstaltung. Ein Viertel dieser Kosten wird vom WEF getragen, ein weiteres Viertel vom Kanton Graubünden. Die Gemeinde Davos trägt ein Achtel der Kosten und der Bund rund ein Drittel. In den vergangenen Jahren sind der Schweizer Armee pro Jahressitzung Kosten von rund 32 Millionen Franken entstanden.

Beitragsbild: Evangeline Shaw via Unsplash

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