Freibäder in Dortmund können nicht fristgerecht öffnen

Die Corona-Beschränkungen in Deutschland werden langsam wieder gelockert. Gleichzeitig ist das Wetter sehr gut: An Christi Himmelfahrt und Pfingsten soll es teilweise bis zu 30 Grad warm werden. Rechtzeitig sollen die Freibäder in Nordrhein-Westfalen ab Mittwoch (20.05.2020) wieder öffnen.

In Dortmund bleiben diese aber trotzdem zu. Laut der Sportwelt Dortmund GmbH sind die Auflagen des Bundeslandes NRW nicht so einfach zu erfüllen. Die Sportwelt Dortmund GmbH betreibt die vier Freibäder Froschloch, Volksbad, Wellinghofen und Hardenberg und damit fast alle in Dortmund. Die Arbeitsbestimmungen für Mitarbeiter seien schwierig umzusetzen, weil sich dort auch die Vorgaben widersprechen würden, so Jörg Husemann von der Sportwelt GmbH Dortmund: „Laut dem Land NRW könne das Personal ohne Schutzmasken am Beckenrand stehen, die landesweite Infektionsschutzverordnung setzt aber eine Maskenpflicht voraus.“ Zudem gibt es Widersprüche in der Regelung, wie viel Platz ein Badegast bekommen soll. Laut dem Land NRW soll sich pro 15 Quadratmeter Wiese nicht mehr als ein Badegast aufhalten, während in den Schwimmbecken ein Gast 10 Quadratmeter Platz haben soll. Das Problem daran: Die Menge an Menschen auf der Wiese passt bei diesen Mindestabständen gar nicht in die Schwimmbecken. Das Konzept hat also auch da noch seine Schwachstellen, so auch die Deutsche Gesellschaft für Badewesen, die Regelwerke für Schwimmbäder aufstellt.

Wer zahlt höhere Kosten bei niedrigeren Einnahmen?

Neben den Bestimmungen, die noch nicht geklärt sind, bleibt noch die Frage nach dem Personal. Um die Freibäder sauberer als sonst zu halten, braucht Husemann 150 bis 200 Prozent mehr Personal als sonst. Die Kosten für das Personal und für die Hygieneartikel wie Schutzmasken, Handschuhe und Desinfektionsmittel müssen die Freibäder tragen. Gleichzeitig dürfen auch nicht so viele Menschen auf einmal ins Freibad wie sonst, da jeder Gast seine oder ihre 15 Quadratmeter braucht. Die Einnahmen für die Freibäder werden also geringer sein als in den vergangenen Jahren. Daher ist die Sportwelt GmbH momentan mit der Stadt Dortmund in Kontakt, um zu klären, wie die Finanzierung machbar ist.

Öffnungstermin „utopisch“

Die Bestimmungen sind nicht schnell genug umzusetzen und die Finanzierung ist wohl auch noch nicht geregelt. Und Herr Husemann könne ein Freibad auch nicht von heute auf morgen öffnen, sagt er. Die Becken in den Bädern müssen erst einmal gefüllt werden und vor allem müssen Wasserproben entnommen und untersucht werden. Dies brauche seine Zeit, daher ist „die Öffnung der Freibäder bis morgen utopisch“, so Husemann. Die Vorgaben für die Freibäder kamen zu spät, um morgen zu öffnen. Ob und wann die Freibäder in Dortmund öffnen, soll am kommenden Montag (25.05.2020) in einer Krisenstabssitzung geklärt werden. Nicht nur die der Sportwelt, sondern alle Freibäder in Dortmund bleiben laut WDR-Informationen bis auf Weiteres geschlossen.

Hygieneverordnungen in Dortmund für Freibäder

Das sind die wichtigsten Verordnungen und Hygieneauflagen vom Land NRW:

Was kann man in der Corona-Zeit im Schwimmbad noch machen, was nicht?
Jedes Freibad sollte ein Konzept erarbeiten, mit dem vor allem der Sicherheitsabstand gewährleistet ist. Gäste, die den Verordnungen nicht zustimmen wollen, dürfen die Freibäder nicht betreten. Es dürfen keine Schwimmsachen wie Handtücher, Badeschlappen und Schwimmreifen etc. verliehen werden. Essensausgaben, wie Pommesbuden in den Freibädern, sind gestattet, allerdings ist die Selbstbedienung an den Wasserspenden nicht erlaubt. Eigenes Trinken kann mitgebracht werden.
Wie soll im Schwimmbad der Sicherheitsabstand eingehalten werden?
Es darf nur ein Gast pro 10 Quadratmeter im Wasser und einer pro 15 Quadratmeter auf der Wiese ins Schwimmbad. Der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern muss ebenfalls im Wasser eingehalten werden.
Was muss ich als Gast beachten?
Wer das Freibad verlässt, muss sich die Hände desinfizieren und waschen. In geschlossenen Räumen gilt, auch im Freibad, die Maskenpflicht.
Und was, wenn doch ein Infizierter im Bad war?
Damit das Gesundheitsamt einen möglichen Infektionsweg nachvollziehen kann, müssen Gäste dem Schwimmbad ihre Kontaktdaten hinterlassen. Diese werden dann für mindestens 4 Wochen aufbewahrt.

Beitragsbild: Pixabay/geralt

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