Kanye sagt “Yes”

Der Rapper Kanye West möchte nun für die US-Präsidentenwahl im November kandidieren. Klingt wie ein Scherz, ist es leider nicht. Was ist los mit einem Land, wo so etwas möglich erscheint?

Er war schon immer bekannt für ein ganz besonders gutes Selbstbewusstsein: Rapper Kanye West. Meistens ging es bei ihm aber um Musik und dafür findet er seit Jahren größte Bewunderung. Vor allem von sich selbst: “Das Schlimmste in meinem Leben ist, dass ich mich nie selbst live performen sehen werde”, sagte er mal. Oder auch: “Was Genies anbelangt, bin ich ziemlich gut unterwegs. Ich bin wie eine Maschine, wie ein Roboter. Sie können einen Roboter nicht beleidigen.”

Bei seiner Person scheiden sich allerdings die Geister. Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Immer wieder kommt er wegen seiner kontroversen Äußerung in die Presse. Politisch ist er bisher nur als Anhänger Trumps in Erscheinung getreten. Doch jetzt kündigt er via Twitter überraschend an Präsident werden zu wollen.  “Wir müssen nun das Versprechen Amerikas verwirklichen, mit Gottvertrauen, einer einigenden Vision und dem Schaffen einer Zukunft” – mit dem Hastag #Vision2020. Ach du liebe Güte – Klingt Größenwahn? Klingt nach übergeschnappt?

https://twitter.com/kanyewest/status/1279575273365594112

Nichts ist unmöglich

Was Trump kann, kann Kanye schon lange. So klingt es wohl. Wenn man als Deutscher diese Nachrichten ließt, kann man sich nur an den Kopf fassen. Während bei man bei uns auf Phoenix nach 20 Minuten Bundestagsreden in Tiefschlaf verfällt, Trump hat anfangs auch niemand ernst genommen.  Aber auch bei seiner Wahl wurden wir eines besseren belehrt. Nichts scheint in Amerika unmöglich zu sein. Also könnte es jetzt auch Kanye West werden? Seine Antwort und sein Slogan #YES!. Und ich sage #NO!.

Nur der Wille zählt

Wenn man dieses Modell auf Deutschland transformieren würde, wäre es ähnlich als würde Unternehmer und Reality-Soap-Star Robert Geiss Bundeskanzler sein. Und Xavier Naidoo würde ihn jetzt gerne ablösen. Auch Kanye ist immer wieder wegen kontroverser Aussagen kritisiert worden. Nach welchen Qualifikationen wird denn in Amerika entschieden? Dass Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung nach der Weltherrschaft streben, das wundert einen nicht.  Ähnlich sind diese Mensche, Trump oder auch Kanye, besessen von sich und überzeugt von ihren Träumen. Aber Amerika bei aller Liebe, das dürft ihr doch jetzt nicht zu lassen!

Und seine ersten Stimmen hat er

Politikberater und Medien haben seine Ankündigungen kaum ernst genommen. Auch weil viel zu spät dran ist, um auf genügend Wahllisten zu kommen. Während Donald Trump Kanyes Idee mit “sehr interessant” kommentiert. Hat er auf der anderen Seite schon einen mächtiger Befürworter. “Du hast meine volle Unterstützung!”, schrieb Tesla-Chef Elon Musk an West. Musk und West sind befreundet. Schon 2015 schrieb Musk im Zuge der Times Magazine-Liste der 100 einflussreichsten Menschen. Seine Mitstreiter Bidden und Trump sind mit ihren über 70 Jahren auch nicht die, die jungen Menschen ansprechen. Auch da sieht Kanye seinen Vorteil und glaub in seinem Größenwahn, das Ruder in vier Monaten noch für sich umreißen zu können.

Hinter ihm stünden auch die jungen Afro-Amerikaner.  Er habe sie auf seine Seite geholt. Vor allem weil er viel Geld in die Bewegung  «Black Lives Matter» investiert hat. Dann darf man sich ja auch mal erlauben, die Afro-Amerikaner selbst in die Kritik zu nehmen, dafür dass sie jahrhunderte lang versklavt wurden.  “Wenn man von über 400 Jahre langer Sklaverei hört: 400 Jahre lang? Das klingt für mich nach eigener Wahl“. Will heißen: Selbst Schuld, liebe Schwestern und Brüder.

Was ist das für ein Wahnsinn? Wacht doch mal auf. Was ist los mit dem Land, der Elite-Universitäten?
Also liebes Amerika, bitte reitet uns nicht auch mit in den Sumpf. Wir können doch nicht noch so einen Irren ertragen!

Beitragsbild: unsplash

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