#PaulaHatZweiMamas: Lesbische Frauen wollen Mutterschaft einklagen

Ein lesbisches Paar aus Niedersachsen zieht vor Gericht, weil beide Frauen offiziell als Mutter ihrer Tochter anerkannt werden wollen. Sie fühlen sich gegenüber heterosexuellen Paaren benachteiligt und wollen ein Zeichen setzen.

Im Februar 2020 hat Gesa Teichert-Akkermann ihre Tochter Paula zur Welt gebracht. Paula wird von zwei Müttern großgezogen. Rechtlich gesehen, hat sie jedoch nur einen Elternteil. Gesas Ehefrau Verena Akkermann kann wegen des geltenden Abstammungsrechts nur als Stiefmutter anerkannt werden. Das Gesetzt besagt, dass die Mutter die Frau ist, die ein Kind zur Welt bringt. Zweiter Elternteil kann nur ein Vater sein. Bei heterosexuellen Paaren gilt der Ehemann automatisch als Vater – auch wenn er nicht der leibliche ist.

Ehepaar will notfalls vors Bundesverfassungsgericht ziehen

Das empfinden die Klägerinnen als diskriminierend. Auf Twitter schreibt Teichert-Akkermann: „Mir wird meine Frau als zweite Mama von Paula rechtlich vorenthalten. Der besondere Schutz meiner Familie, den mir das #Grundgesetz verspricht, wird mir vorenthalten. Dagegen streiten wir vor Gericht, denn #PaulaHatZweiMamas.“ Unterstützt wird die Familie unter anderem von Politiker*innen der Grünen und der Linken. Diese hatten in der Vergangenheit bereits eine Reform des Abstammungsrechts gefordert.

Mit einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Zelle wird frühstens in einer paar Wochen gerechnet. Gesa Teichert-Akkermann und Verena Akkermann wollen mit ihrer Klage notfalls bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.

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