Veganuary: So klappt vegane Ernährung für Studierende

Unter dem Motto „Veganuary“ ernähren sich im Januar viele Menschen weltweit vegan. Auch an der TU Dortmund spielt vegane Ernährung bei der Planung des Essensangebots eine Rolle. Wir geben euch Tipps, wie ihr euch auf dem Campus und zu Hause vegan ernähren könnt.

Zu Weihnachten Würstchen mit Kartoffelsalat und an Silvester Raclette mit viel Käse – die Feiertage sind gespickt mit Fleisch und Tierprodukten. Den Kontrast dazu bringt der Veganuary: ein veganer Januar. Ziel der Kampagne ist es: „Menschen weltweit dazu zu ermutigen, sich im Januar und darüber hinaus vegan zu ernähren.“ Vegane Ernährung wird als Weg gesehen, dem Klimawandel entgegenzutreten und Tierleid zu stoppen. Außerdem soll es Menschen zu gesunder Ernährung motivieren.

Um die Kampagne bekannter zu machen, gibt es eine gleichnamige Non-Profit-Organisation. Auf veganuary.com gibt es die Möglichkeit zur Anmeldung, um als Teilnehmer*in erfasst zu werden. Aktuell sind es weltweit über 580 000 Teilnehmende in 209 Ländern. Wenn auch ihr Lust auf einen veganen Monat oder sogar eine komplett vegane Ernährung habt, findet ihr hier Tipps für den Campus und eure eigene Küche.

Vegane Ernährung auf dem Campus

Quelle: Studierenden Werk

Einen ganz neuen Anlaufpunkt auf dem Campus bietet das Cafe C im Mensa-Foyer, das am 10. Januar eröffnet hat. Dieses wirbt nicht nur mit Kaffeegenuss, es gibt auch neue vegane Stullen aus Vollkornbrot mit Salat und Gemüsecremes. Für Studierende, die sich vegan ernähren, eine echte Bereicherung. Denn vegane Ernährung an der Uni ist nicht immer einfach, weiß Studentin Noemi:

„Ich war tatsächlich fünf Jahre lang vegan, das war zur Schulzeit. Leider ist vegane Ernährung oft zeitintensiv und teurer, das ist mit der Uni schwerer zu vereinbaren. Auch das Angebot in der Mensa ist relativ begrenzt. Aktuell ernähre ich mich vegetarisch, aber oft auch tagelang vegan.“

Doch die vegane Auswahl an der Uni wächst. In der Mensa gibt es tageweise zwei vegane Rezepte, an den meisten Tagen ist es nur ein veganes Gericht. Am heutigen Montag gibt es die Auswahl zwischen 1. Möhren Curry „Orientalisch“ auf Fusilli, dazu einen gemischten Salat und 2. Soja Nuggets mit veganer Mayonnaise und zwei Beilagen nach Wahl.

Auch in den Cafeterien und anderen Mensen des Studierendenwerks gab es ehemals vegane Angebote. Dazu gehörten Bowls und Wok. In der Galerie war eine vegane Ecke. Leider sind diese Angebote durch coronabedingte Schließungen momentan nicht zu erhalten.

Für das Studierendenwerk ist aber klar:

„Auch in Zukunft wird die vegane Küche die Gestaltung unserer Speisepläne beeinflussen.“

Ist es schwierig sich vielseitig vegan zu ernähren?

Nicht nur an der Uni, sondern auch alleine zu Hause kann eine vegane Ernährung eine Herausforderung sein. Student Robin hat zeitweise vegane Ernährung versucht. Er findet es wichtig, sich vegan und bewusst zu ernähren. Ihm ist es aber nicht ganz gelungen, sein Gewicht mit veganer Ernährung zu halten. Er hat weiter abgenommen, obwohl er lieber etwas zugenommen hätte.

Nadine Wester-Ebbinghaus, Ernährungsberaterin für vegane Ernährung aus Dortmund, erklärt, was dahinter steckt:

„Gemüse und pflanzliche Nahrung hat eine super Nährstoffdichte, dafür aber eine geringe Kaloriendichte.“

Es stimmt also, dass Menschen, die schwer zunehmen, dann Gewicht verlieren können. In diesem Fall sollte man auf pflanzliche Fette setzten. Besonders gut klappt das mit Nüssen, Mandelmus, Samen oder Avocados, die haben ordentlich Kalorien.

Auf der Website von Veganuary findet man Rezepte für den Einstieg. Von Frühstück bis Abendessen und Snacks ist alles dabei. Die viele Rezepte sind komplett auf Gemüsebasis. Andere enthaltenen Ersatzprodukte, denn die Kampagne möchte auch Unternehmen eine Bühne bieten, ihr veganes Angebot zu zeigen und zu erweitern. Auch hochverarbeitete Produkte werden also beworben.

Preisvorteile durch die gesunde Variante der veganen Ernährung

Die Ernährungsberaterin findet die Onlinepräsenz für vegane Produkte grundsätzlich gut. Denn wenn es um vegane Ernährung geht, kommt die Frage auf: „Aber was kann ich denn dann noch essen?“

Dennoch bleibt hochverarbeitetes Essen natürlich deutlich ungesünder. Zudem gehen Vleisch und Visch schnell ins Geld, ähnlich wie die Pendants mit „F“.

Selbstgekochtes aus Gemüse ist hingegen günstiger und gut für die Gesundheit. Wester-Ebbinghaus empfiehlt Studierenden: Gemüsen, Linsen und Hülsenfrüchte in großen Mengen kaufen.

„In türkisch oder arabischen Supermärkten bekommt man häufig super Angebote. So ist eine vegane Ernährung auch für Studierende absolut kein Preisproblem.“

So klappt der vegane Start, aber die Gesundheit nicht vergessen

Die Ernährungsberaterin sagt: „Einfach mal losgehen und gucken, was es so gibt. Sich selbst aber nicht stressen oder unter Druck setzen. Es muss nicht von heute auf morgen perfekt sein. Ein guter Start ist es, einfach mal Milch zu ersetzen. Es gibt so viele Alternativen.“

„Gerade für WGs kann es sich lohnen zusammen einzukaufen und sich Zeit zunehmen. Zusammen einen Schnibbel- und Kochtag machen und einige Rezepte vorzubereiten.“

Wichtig ist, langfristig auf eine ausgeglichene Nährstoffzufuhr zu achten. Ein Vitamin B12 Mangel kann nämlich recht schnell entstehen. Deshalb sollte man sich immer ausführlich informieren, auch wenn Mangelerscheinungen kein ausschließlich veganes Phänomen sind, so die Ernährungsberaterin.

Fotoquelle: Sven Hilker/Pixabay

Ein Beitrag von
Mehr von Jalica Engelbarts
Fördergelder für vier neue Projekte der Universitätsallianz Ruhr
Rund 5,5 Millionen Euro Förderung gibt es für vier Forschungsprojekte der Universitätsallianz...
Mehr
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.