Mariupol unter russischer Kontrolle

Nach eigenen Angaben habe die russische Armee die Kontrolle über den Hafen von Mariupol übernommen. Die verbliebenen ukrainischen Truppen haben keine Möglichkeit mehr zu entkommen.

Seit März bombardieren russische Truppen die Hafenstadt Mariupol in der Ukraine. Mariupol ist eine der am stärksten belagerten Städte der Ukraine. In der Nacht zu gestern (13.04.2022) hat Russland mehrere Raketen-, Bomben- und Artillerieangriffe auf die Ukraine gestartet. Gleichzeitig haben sich russische Truppen im Südosten des Landes zusammengezogen. Das hat Präsident Wlodymyr Selenskyj in einer Videoansprache in der Nacht zum Donnerstag gesagt.

Nach Angaben Russlands sei das zerstörte Mariupol nun unter russischer Kontrolle. Der Handelshafen sei von ukrainischen Asow-Kämpfern „befreit worden“, sagte Igor Konaschenkow, Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums. Außerdem sollen die verbliebenen ukrainischen Truppen blockiert und eingekesselt worden sein, weshalb sie keine Möglichkeit zur Flucht haben. Die ukrainische Seite bestätigt dies allerdings nicht. Nach Einschätzungen des US-Kriegsforschungsinstituts Institute for the Study of War (ISW) ist es aber „wahrscheinlich“, dass die russischen Streitkräfte erst in der kommenden Woche die Stadt erobern.

Die Ukraine erwartet aber Großangriffe in den Regionen Luhansk und Donezk. Laut Selenskyi versucht Russland, die Bewohner*innen der südlichen Regionen von der Ukraine in „ihre Reihen zu holen“. Die Angaben konnten aber nicht geprüft werden. Die USA und die Europäische Union, darunter auch Deutschland, wollen daher die Ukraine massiv ausrüsten. Die USA soll der Ukraine weitere Waffen und Munitionen im Wert von bis zu 800 Millionen Dollar (740 Millionen Euro) liefern, unter anderem Hubschrauber, Panzerfahrzeuge und Artillerie.

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