Was macht Mikroplastik in unserem Körper?

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Mikroplastik in unserer Umwelt, in unserer Nahrung, in unserem Körper:  Dieter Swandulla, Professor für Physiologie an der Universität Bonn, erklärt, wie die gefährlichen Teilchen entstehen, in den natürlichen Kreislauf gelangen und wie wir dem gegensteuern können. 

Mikroplastik gibt es bereits überall. In den Meeren, in unseren Flüssen, auf der Straße, in alltäglichen Produkten, sogar in unserem Trinkwasser und in der Atemluft. Es kann über viele Wege in den Körper gelangen. Der größte Verursacher von Mikroplastik in Deutschland ist der Straßenverkehr. Beim Anfahren oder Bremsen wird Gummi von den Reifen abgerieben. Sobald es regnet, schwimmen die so entstandenen Mikropartikel ins Erdreich oder landen über die Kanalisation in den Kläranlagen oder werden als Nanoplastik mit dem Feinstaub eingeatmet.

Prof. Dr. Dieter Swandulla ist Professor für Physiologie an der Universität Bonn.
Wie entsteht überhaupt Mikroplastik?

Mikroplastik, das mit dem bloßen Auge kaum zu sehen ist, entsteht überwiegend aus großen Plastikteilen. Ein großes Problem dabei ist Plastikmüll: Tüten oder andere Verpackungen liegen am Straßenrand oder schwimmen in Flüssen und Meeren. Durch eine längerfristige Einwirkung von Sonnenlicht, kann sich das Plastik abbauen. Kurz gesagt: Es zerfällt in viele kleine Teile. Zusätzlich wird Plastikmüll im Wasser zu kleinen Partikeln zerrieben. An Mikroplastik können sich auch andere Umweltgifte wie Pestizide sehr effektiv anlagern. Fische nehmen es so mit der Nahrung auf und das Plastik lagert sich in ihren Organen ab Werden diese Fische vom Menschen verzehrt, gelangt das Mikroplastik und die ihm anhaftenden Umweltgifte in seinen Körper.

Mikroplastik in unserer Kosmetik

Auch im Trinkwasser lauern die kleinen Plastikteilchen: Wir konsumieren unser Trinkwasser nicht nur aus dem Grundwasser, sondern auch aus Oberflächengewässern. So trinken wir möglicherweise jedes Mal ein wenig Mikroplastik mit. Hersteller von Kosmetik- und Hygieneartikeln – wie Zahnpasta für strahlend weiße Zähne oder Peeling-Cremes – fügen ihren Produkten vielfach Partikel, sprich Mikroplastik, als Schleifmittel hinzu. Je kleiner die Mikroplastik-Partikel sind, desto eher kann auch über die Haut Mikroplastik aufgenommen werden. So gelangt es in unsere Blutbahn. Was genau das mit uns macht, ist noch nicht ganz klar. Aktuell versuchen Forscherinnen und Forscher mehr über die Auswirkungen von Mikroplastik auf den Körper herauszufinden.

Grundsätzlich gilt, dass Fremdstoffe in unserem Körper zu einer Abwehrreaktion führen können. Dadurch entstehen Entzündungsprozesse – etwa im Verdauungstrakt und in den Gefäßen. Dieses Entzündungsgeschehen kann möglicherweise Ursache für die Entstehung von Herzinfarkten oder von Krebserkrankungen sein oder diese Erkrankungen fördern. Welche Inhaltsstoffe in Kosmetika enthalten sind, verraten etwa Apps wie „Codechecks“ oder der Bund für Umwelt- und Naturschutz.

Komplett vor Mikroplastik schützen kann man sich nicht. Würden wir jetzt sofort mit dem Plastikkonsum aufhören, wäre unser Planet in etwa 500 Jahren plastikfrei. Ein Schritt in die richtige Richtung wäre es jedoch, weniger Plastik zu konsumieren.

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